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Cartouche. 427
wirklichen Hände in die Taſchen der Nachbarn, oder lös— ten Ketten, Geſchmeide und zogen Uhren aus. Kein Ort, wo Viele zuſammenkamen, war ſicher, und der Schrecken darüber wurde ein paniſcher durch die Stadt.
Indeſſen entſprach die Ausbeute und der Theilungs⸗ antheil doch nicht den Erwartungen. Von dem Brutto⸗ gewinn ging zu viel ab für die Spione, beſonders die⸗ jenigen, welche man unter den Polizeiſoldaten ſelbſt ge⸗ wonnen und geworben hatte; für die Künſtler und Hand⸗ werker, welche den geſtohlnen Sachen in der Schnelle eine andere Geſtalt geben mußten, oder für von ihnen angefertigte Geräthſchaften; für die Hehler, Herbergs⸗ miethe, deren ſie faſt in jeder Straße hatten; für die gefälligen Frauen, welche die Fremden anlockten und ihnen verriethen. Endlich koſtete die Unterhaltung der Truppe ſelbſt täglich ein Beträchtliches; denn Jeder ſcheint außer der Dividende Diäten erhalten zu haben. Jene fielen aber ſo klein aus, oder es kam vielmehr gar nicht zur Dividende, dergeſtalt, daß man ſich nach neuen außerordertlichen Mitteln umſah.
Da war Law aufgetreten mit ſeinen Banknoten; in der Rue Quincampoix war ſein Bankbureau aufgeſchla⸗ gen, und die Reichen aus Paris und ganz Frankreich ſtürzten dahin, um für ihr Silber Papierbillets einzu⸗ tauſchen. Cartouche hegte gar keinen Zweifel über den Werth dieſer Banknoten, er beſtrebte ſich vielmehr ſo viele derſelben an ſich zu bringen, als ihm möglich war, woran er von ſeinem Standpunkte aus ganz recht that, da er ſie nicht im Kaſten liegen ließ, ſondern den näch⸗ ſen Tag ſchon ausgab. Er umſtellte daher alle Zugänge ur Straße Quincampoir mit ſeinen Leuten'und ließ lle Herauskommende verfolgen. Viele derſelben wur⸗ den an einſamen Paſſagen und wo es ſich irgend thun


