Zeitschriftenband 
14 (1849)
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462 Die Herzogin von Choiseul-Praslin.

nicht an Das, was die Journale im Publicum ver⸗ breitet haben, an Alles, was man in Paris ſich ſagte, und zum Lohn für ein ſo großmüthiges Benehmen ma⸗ chen Sie mir unverdiente, herzzerſchneidende Vorwürfe. Ich habe mit Niemand über Demoiſelle Deluzy geſpro⸗ chen. Ich bin bereit, ihr jedes Zeugniß auszuſtellen, welches nur in ihrem Intereſſe iſt; aber ſeien Sie ge⸗ recht und fordern Sie nicht Unmögliches. Ich ſehe meine Tochter nicht, um Sie nicht gegen dieſelbe auf⸗ zubringen. Sie ſind der Erſte, der mich von meinen Enkeln getrennt hat. Ich verdiene nicht ſo behandelt zu werden. Betrachten Sie die Intereſſen dieſer jungen Leute und hören Sie ſie an. Habe ich je etwas gethan, was mir eine ſolche Behandlung zuziehen könnte? Aber Sie ſind außer ſich, ich entſchuldige Sie. Hören Sie auf Ihr Herz, was gut iſt, und was mir wird Ge⸗ rechtigkeit widerfahren laſſen. F. Sebaſtiani.

Wenn Sie ſo alt ſein werden wie ich, werden Sie ſich Vorwürfe machen, ſo hart gegen mich geweſen zu ſein.

Wir beſitzen noch zwei Blätter aus dem Tagebuche der Herzogin, ihre letzten Empfindungen vom 17. Juni und vom 13. Juli.

In jenem ſagt ſie:Ich muß es mir ſtündlich wie⸗ derholen, daß ich eine heilige Pflicht, meinen Töchtern gegenüber, erfüllt habe, indem ich endlich darein willigte, meine Anſtrengungen mit denen meines Vaters zu ver⸗ einigen, um dieſes Frauenzimmer(cette femme) fort⸗ zuſchicken. Es hat mich viel gekoſtet. Ich haſſe den Eclat, aber endlich ſagte es mir alle Welt und mein Gewiſſen auch, daß es meine Pflicht ſei. Mein Gott, was wird daraus werden? Wie er aufgebracht