Zeitschriftenband 
13 (1848)
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430 Cartouche.

100,000 Livres in Gold. Damit ging er zu einem

großen Banquier, deponirte dieſelben und erbat ſich ei⸗ nen Wechſel auf die gleiche Summe nach Lyon, da Einer ſeiner Freunde, den er mitgebracht, dahin reiſe und dort dieſer Summe bedürfe. Er bat aber den Avisbrief auf der Stelle vorauszuſenden, damit der Freund, der noch in der Stunde abreiſe, das Geld ohne Umſtände dort fände. Noch im Comptoir des Banquiers nahm er von dem Freunde Abſchied und ließ demſelben den Wechſel aushändigen. Der Freund, natürlich ein ausgekleideter Diener, brachte, ſtatt nach Lyon zu reiſen, ſeinem Herrn den Wechſel, welcher ihn ſo geſchickt copirte, daß ein Dritter an keine Täuſchung glauben konnte, und ließ einen andern Vertrauten damit nach Lyon reiſen. Am ſelben Abende brachte er aber dem Banquier den echten Wechſel zurück, mit dem Erſuchen, das Geſchäft gegen den üblichen Verluſt rückgängig zu machen, indem an⸗ dere Verhältniſſe die Lyoner Reiſe verhindert hätten. Er erhielt ſeine 100,000 Livres in Paris zurück, während ſein Vertrauter ſich in Lyon dieſelbe Summe auszahlen ließ.

Ein junger Seigneur wollte ſeine Einrichtung in Paris machen. Cartouche läßt ihn wiſſen, daß er ein eleganteſtes Ameublement, im Einkaufspreis 170,000 Francs werth, ihm für baare 80,000 Francs überlaſſen könne. Der junge Mann geht darauf ein, er will es ſehen; er wird in das Haus geführt, muß aber zu ſei⸗ ner Verwunderung aus dem erſten Stock, wo er es ver muthet, bis in den fünften ſteigen. Man hat es dort⸗ hin geſchafft, der theuern Miethe wegen. Kaum iſt e in ein elendes Zimmer mit ſchlechtem Gerümpel einge⸗ treten, als ihm zwei Banditen mit gezückten Dolchen entgegen ſpringen. Auch ſeine Begleiter, welche die Thür hinter ihm zugeſchlagen, zücken ihre Meſſer. Den⸗