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Cartouche. 429
Zuſammenhang, ihre Anführer. Wenn man auch Ein⸗ zelne auf der That ertappte und fing, ſetzten ſie der Po⸗ lizei und Juſtiz ein beharrliches Läugnen über ihre Com⸗ plicen entgegen. Man verdoppelte die Poſten der gehei⸗ men Polizei, man bezahlte die Soldaten mit 30 Sous den Tag, man ſetzte Belohnungen aus; man verordnete, daß alle Herumſtreicher, welche keine beſtimmte Beſchäf⸗ tigung nachweiſen konnten, Paris verlaſſen ſollten; man verbot den Waffenſchmieden und Händlern, Waffen zu verkaufen ohne ſchriftlichen Befehl des Provöt der Kauf⸗ leute; man legte auf alle Waffen bei den Trödlern Be⸗ ſchlag. Alles vergeblich.
Bei der Bande befand ſich ein Jude, Joſeph Lami, der einen andern Juden erſtochen und ſeine Frau zum Weibe genommen, eine Perſon, die das Abſchwören ih⸗ res Glaubens als Geſchäft betrieb und außerdem ſich mehrmals, an verſchiedenen Orten, verheirathet hatte. Er war ein Stolz der Bande. Er mit Mehren wurde auf handhafter That ergriffen, aber weder die Qualen der Folter, noch ſelbſt, als er verurtheilt war, konnte der Anblick des Rades ihm ein Geſtändniß erpreſſen. Sie ſtarben ſchweigend, weil ſie geſchwonen hatten, ihren Hauptmann nie mit Namen zu nennen.
Endlich fand ſich ſpäter ein Mitglied der Bande, das auf der Folterbank Cartouche's Namen ausſprach. Nun hatte die Polizei einen Namen, ſie hatte ſich auch— wie, hören wir nicht— ſein Bild verſchafft, ſie ſchickte es umher an alle Marechauſſeen in Frankreich, ſie ſetzte auf ſeine Arretirung 2000 Livres als Preis, aber was half ihr der Name und das Portrait, der Mann ſelbſt lachte ihrer Nachforſchungen.
Während der Preis auf ſeinem Kopfe ſtand, überließ er ſich den verwegenſten Speculationen. Er beſaß grade


