jenes vorzüglich gelungenen grauen Coaksroheiſens 1000 Thaler Prämie und die große ſilberne Preismedaille zuer⸗ kannt. Auf der Altenburger Ausſtellung 1848 erhielt die Marienhütte die ſilberne Preismedaille für die Erzeugung der Eiſenbahnſchienen; desgleichen 1850 auf der Leipziger Ausſtellung die goldne Preismedaille für eine ganz vor⸗ zügliche Qualität von Guß⸗ und Walzeiſen und 1854 auf der Münchner Ausſtellung die große goldene Preismedaille
für weitere Verbeſſerungen im Fache des Eiſengewerbes.
Bis Ende Juni 1851 erwarben die Herren Georg Heinrich Wolf von Arnim und Henning von Arnim den größern Theil der Actien der ſächſiſchen Eiſencompagnie und führten mit
Firma:„von Arnim'ſche Berg⸗ und Hüttenverwaltung zu
Coaks in den Hohofen gelangen, welche Gattirung man die Möllerung heißt. 4. Eine Formerei und Gießerei mit 2 großen Cupolöfen, worinnen das Roheiſen umge⸗ ſchmolzen wird, um es in andere beſtimmte Formen zu brin⸗ gen. Alle nur mögliche Arten von Eiſengußwaaren, wie: diverſe Maſchinentheile, Dampfcylinder, Schienenwalzen, Gasröhren, Säulen, Gitterwerke, Koch- und Stubenöfen, Pfannen, Roſte und diverſe Ofentheile ꝛc. werden hier in ſolcher Vollendung gefertigt, daß dieſe Erzeugniſſe der großen Nachfrage noch nicht genügen, weßhalb von Jahr zu Jahr Er⸗ weiterungen bei dieſer Branche vorgenommen werden mußten.
Beim Cupolofenſchmelzen, der Formerei und Gießerei wer⸗ mehreren ſtill betheiligten früheren Actieninhabern unter der
Königin Marienhütte“ den Betrieb in ausgedehnteſter Weiſe
fort.—
Die gegenwärtigen Beſitzer dieſes Werkes ſind die beiden unmündigen Söhne und Erben des Herrn Kammerherrn Georg Heinrich Wolf von Arnim auf Schloß Planitz Alexander Bernhardt und Arno Archim, Gebrüder v. Arnim, in Vormundſchaft der Frau Kammerherrin Jſolde verwitt⸗ wete von Arnim, geborne Gräfin zur Lippe⸗Weißenfeld auf Schloß Planitz und Herr Friedrich Henning von Arnim auf dem Hauſe Kroſſen.
Die Hauptbranchen der Königin Marienhütte ſind: Verkockung der Steinkohlen, Roheiſenerzeugung, Gießerei, Walzwerksbetrieb, Maſchinen⸗Reparatur⸗Werkſtatt und Chamottziegelei. Demnach beſtehen die Haupterzeugniſſe in: Coaks, Roheiſen, Gußwaaren aller Art, Eiſenbahnſchienen, Bandagen oder Eiſenbahnwagenradreifen(Tyres), Laſchen und Platten und verſchiedenen Walzeiſen, Reparatur der gangbaren Maſchinen, Dampfkeſſel und Chamottziegel.
An Betriebslocalen beſitzt das Werk: 1. Eine Verkockungsanſtalt mit großem Cocksſchuppen und zwei Kohlenwäſchen, wo die abgehenden Flammen von 50. Coaksöfen ſeit 1850 ſechs Röſtofen und fünf Kalkofen und ſeit 1856 vier Ziegelbrennöfen und einen Dampfkeſſel feuern. Die Kockerei oder die Darſtellung der Coaks für die Hoh⸗ und Cupoloöfen wird theils aus gewaſchenen klaren Pechkohlen in Oefen, theils in Meilern aus Rußkohlenſtücken betrieben. 2 a. Zwei Hohofen(Arnim⸗ und Iſoldas⸗Ofen) mit Wiederhitzungsapparaten und Gichtenbahnen, in welchen die Eiſenerze mit Coaks geſchmolzen werden. Sie ſind 45 Fuß
den 130 Arbeiter beſchäftigt. Es ſind hier bereits einige Stücke bis zu 350 Centnern aus den Cupolöfen gegoſſen worden. Gegenwärtig werden durchſchnittlich pro Woche
über 600 Ctr. an Gußwaaren producirt, theils für den Ver⸗
kauf, theils für den eignen Bedarf. 5. Ein Schienen⸗ walzwerk mit 1 Dampfhammer, 30 Puddel⸗ und Schweiß⸗ öfen und 1 Zünderwäſche. Am 18. Juli 1848 wurde die
erſte ſächſiſche Eiſenbahnſchiene für die Sächſiſch⸗Bayriſche
600 Mann.
Beſtellung angefertigt werden.
