Zeitschriftenband 
13 (1848)
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Der Leuenmord in Luzern. 5 ſterei die Thür öffnen; in dieſem Sinne habe man die Anlegung von Erziehungsinſtituten ſogar von Proteſtan⸗ ten zugelaſſen, wo die alte Sitte und der alte Glaube im Keim ſchon in der Jugend erſtickt werde u. ſ. w. Hinter dieſem Aushängeſchilde der Entrüſtung kommt aber ein materieller Grund zum Vorſchein, die Oppoſi⸗ tion der Landgemeinden gegen die ſtädtiſchen Ariſtokra⸗ ten. Die Liberalen erſcheinen zum großen Theil den gebildeten Ständen in den Städten angehörig. Die Landgemeinden, zurückgeſetzt, empfinden ſchwer den Druck, und noch dazu einen ihnen unverſtändlichen; die Ariſto⸗ ratie der Bildung wird von den Maſſen nur ruhig hin⸗ genommen, wo die Maſſen überhaupt im Zuſtande der Unterdrückung ſind. Die Ariſtokratie des Geiſtes er ſcheint ihnen da als ein Ableiter und Gegengift gegen die der Geburt und des Reichthums. Die luzerner Bauern waren im vollen Bewußtſein, daß ſie gleiche Rechte hatten mit den gebildeten Herren, daß ſie ebenſo reich wären, wo nicht noch reicher, kräftiger gewiß und beſſer ohne alle Widerrede, weil ſie im vollen or⸗ thodoren kirchlichen Glauben verharrt waren, und man wollte ſie bevormunden. So mögen die altſpaniſchen Patrioten die feinen Afranceſados angeſehen haben, die

ihnen eine Bildung einimpfen wollten, welche ſie als

falſch und ungeſund verſchmähten. Daß Afranceſados und die alten Patrioten zugleich untergegangen und beide Parteien in einer neuen Zeit aufgegangen ſind, iſt eine Lehre, welche von der Geſchichte nicht in der Schweiz allein, aber immer vergeblich gelehrt wird.

Die gläubige, getreue Bauerndemokratie erhob ſich gegen die ungläubige, feine Städterariſtokratie; von welchen perſönlichen Intriguen mitangeregt, von wel⸗ chen Männern im Hintergrunde geleitet, die entwe⸗