Zeitschriftenband 
13 (1848)
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Der Leuenmord in Luzern. 13

Luzerner am 1. April aus der Stadt endete der Krieg. Leu kam auch diesmal nicht dazu, Lorberen einzuernten; nur bei der Verfolgung der Flichenden war er thätig. Die Luzerner rühmen ſich, daß mehr als 2000 gefangene Feinde der Großmuth des luzerner Landſturms ihr Le⸗ ben verdankten, während die Freiſcharen doch mit den allerblutigſten Abſichten den Angriff begonnen; ſo hätten nach einem Verzeichniß 46 Pfaffen aufgeknüpft werden ſollen! Welche Anſchuldigungen umgekehrt ſeitens der Liberalen über die Grauſamkeit der luzerner Jeſuiten⸗ freunde, und ausgeübt grade bei dieſer blutigen Verfol⸗ gung, erhoben wurden, iſt bekannt. Wer mißt das ab2 Dr. Robert Steiger, geiſtig der eigentliche Anführer der luzerner Flüchtlinge, ward gefangen. Als das Volk ſeine Hinrichtung verlangte(d. h. die ſiegende Landpartei), ſagte Leu:Machet ihn unſchädlich, aber tödtet keinen Gefangenen! Zu Steigers eigenen Kin⸗ dern ſagte er, ſie ſollten beruhigt ſein, ſie würden ihren Vater wieder bekommen. Steiger ward durch die An⸗ ſtrengungen ſeiner Freunde und die Beihülfe dreier Land⸗ jäger befreit, zum Jubel der liberalen Schweiz, die das Schwert an einem Haar über ſeinem Haupte ſchweben zu ſehen glaubte. Luzernerſeits ward verſichert, daßnie von einer unmenſchlichen Behandlung die Rede geweſen wäre, es hätte nur in Abſicht geſtanden, ihn nach Ita⸗ lien zu verbannen.

Das war Joſeph Leu's politiſche Thätigkeit.Das Volk verlor in ihm ſeinen treuſten Vorfechter. Als Menſch, heißt es, verloren, die ihm nahe ſtanden, noch mehr. Die Zinſen ſeines großen Vermögens hatte er den Armen gewidmet. Für den Zuſtand der Armen im Allgemeinen, d. h. in Bezug auf ſeinen Diſtrict, hatte er durch Errichtung einer Waiſenanſtalt geſorgt. Da⸗