Jahrgang 
1857
Seite
571
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Durch alle Buchhandlungen und Poſtämter für 12 ½ Ngr. vierteljährlich zu beziehen.

Inbalt: Des Malers Töchterlein. Skizzenblatt von Eliſe Polko. E. A. Ro ßmäßler, der naturwiſſenſchaftliche Volksſchriftſteller. Von H. P. V Volkswirthſchaftliche Skizzen. Von Sch ulze⸗Delitzſch. VII. Die neue Champagnerfabrik in Freiburg a. d. U. Von Guſtav N aſch.

Aus der Krankenſtube. IV. Kinderkrankheiten. Zur Illuſtrgtion deutſcher Reſidenz⸗Philiſterei. Aus dem Weltleben. Was beliebt: Erfolg⸗ ſefigteit der chriſtlichen Miſſionare in Indien. Die Europäer in Öſtindien. Schmidt⸗Weißenfels über Alexander Dumas. Der preußiſche hronwechſel.

Des Malers Tüchterlein.

Skizzenblatt von Eliſe Polko.

In dem ernſten Augsburg mit ſeinem prächtigen Dom, ſſeinen vielen Kirchen und wunderlichen Dächern und Chör⸗ lein, lebte einſtmals, am Ende des 16. Jahrhunderts, ein

Namen. Große zeitliche Güter hatte er ſich nicht erworben, trotz aller Arbeit, aber das kümmerte ihn nicht; herzlich

zufrieden wohnte er mit ſeinem Weibe Gertraud in ſeinem

ſchmalen niedern Hauſe unweit des Doms. Hart neben dder Hausthür ſtand eine ſchöne Ulme, die warf ihren tiefen Scchatten weit hin, und eine Holzbank ſtand darunter, die hatte ſich der Maler eigenhändig gezimmert, weshalb er auch an den Feierabenden mit ganz beſonderem Stolz da⸗

rauf Platz zu nehmen pflegte. Seine Ehefrau war früher

ddas ſchönſte Mägdlein in Nürnberg geweſen, allwo der V Maler ſie ſich gewonnen, als er auf der Wanderſchaft da⸗ ſelbſt ein Jahr verweilt, um in dieſer berühmten Vater⸗ ſtadt Dürers und ſeines Lehrers Wohlgemuth, zu lernen. Da aber Gertraud eben ſo arm war als ſchön, und V Nürnbergs in Bildern und Kunſtwerken ſattgeſ ehen, auch ohne einen Batzen in dem Säckel nach Augsburg zurück

die Erwählte nun doch unmöglich als ſein Ehewe ib gleich mit heimführen konnte. Aber treu blieben ſie ſich doch,

Motto: Zu Augsburg ſteht ein ſchmales Haus Hart an dem hohen Dom. Juſt. Kerner.

das war dazumal ſo Sitte und Brauch unter den Liebes⸗

gar fleißiger und geſchickter Maler, Johannes Fiſcher mit

Johannes Fiſcher, nachdem er ſich an den Herrlichkeiten

leuten, und nach zehn Jahren geduldigen Hoffens und Harrens führte Johannes Fiſcher ſeine Gertraud als Hausfrau in das ſchmale Haus nahe am Dom. Ueppige Tage waren es zwar nicht, die nun über ihre Häupter da⸗ hinzogen, ſondern Tage der Arbeit und Mühe des tapfern Kämpfens und Ringens um des Lebens und Leibes Nah⸗ rung und Nothdurft, allein die Sonne der Liebe vergoldete ſie doch. Die einſtige Schönheit Gertraud's, von der die Thränen der bräutlichen Sehnſucht ſchon den feinſten Schmelz weggebeizt, ſchwand dahin, Runzeln kamen und allerlei ſcharfe Linien, der Glanz des Auges erloſch und von den Perlenzähnen blieb wenig genug noch übrig. Selbſt das einſt ſo volle braune Haar wurde dünn und durchzog ſich mit Silberfäden. Das wunderliche Weib bekümmerte ſich bitterlich darüber, und vergoß vor ihrem einzigen Spiegel gar viele Thränen. Es war umſonſt, daß ihr Eheherr ihr tagtäglich die Verſicherung gab, daß ſie ihm jetzt, als ſein getreues Weib und ſorgliche Schaff⸗ nerin viel tauſend Mal werther ſei, als ehedem: ſie be

trauerte den Verluſt ihrer Schönheit unabläſſig mit

pilgern mußte, ſo gab es großes Herzeleid, alldieweil er

Klagen und Seufzen. Die Frauen haben doch, ſelt⸗ ſamer Weiſe, zu allen Zeiten gar viel auf ein glattes Ge⸗

ſicht gehalten, und wo ſie heut zu Tage ein Fältchen und

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