Jahrgang 
1857
Seite
638
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Bilder aus den

deutſchen Gauen.

IV. Das Eſſaß.

Von Alb

ert Grün. II.

(Fortſetzung.*)

4 Aenazasggemnmuma . i oſſcſüſſitunyt

Kirche vo

Auch jetzt fehlt am grünen Thore, deſſen Außenſeite eine chriſttragende Marie, ein Heiliger mit und einer ohne Kopf zieren, derOpferſtock Zum unterhalt der Kapel nicht. Unweit der vier Bänke zum Sitzen und Knieen liegt im Vorhofe, aus dem man auf die Trümmer von Hohbarr ſieht, der Grabſtein eines Herrn von Beſing, 1651, mit der Inſchrift:Got wole deren Selin gnedig ſein. Am. und drüber ſteht auf einem Felsvorſprunge die putzigſte Skulptur⸗ arbeit, die Sterbliche antreffen können: eine marienhaft ge⸗ haltene Madam, die auf dem einen Arme ein ſplitternacktes

*) Siehdj den Anfang in Nr. 42 u. 43.

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n Ueuweiler.

Büblein, auf dem andern eine bis an die Zähne alamodiſch geputzte Mamſell trägt. Nun erklär' mir, Oerindur! Vor Zeiten wohnte hier ein Einſiedler, der aber nicht in der Höhle, ſondern auf derſelben in einer Kapelle Gottes⸗ dienſt hielt, die jetzt durch ein Bauernhaus erſetzt iſt. Die paar Schritte hinaufzugehen, laſſe ſich Niemand verdrießen, denn die würzig friſche Luft, der Blick auf die Berge, Wälder und Burgen, die Ebene links und die Schlucht zu unſern Füßen befriedigt ſchon dadurch, daß man ſich außerhalb des heißen haſtigen Treibens der Alltagswelt fühlt, deren Kräfte, wie jene vier Bahnſchienen drunten, mit Windeseile neben einander hinſchießen, ſich ein Ziel abzujagen, das ſtets doch