2 Der Leuenmord in Luzern.
einfach, wie er es von Jugend auf gewohnt war. In alter Weiſe gaſtfrei gegen Jeden, war er es in Sonderheit gegen die Armen; wer um Hülfe anſprach, den nahm er auf, ohne nach Ausweisſchriften zu fragen. Ja er wollte, als es ihm gerathen ward, keinen Hund anſchaffen; weil ein ſchlechter ihm nichts nütze, ein guter aber die Armen werde anfahren. In ſeinem Hauſe war kein geladenes Gewehr zu finden. Wenn ein Feind ſich heranwage, meinte der ſtarke Joſeph Leu, müſſe man„von Hand
mit ihm fertig werden“. In ſeiner Hausthüre fehlte ſo⸗
gar der Schlüſſel; ſie ward nur mit einem Riegel ge⸗ ſchloſſen.
Geboren 1800, in demſelben Monat Juli, wo er ſeinen blutigen Tod fand, ging er mit dem Jahrhundert in der Zahl der Jahre, nicht in den Anſichten fort. Erzogen von ſeinen Eltern zum Bauer und frommen katholiſchen Chriſten, blieb er, in ſchlichter Geſinnung, ſeinem Stande und Glauben treu. Als er Gefahr für den letztern und Beeinträchtigung der Rechte des erſte⸗ ren in dem Regimente der Liberalen zu erblicken glaubte,
ward er ein Staatsmann, d. h. ein Agitator unter dem
Landvolke gegen die ſtädtiſchen Liberalen oder Ariſtokraten.
Es liegt außer dem Raume und außer der Aufgabe unſeres Werkes, den Zuſtand der Parteien in der Schweiz bei dieſer Gelegenheit zu ſchildern; eine für den Frem⸗ den um ſo ſchwierigere Aufgabe, als die für andere Staaten, welche durch das Medium der Monarchie zur modernen Freiheit gelangt ſind, gültigen Wortbezeichnun⸗ gen in den ſchweizer Parteiwirren nicht ausreichen, oft auch einen ganz andern Sinn hinter ſich haben. Schwie⸗ riger wird die Aufgabe, weil bei der vorherrſchenden
Gährung aus der Schweiz ſelbſt keine parteiloſe Dar⸗
ſtellung uns zu Hülfe kommt. Als die monarchiſch con⸗
ſetvat ſervat dem e detbe Irtth gen,
den f unve mini radic noch verd ligis ſi
und
„—
in t das
gen eini in rick alte ger derr bele der
het mei Unt der
in
Pr


