Ende ihrer Wirkſamkeit.
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bar erreicht werden können. Selbſt die in manchen Fällen der Lungenſchwindſucht anwendbaren Einathmungen gewiſſer Dämpfe dringen ſchwerlich in den eigentlichen Krankheits⸗ heerd ein. ihrer Anwendung noch ſehr verſchiedene Anſichten.
Was dem Krankenpfleger, dem Laien zunächſt zufällt,
V
Ueberdies herrſchen über die Zweckdienlichkeit
dem Hingeſchiedenen des Lebens ſüße Gewohnheit vielleicht um eine Spanne Zeit verlängert und von ſeinem endlichen Todesgange manchen Wermuthstropfen ferngehalten zu haben....
„Das unglückliche Kind iſt immer das einzige!“ Un⸗
willkührlich erinnert man ſich dieſes eben ſo ſchönen, als
das iſt die Unterſtützung der ärztlichen Bemühungen in der
möglichſten Abhaltung anerkannter Schädlichkeiten. Unter dieſen ſtehen bei allen Tuberkelkrankheiten, und ſpeciell bei
der Lungentuberkuloſe, plötzliche Temperaturveränderungen,
alle Extreme der Hitze und Kälte obenan. Gleichmäßige, keineswegs zu hohe Wärme der Wohn- und Schlafräume
des Kranken, deren Luft rein und durch aufgeſtellte Schaalen
mit Waſſer zugleich etwas feucht erhalten wird, iſt ſonach eine ſelbſtverſtändliche Maßregel. Auch der ſo oft ange⸗ rathene Aufenthalt des Tuberkulöſen in einem Kuhſtall hat keinen andern Zweck oder doch keinen
Einathmung einer feuchtwarmen, gleichmäßigen Luft. Doch wäre es ſehr falſch, den Kranken, ſolang er ſich noch kräftig und disponirt zum Ausgehen fühlt, an die Stube feſſeln zu wollen. Im Gegentheil erweiſt ſich mäßige, nicht er— müdende Bewegung in freier Luft bei Wetters und der Jahreszeit ſelbſt noch in ſpäteren Stadien, wenn nicht als direkt heilſam, doch als wohlthuend, er⸗ friſchend, aufheiternd. Nur ſcharfer Nordoſtwind wirkt in allen Krankheitsepochen übel reizend auf die Lungen. Da aber die bei dieſem Winde gewöhnlich herrſchende Beſchaffen heit der Atmoſphäre(außer im Winter) auf den übrigen Organismus einen auregenden und erquickenden Einfluß übt, ſo würde in dieſem Falle, wie überhaupt bei windigem
und kaltem Wetter, der ſehr einfache„Reſpirator“ angezeigt
ſein, welcher durch ein feines Drahtgitter vor dem Munde die beim Einathmen einſtrömende Luft erwärmt. Ob und wie die neuerdings öfters empfohlene Verſtärkung des atmo⸗ ſphäriſchen Luftdruckes in Anwendung gebracht werden könne, muß in jedem einzelnen Falle von dem Ermeſſen des Arztes abhängig gemacht werden. Damit fällt auch die ſchon früher beiläufig erwähnte Veränderung des Wohnortes, reſp. des Klimas zuſammen. Allgemeine, abſtracte Regeln reichen hierbei abſolut nicht aus, es handelt ſich um genaue Individualiſirung des Falles und der, wenn auch nur atmo⸗ ſphäriſchen, Heilmittel, welche der Arzt allein bemeſſen darf.
