432 Cartouche.
Munition fängt ihm an auszugehen und die Zahl ſeiner Feinde wird nicht geringer, da das Volk unten die vor der Thür ſtehenden Polizeiſoldaten anſpornt, ihren Ca⸗ meraden oben beizuſpringen; es ſei ja eine Schande, wenn ſo Viele einen Mann nicht bewältigen könnten. So war die Vertheidigung nicht mehr möglich, es blieb ihm nur noch eine Möglichkeit, ein gewagter Verſuch zur Flucht. In einem Augenblick hat er alle Kleidungs⸗ ſtücke, die ihn kenntlich machen, herabgeriſſen und ſitzt im Schlot, der glücklicherweiſe nicht mit einer Eiſenſtange barricadirt iſt, wie der, durch welchen Jack Sheppard ſich einen Weg bahnen mußte. Oben gelingt es ihm von Dach zu Dach zu gleiten, bis er ſich im Boden des erſten Hauſes, wo er einen Eingang findet, nieder⸗ läßt. Solche Ankunft in ſolchem Zuſtande erſchreckt na⸗ türlich die Bewohner des Hauſes, die, wieder glücklicher⸗ weiſe für ihn, von der Hetziagd in der nächſten Gaſſe nichts wiſſen. Cartouche iſt im Ausreden ſtets ein Held. Er wird von einem unerbittlichen Gläubiger verfolgt, der einen Verhaftbefehl gegen ihn erwirkt und ihn in ſeiner Grauſamkeit zeitlebens würde ſitzen laſſen; daher ſeine außerordentliche Anſtrengung, einer ſolchen Gefahr zu entgehen. Er fleht das Mitleid an, und es iſt ſchon da, wo man ſeiner Fabel glaubt. Man gibt ihm einen alten Rock, und den Lumpen vertrauend, die ihn un⸗ kenntlich machen, läuft er geradezu durch das Volk und die Polizeiſoldaten.
Dieſe, die mehre ihrer Cameraden bei der fruchtlo⸗ ſen Belagerung haben fallen ſehen, ſind wüthend und verſchwören ſich, ihr Alles daran zu ſetzen, um den furchtbaren Feind einzufangen. Die Gelegenheit ſcheint wieder da. Sie erfahren, daß Cartouche ſich bei einer ſeiner Maitreſſen befinde. Man kannte die ganze Loca⸗
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