Zeitschriftenband 
13 (1848)
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Der Leuenmord in Luzern. 7

entgegen, gewiſſe aufgehobene Ceremonien beibehalten wurden.

Die Ehrenfeſtigkeit ſeines Charakters und ſein ſtar⸗ res Feſthalten am Alten hatten ihm unter ſeinen Gleich⸗ geſinnten einen ſolchen Ruf erworben, daß der 21jäh⸗ rige Jüngling 1831 in den geſetzgebenden Körper ge⸗ wählt wurde, welcher behufs der Reviſion der Verfaſ⸗ ſung zuſammentrat! Hier trat der Bauernſohn gegen die Beredtſamkeit der Advocaten auf und empört überden Terrorismus des ſogenannten Culturvereins, welcher die Regierung leite und auch den geſetzgebenden Körper zu leiten verſuche, trat er ſelbſt mit Anträgen zu Verfaſſungsreformen auf, die, uns nicht verſtändlich, auch den Lobrednern ſeiner Partei ſelbſt unklar ſein mochten, aber dochdie redlichſte Abſicht verriethen, eine Volksdemokratie zu begründen, die ihm als die vollkommenſte Verfaſſung erſchien.

Seine Anträge gingen nicht durch. Er ſchrieb darauf in Verbindung mit dem ſpätern Regierungs⸗ rathe Koſteine Verſammlung rechtſchaffener Män⸗ ner nach Sempach aus. Aber zu den 60 recht⸗ ſchaffenen Männern, welche ſich, anſcheinend zu Fuß, eingeſtellt hatten, kamen in Chaiſen und Chaischen Ganz und Halbherren, die Culturmänner, 1300 1500 an Zahl, an ihrer Spitze die Führer der Libera⸗ len: Bühler, Baumann, Steiger. Lärm, Piſto⸗ len, Dolche, Stilete; die rechtſchaffenen Männer mußten

in eine Kirche flüchten, um zu berathen. Sie kamen auch dort nicht zu Worte. Die Culturmänner erklärten ſchon damals den Bürgerkrieg, wenn man nicht nach⸗ gebe und ſich nicht unterwerfe.

Leu kannte das Volk damals noch nicht und das Volk ſeinen Leu noch nicht; um Blut und Gewaltthaten