12 Der Leuenmord in Fuzern.
ſondern nur für ſein Recht, den Väterglauben mit der Anſtellung eines Ordens ſeiner Kirche vertheidigen zu dürfen.“ Leu ward Landſturmanführer; er hatte keine Bildung als Offizier, das Militairweſen war ihm fremd: „wer ihn aber, den Sponton in der kräftigen Mannes⸗ fauſt, mit dem hellen, ſcharfen Auge und dem frohmü⸗
thigen Benehmen erblickte und ſeine Schar auf der
Straße laut und feſt den Roſenkranz beten hörte, dem vergegenwärtigte ſich eine jener unüberwindlichen Glau⸗ bensſcharen glorwürdiger Zeiten“. Es kam nicht zum Kampf; die Freiſcharen waren ſchon auf der Flucht. Er zog unter dem Jubel ſeiner Partei in Luzern ein. Leu verlangte ſchnelle Juſtiz gegen die Schuldigſten, Am⸗ neſtie für die Uebrigen. Man war aber gegen jedes Ausnahmsverfahren, gegen Specialgerichte und daher zu dem gewöhnlichen langen Proteßverfahren genöthigt. Mag
auch nur Klugheit dieſes Verfahren eingegeben haben, die
Thatſache, daß man ſich zu keinem andern, raſchern hin⸗
reißen ließ, gereicht der luzerner Regierung nicht zur Unehre.
Da brach der zweite Freiſcharenkrieg im April 1845
los. Die wohl combinirten Bewegungen der Freiſcharen
ſcheiterten, wie luzernerſeits behauptet wird, weil die Zuzüger aus dem Canton ſelbſt ausblieben, welche von den Aufrührern(den Exilirten: Steiger, Bühler und Baumann) beſtimmt in Ausſicht geſtellt waren. Beſon⸗ ders aber weil der Aufſtand in der Stadt, auf den man gerechnet, unterblieb. Hauptmann Coraggioni habe ſich in verſchloſſenen Zimmern von Kaffeehäuſern verkrochen. „Es war eine traurige Lection für die verleiteten Aargauer, Baſellandſchafter und Berner“, lautet die verhöhnende Anklage der Luzerner,„daß die Koryphäen des Radica⸗ lismus ſie ſo zu täuſchen gewußt.“ Mit dem Ausfall der