Die Nahrung des Erkrankten muß gleichzeitig leicht ver⸗ daulich und nahrhaft ſein. Molken, Eſels- oder Ziegen⸗ milch, Cacao, Bouillon, nährende Biere eignen ſich vorzugs⸗ weiſe zum Getränk; gutgereifte Früchte und namentlich Weintrauben ſind nur in ſeltenen Fällen zu verſagen; ge⸗ ſalzenes Fleiſch, Häring, Auſtern u. dgl. können unter den conſiſtenteren Speiſen ein Hauptbeſtandtheil bilden.—
Mit dieſen geringen diätetiſchen Nachhülfen und Auf⸗ merkſamkeiten ſteht aber die häusliche Pflege keineswegs am Vornämlich hat ſie vielmehr auch Seite des Kranken im Auge zu halten und fortwährend zu bedenken, daß deſſen Reizbarkeit ſehr erhöht iſt. Schonung ohne Verzärtelung, Milde ohne Verweichlichung, Erleichterung des Lebens, ohne vollſtän⸗ dige Enthebung von deſſen Geſchäften, Abſchwächung der fremden Einflüſſe ohne Abſchließung gegen die Außenwelt — das iſt in Bezug auf den Leidenden die ſchwere, für den einzelnen Fall gar nicht beſtimmbare Aufgabe ſeiner Um⸗ gebungen. Leider wird freilich in den meiſten Fällen vor⸗ geſchrittener Tuberkuloſe dieſe Sorgfalt für die Eubiotik nicht viel anderes ſein, als die Vorbereitung der Euthanaſie. Den Ueberlebenden bleibt aber dann das ſchöne Bewußtſein,
die gemüthliche
andern Effect, als die
nur einiger Gunſt des
wahren Dichterwortes recht häufig, wenn man in einer Familie die kummervolle Aengſtlichkeit beobachtet, womit dasjenige ihrer Glieder umgeben wird, deſſen Geſtalt und Weſen dem Argwohne Nahrung giebt, daß in ihm be⸗ reits die Anfänge der Tuberkuloſe ſchlummern oder doch herandrohen. Dennoch verſtärkt gerad oftmals dieſe Ueber⸗ ängſtlichkeit mit allzugroßer Verweichlichung und übermäßiger Schonung die Neigung des zarten und reizbaren Pflegebe⸗ fohlenen zu Erkältungen, Erkrankungen und damit zur Entwickelung des gefürchteten Leidens. Freilich ſind, um der Tuberkuloſe nach Menſchenmöglichkeit vorzubeugen, ſehr widerſpruchvolle Indicationen zu vermitteln. Denn einer⸗ ſeits muß Körper und Geiſt allerdings mit beſonderer Scho⸗ nung behandelt und vor ſchwerer Anſtrengung bewahrt, andererſeits aber geübt, in Thätigkeit erhalten, unempfind⸗ lich gemacht werden. Im Allgemeinen erſcheint nun eine allzudelicate Erziehung keineswegs günſtig. Gerad die zarte, tuberkulöſer Geneigtheit verdächtige Conſtitution des jugendlichen Körpers verlangt eine mäßig abhärtende Be⸗ handlung. Kalte Waſchungen und Bäder gehören neben ſorgſam geleiteten gymnaſtiſchen Uebungen zu jenen Gewohn⸗ heiten, welche in der Prophylaxis der Tuberkuloſe eine oberſte Stellung einnehmen. Dazu fügen ſich, wenn na⸗ mentlich„eine ſchwache Bruſt“ befürchtet wird, mit unbe⸗ ſtrittenem Nutzen methodiſch tiefe Inſpirationen.
Dieſe können überhaupt nicht lebhaft genug empfohlen werden. Denn die meiſten Menſchen haben die ſchlechte Gewohnheit, zwar viel öfter und raſcher als nöthig, aber dafür deſto oberflächlicher aus- und einzuathmen. Während Jedermann weiß, daß alle Organe nur durch Uebung in vollſtändiger Ausbildung und Energie erhalten werden, denkt in Bezug auf die Lungen gewöhnlich Niemand daran. Kommt nun plötzlich eine Anſtrengung, welche die Energie der Lungenthätigkeit vollſtändig in Anſpruch nimmt, ſo ſollen dennoch dieſe edelſten Organe, von denen die Beſchaffenheit des Lebensblutes(Arterienblut) zunächſt abhängt, zu den außerordentlichſten Leiſtungen und Anſtrengungen bereit ſein. Kann es verwundern, wenn bei und nach ſolchen plötzlichen Strapatzen Congeſtionen, Blutüberfülle, entzündliche Zu⸗ ſtände der Lungen eintreten? Man nehme nur methodiſche Ein- und Ausathmungen, d. h. tief und langſam, auf dem Bett oder Sopha liegend vor; und wer daran nicht gewöhnt iſt, wird ſehr bald Congeſtionen nach dem Kopfe verſpüren. Aber man laſſe ſich dadurch nicht abhalten, au jedem Tage, am beſten beim Schlafengehen, dieſelben Inſpirationen zu machen. Bald verſchwindet der zuerſt gefühlte Andrang des Blutes, ein angenehmes Wärmegefühl durchſtrömt die Bruſt, ſowie den Leib; und nebenbei giebt es kaum einen beſſern Schlaftrunk, als die methodiſch tief ein- und ausge⸗ athmete Luft eines kühlen, doch nicht zu kalten Schlaf⸗ zimmers.
Doch kehren wir wieder zur Prophylaxis der Tuber⸗ kuloſe zurück. Wenn die oben berührke Vermittlung von Schonung und Uebung, Abhärtung und Behütung des Kör⸗ pers gelingt, ſo liegt in ihr wenigſtens ein ſtarkes Abwehr⸗ mittel gegen die weitere Entwicklung der tuberkulöſen Dis⸗ poſition. Allein man darf nicht vergeſſen, daß der Feind fortwährend an den Pforten des Organismus lauert. Da⸗


