Zeitschriftenband 
14 (1849)
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Die Herſogin von Choiseul-Praslin. 461

Dies war der Brief, der den entſcheidenden Schritt herbeiführte. Der Deluzy ward gekündigt. In einem Briefe vom 18. Juni an die Herzogin erklärt ſie, die Gefühle, welche ſich ihrer bemächtigt, auszudrücken, wäre in dem Augenblick über ihre Kräfte. Sie wolle ihr ſpäter in einer ruhigen Gemüthsſtimmung den Dank für ihre großmüthigen Anordnungen ausſprechen, wie ſie ſchon jetzt einen mächtigen Troſt für ihren Schmerz in dem Zeugniß der Herzogin finde, daß dieſe mit ihrer Wirk⸗ ſamkeit zufrieden geweſen. Den Rath, nach England zu gehen, kann ſie für den Augenblick nicht befolgen, weil die ſchwankende Geſundheit ihres Großvaters ſie für jetzt in Paris zurückhalte.

Die Antwort der Herzogin an die Deluzy exiſtirt noch. Sie iſt vom 19. Juni, ruhig, kalt, aber freundlich gehalten:Wenn ernſte Umſtände für das Intereſſe der Kinder ein Ereigniß beſchleunigt haben, welches ich vor wenigen Tagen noch als in weiter Ferne mir dachte, ſo zweifeln Sie doch nicht, daß ich mit allem Eifer alle Gelegenheiten zu ergreifen ſuche, Ihnen nützlich zu ſein, und ich werde glücklich ſein, wenn Sie mir nur die Mittel angeben.

Auch der Brief des Marſchall Sebaſtiani, den er in dieſer Angelegenheit an ſeinen Schwiegerſohn ſchrieb, ward noch aufgefunden:

Monſieur le Duc!

Sie haben mir das Herz zerriſſen. Meiner Ge⸗ fühlloſigkeit ſchreiben Sie es zu, daß ich mein Haus Ihnen, Ihren Kindern verſchloſſen. Sie müſſen mir Gerechtigkeit widerfahren laſſen. Ich habe Alles gethan, um dieſe Trennung zu vermeiden, die Ihnen ſo ſchwer wird. Ich hatte es über mich gewonnen, die Augen zu ſchließen, den Schein anzunehmen, als glaubte ich