Zeitschriftenband 
13 (1848)
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428 Cartouche.

ließ, ehe ſie ihr Haus erreichten, überfallen, durch 3

Schläge mit bleiausgegoſſenen Stöcken betäubt oder mit Pechpflaſtern blind und taub gemacht und dann beraubt.

Auch die Londſtraßen um Paris waren nicht mehr ſicher. Einbrüche in die Schlöſſer des Adels, Anfälle auf die Diligencen, bei denen gewöhnlich zuerſt die Po⸗ ſtillone durch einen Piſtolenſchuß als Opfer fielen, häufig auch die Reiſenden, welche ſich zu vertheidigen wagten ihr Leben laſſen mußten.

Ein Mal kam es Cartouche in den Sinn, in etwas ritterlicher Art einen ſolchen Angriff zu wagen. Nur mit einem ſeiner Officiere ſprengte er an die Diligence. Er ſchoß den Poſtillon nicht nieder, er beleidigte Keinen aus der Geſellſchaft. Seine Drohung, vielleicht ſchon ſein Bittee genügte, daß man ihm die ganze Baarſchaft nebſt den Pretioſen aushändigte. Sie ſprengten darauf im Galopp davon. Die Beute war bedeutend, einige Lieues davon gereute es ſchon Cartouche, dieſelbe mit ſeinem Lieutenant theilen zu ſollen, und er jagte ihm eine Kugel durch den Kopf. Das dort geſparte Blut ſollte doch nachträglich vergoſſen werden. An anderem Orte wird uns geſagt, daß Jeder von der Bande, in unverbrüchlichſtem Gehorſam, ſeine Beute ſtets zur All⸗ gemeintheilung ausgeliefert habe, worüber uns ein Zweifel beſchleicht. Ob aber, wenn es ſo war, nach Cartouche's Verfaſſung, er ſelbſt über dieſe Beſtimmung hinaus war? Das Recht, ſeinen Lieutenant zu tödten, ſtand ihm verfaſſungsmäßig zu.

Der Schrecken, die Unzufriedenheit, der Scandal war zu groß, als daß nicht die Polizei endlich alle Mit⸗ tel anwandte, um dieſer Bande auf die Spur zu kom⸗ men. Was den moraliſchen Schrecken vermehrte, war aber die völlige Ungewißheit über ihre Größe, ihren

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