Zeitschriftenband 
13 (1848)
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Der Leuenmord in Luzern.

bung darf nicht gefodert werden, wo echte Aufklärung die Maſſen noch nicht durchdrungen hat und wo, in kleinern Gemeinden, auch der höher Gebildete durch per⸗ ſönliche Reibungen und Rückſichten, durch Furcht und Haß, in einem beſtändigen Zuſtande von Exaltation er⸗ halten wird. Iſt ſie doch vielleicht nur in großen durch⸗ gebildeten Staatsweſen zu ſuchen, wo vor der Macht der Idee alles Perſönliche als unendlich klein verſchwin⸗ det; wenn nicht etwa Gegner des modernen Staatswe⸗ ſens ſagen wollen, ſie ſei die Frucht der abgeblaßten Cultur, die Ertödtung alles urkräftig Menſchlichen, des Göttlichen in der Menſchennatur. Dies nur beiläufig vorausgeſchickt, um auch an dieſen Rechtsfall, wie an ſo manchen andern, nicht den exacten Leiſten des Pri⸗ vatrechts zu legen. Parteien bekämpften ſich und in⸗ dem die ſiegende das vae victis! ſchrie, dehnte ſie und preßte zuſammen je nach Belieben die alten Rechtsfor⸗ meln, widerſpenſtige Beſiegte zu erdrücken. Was Wun⸗ der, wenn dieſe in der Wuth der Verzweiflung Stöße führten, wodurch nicht nur die Formeln, ſondern auch das Recht ſelbſt verwundet ward!

Die Tyrannei der Liberalen in Luzern iſt wahrſchein⸗ lich nicht ſo groß geweſen, als die der Conſervativen nach ihr es war, aber ſie verletzte nicht weniger das Gefühl. Die katholiſche Kirche ward in Gefahr erklärt (mit Recht oder Unrecht, laſſen wir unbeurtheilt; noch wenigſtens war kein Strauß nach Luzern berufen, und die Anſchuldigung aus des Verhörrichters Ammann Munde, daß die liberale Regierung eine Lauigkeit im Chriſten⸗ thum begünſtigt und ſich mit dem bloßen Anſtandsbe⸗ ſuche der Kirchen begnügt, klingt doch wenigſtens heut nicht mehr als ein politiſches Verbrechen), man wolle die Schule von der Kirche emancipiren und der Freigei⸗

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