Bei der Coakerei ſind 60 Arbeiter beſchäftigt. für die Gießerei ꝛc. hergeſtellt werden.
hoch, im Kohlenſack 12 Fuß weit und haben eine Gichtweite von 6 Fuß. Hierzu gehören auch noch: 2 b. Zwei Ge⸗
bläſedampfmaſchinengebäude mit zwei Keſſelhäuſern. Der 10,000 Fuder Eiſenſtein à Fuder 25 Kubikfuß; unter denen ſich jetzt noch bayerſche Eiſenerze befinden. Die Erze, aus denen das Marienhütter Roh⸗Eiſen producirt wird, ſind theils Roth⸗, theils Brauneiſenſtein, welche anderthalb bis zwei Stunden vom Werke entfernt, in den in der Umgegend von Stenn und Schönfels ꝛc. gelegenen Gruben„Neuge⸗
Staatseiſenbahn ausgewalzt, welcher ſpäter bedeutende Lie⸗ ferungen für die Leipzig⸗Dresdner und die ſächſiſch⸗böhmiſche Staatsbahn, ſowie für die königlich bayriſche Eiſenbahnbau⸗ Commiſſion und die Generaldirection der bayriſchen Ver⸗ kehrsanſtalten zu München nachfolgten. Gegenwärtig iſt die Königin Marienhütte auf mehrere Jahre hinaus mit Lieferung der Eiſenbahnſchienen nebſt Zubehör an Laſchen und Platten für ſämmtliche ſächſiſche Staatsbahnen ꝛc. be⸗ ſchäftigt. Das Walzwerk liefert wöchentlich über 5000 Ctur. an Eiſenbahnſchienen, Tyres und anderem Materialeiſen ꝛc. und arbeiten in ſeinen Betriebs⸗ und Nebenbranchen über 6. Eine Maſchinen⸗Reparatur⸗Werk⸗ ſtatt mit Keſſelſchmiede und 6 Schmiedefeuern, wo diverſe Maſchinen, eiſerne Brücken, Drehſcheiben, Dampfkeſſel, Laſchen, Platten und Nägel zu den Eiſenbahnſchienen ꝛc. auf In den verſchiedenen Werk⸗ ſtätten daſelbſt arbeiten zuſammen über 120 Mann. 7. Eine Modelltiſchlerwerkſtatt, wobei 15 Tiſchler beſchäftigt ſind. 8. Eine Schmiede mit Modellſchloſſerei und Schloſſerwerkſtatt, wo verſchiedenartige Schmiede⸗, Schloſſer- und Klempner⸗Arbeit und die eiſernen Modelle Hier arbeiten über 30 Mann. 9. Eine Chamottziegelei mit eingebautem Pochwerk und 4 Ziegelbrennofen und 1 Dampf⸗ maſchine, deren Keſſel von den abgehenden Flammen der Coaksöfen geheizt wird. Hier werden die feuerbeſtändigen
Ziegel zu den Puddel⸗ und Schweißöfen, ſo wie die Geſtell⸗ jährliche Bedarf an Erzen für 1 Hohofen iſt gegen 8 bis
borne Kindlein“,„Karl Chriſtoph“,„Gott gebe Beſtändig⸗
keit“,„Friſchglück“,„Davids Rath“ u. ſ. w. gewonnen wer⸗ den, theils ſogenannte Sphäroſiderite, die in den Kohlen⸗ lagern der Umgegend von Zwickau vorkommen. An beiden Hohöfen arbeiten incl. der Erzaufbereitung 60 Mann.(Zwei andere Hohöfen, im größten Maaßſtabe erbaut, ſind gegen⸗ wärtig noch im Ausbau begriffen.) 3. Ein Möllerhaus,
worin die geröſteten und ungeröſteten Eiſenerze behufs der
beſſern Schmelzung mit einem verhältnißmäßigen Zuſatz von gebranntem Kalk gattirt werden, ehe ſie abwechſelnd mit den
ſteine ꝛc. zu den neuen Hohöfen angefertigt, wobei über 25 Arbeiter Beſchäftigung haben, aber kein Kohlenverbrauch ſtattfindet, da die abgehenden Gaſe der Coaksöfen alle Hei⸗ zungen ausreichend decken. 10. Ein Zimmergeräths⸗ ſchuppen, worin 18 Zimmerleute und 4 Wagner beſchäf⸗ tigt werden. 11. Ein Kalk⸗ und ein Steinbruch mit zuſammen 20 Arbeitern.
Außerdem gehören zur Königin Marienhütte noch meh⸗ rere Wohnhäuſer und ein Gaſthof mit Schenk⸗ und Back⸗ gerechtigkeit. 40 Maurer und Handlanger beſorgen alle Reparaturen an Puddel⸗, Schweiß⸗ und Cupol⸗Oefen ꝛc. Beim Hohofen⸗Neubau ec. ſind 35 Maurer und 30 Hand⸗ arbeiter und 84 Sträflinge beſchäftigÄt. Auf den Eiſen⸗ ſteingruben arbeiten über 600 Bergleute. Bei den Materialien⸗Umfuhren ꝛc. auf dem Werke ſind 40
Fuhrleute beſchäftigt.
An Betriebsmitteln, Maſchinen ec. ſind auf


