460 Die Herzogin von Choiseul-Praslin.
ſerer Kinder und der Würde unſeres Haushalts darauf zu verzichten. So lange meine Töchter noch nicht ver⸗ heirathet ſind, werde ich immer in ihrer Mitte wohnen. Ich werde bei allen ihren Beſchäftigungen zugegen ſein, und werde ſie überall begleiten. Alle meine Plane ſind entworfen, und wenn Du darüber wirſt nachgedacht ha⸗
ben, wirſt Du gewiß finden, daß ſie ebenſo gut unter⸗
gebracht ſind, wenn die Sorgfalt einer Mutter als die einer Gouvernante über ſie wacht. Lehrer finden wir in Praslin ſo gut als in Paris, um eine Gouvernante zu erſetzen, die überdies immer noch die Lehrer zu Hülfe gerufen hat———
„Mein Vater hat Mademoiſelle Deluzy eine anſehn⸗ liche und lebenslängliche Penſion angeboten. Wenn ſie mit dieſer Unterſtützung ſich nach England begibt, wer⸗ den ihre Talente und Gönnerſchaften ihr leichter noch als in Paris eine angenehme Stellung verſchaffen.“
Der Brief drückt im weitern Verfolge den ruhigen und feſten Entſchluß aus, daß die Deluzy weichen müſſe, alle Vorſchriften der Delicateſſe und Schonung ſollten dabei beobachtet werden; die Betrübniß der Kinder werde übrigens nicht ſo groß ſein, als der Herzog ſich einbilde.
„Nur nach der reiflichſten Ueberlegung, nur in der Gewißheit, daß ich dem Rathe meines Vaters folge, habe ich mich entſchloſſen, ich weiß, es iſt ein ernſter Entſchluß. Ich bin auch deſſen gewiß, daß mein Oheim de Coigny mir beiſtimmen würde, der für mich der Re⸗ präſentant meiner ſeligen Mutter iſt, wenn ich es nicht bisher vermieden hätte, ihn mit ſo traurigen Details zu unterhalten. Ich wünſche nur, daß ſich Alles zwiſchen meinem Vater, Dir und mir arrangire, ohne daß an⸗ dere Rathgeber dazwiſchentreten.“


