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Cartouche. 431
noch gelingt es ihm mit ſeinem Degen die Banditen von ſich abzuhalten. Er erreicht entweder das Fenſter oder den Treppenflur in einem günſtigen Augenblick, faßt ein Seil, welches die Laterne hält, und läßt ſich daran bis auf 10 Fuß vom Boden herab, froh, mit einigen ſchwe⸗ ren Verletzungen wenigſtens ſein Leben erkauft zu haben.
Indeſſen rückte man ihm immer näher auf den Hals und mehre Male war er daran, gefangen zu werden. Die Erzählungen, wie er entkam, erinnern an die ähn⸗ lichen Geſchichten des unſchuldigen Jack Sheppard. Man hat endlich in Erfahrung gebracht, daß Cartouche ſich meiſtens in einem Hauſe in der Seineſtraße aufhält. Er iſt beſtimmt heute dort, lautet die Kundſchaft. Augen⸗ blicklich wird ein Gefreiter mit Schützen und Garde du Corps dahin beordert. Sie ſollen ins Haus ſelbſt drin⸗ gen, ſich ſeiner Perſon bemächtigen; 1000 Francs als Belohnung. Der Befehl wird mit ſolcher Stille und Genauigkeit ausgeführt, daß keiner von Cartouche's Spürhunden davon Kenntniß erhält. Aber Cartvuche ſelbſt iſt ſein beſter Spürhund. Er hört Geſchrei auf der Straße, er blickt hinaus und ſieht, daß das Haus umſtellt iſt, daß Bewaffnete eindringen. Hinaus kann er nicht mehr, er will wenigſtens ſein Leben theuer ver⸗ kaufen. Er ſchließt und barricadirt ſeine Kammer, er wälzt vor die Thür Alles, was ſich tragen läßt, um eine Belagerung auszuhalten. Mit 3 Paar Piſtolen, wie immer, bewaffnet, hofft er, daß er durch ſeine Ver⸗ theidigung die Geduld der Angreifenden ermüden werde. Die Thür wird geſprengt, die Barricade widerſteht, und über dieſe feuert er. Mehre der Schützen werden ver⸗ wundet, aber vergeblich zielt er auf den Gefreiten, der ihm der gefährlichſte und unerbittlichſte ſeiner Feinde ſcheint. Schon hat er Mehre niedergeſtreckt, aber ſeine


