Zeitschriftenband 
13 (1848)
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8 Der Leuenmord in Luzern.

zu vermeiden, gingen die rechtſchaffenen Männer aus⸗ einander. Der Radicalismus ſiegte ſo weit:daß der proteſtantiſch geborne Fröbel ein Erziehungsinſtitut in Williſau errichten durfte! Da Niemand den Muth hatte, die wahren Intereſſen des Cantons Luzern zu ver⸗ theidigen, machte Leu der öffentlichen Meinung Luft und brachte die Proteſtation des PVolkes vor die Regie⸗ rung. Die Regierung nannte das Intoleranz.

Wir übergehen die weiteren politiſchen Ereigniſſe, in denen Leu ſeine Rolle ſpielte mit immer ſteigender Be⸗ deutung, das Siebener-Concordat der liberalen Cantone (uf Antrag des Schultheiß Amrhyn, Eduard Pfyffers, Kaſimir Pfyffers), die Annahme deſſelben ex post ſei⸗ tens des großen Rathes von Luzern, die Proteſtation dagegen, wo Joſeph Leu wieder an die Spitze trat, den öffentlichen Verweis, den er darauf erhielt. Kurz ant⸗ wortete er:Meine Herren, es würde mich nicht freuen, wenn ich euch je gefallen hätte. Darauf wurde er mit ſeinen Freunden aus der Liſte der Rathsherren geſtrichen. Murren, Widerſetzlichkeit. Leu und der mit ihm prote⸗ ſtirende Dr. Scherer wurden zur Unterſuchung gezo⸗ gen. Sie proteſtirten gegen den Präſidenten des großen Rathes, Dr. Kaſimir Pfyffer, weil er Kläger und Rich⸗ ter in einer Perſon ſei. Verurtheilt zu 100 Franken Buße, zahlte er nicht, ſondern ließ ſich einen Ochſen bei der Execution aus dem Stalle nehmen und bewir⸗ thete bei der Verſteigerung die Licitanten mit Moſt und Kuchen. Nun erſt ward Leu ein Mann des Volkes.

Die neue Bundesurkunde zur Centraliſirung der Schweiz kam 1833 in Antrag. Leu und die Seinen ſahen darin nur einen Sieg des Radicalismus und den Untergang der ganzen ſchweizeriſchen Eigenthümlichkeit. Sie bete⸗ ten; am Schutzengelſonntag erhob ſich aber ein Geßler⸗

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