Jahrgang 
1857
Seite
497
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Mitte zwiſchen den beiden Waſchräumen befinden, was für die Waſchenden den Vortheil gewährt, daß ſie ſich in mög lichſter Nähe ihres Trockenſtänders befinden und den letzten von der Waſchzelle aus zu jeder Zeit beaufſichtigen können, ohne dadurch an der Arbeit behindert zu ſein. Die beiden

Klaſſen der Waſchanſtalt unterſcheiden ſich dadurch von ein⸗

ander, daß die Zellen in der erſten Klaſſe faſt doppelt ſo breit, wie die in der zweiten ſind, und daß die Waſchtuben in der erſten Klaſſe eine beſondere Abtheilung zum Spülen der Wäſche enthalten, während in der zweiten Klaſſe das Waſchen und Spülen in derſelben Abtheilung bewerkſtelligt werden muß. Das Trocknen der Wäſche erfolgt innerhalb des, wie erwähnt, zwiſchen beiden Waſchräumen liegenden Dampf⸗ raumes durch den Dampf in kürzeſter Zeit, das Ausringen der Wäſche durch drei Centrifugaltrockenmaſchinen in jedem Waſchraum, in denen die Wäſche durch die Centrifugalkraft bei der ſchnellen mit der Hand bewirkten Umdrehung derſel⸗ ben ſich an die Wände der Maſchine andrückt, wodurch das bei dem gewöhnlichen Ausringen der Wäſche mit der Hand dieſelbe angreifende Reiben vollſtändig vermieden wird. Die Rolle in der Rollkammer iſt von ſo praktiſcher und leichter Conſtruction, daß ſie mit größter Leichtigkeit auch von einem Kinde in Bewegung erhalten werden kann. Der Werth der Billets richtet ſich bei der Waſchabtheilung nach dem kürzern oder längern Aufenthalt in der Anſtalt. Dieſe

Preisſteigerung bei längerem Verweilen in der Anſtalt iſt

jedenfalls praktiſch und auch principiell wichtig. Einestheils wird dadurch vermieden, daß die Anſtalt vorzugsweiſe durch große Wäſchen in Anſpruch genommen wird, und die Aer⸗ mern ungebührlich lange auf das Freiwerden einer Zelle warten müßten, anderntheils ſpornt es zu größerem Fleiß und zu größerer Eile an.

Die Waſchanſtalt iſt nur für Perſonen weiblichen Ge⸗ ſchlechts in den Monaten März bis September von 6 Uhr Morgens, in den fünf Monaten October bis December von 8 Uhr Morgens bis 9 Uhr, Sonnabends bis 11 Uhr Abends geöffnet. Der Preis für die Benutzung iſt:

für eine Stunde und darunter, I. Klaſſe 1 Sgr. 6 Pf. 1I. 1 7 177

277 77. 7 für zwei Stunden.. J 3 6 7 7 II. 7/ 2/ 6/

für jede halbe Stunde über die Zeit von 2 Stunden I. Kl. 1 Sgr. 6 Pf., II. Kl. 1 Sgr.

Jede Wäſcherin erhält zu ihrer alleinigen Benutzung eine reine Waſchtubbe, heißes und kaltes Waſſer, Dampf und einen Trockenrahmen, welcher letztere mit der Waſchzelle eine und dieſelbe Nummer führt. Die Waſchwärterinnen haben, ſobald ſie einer Wäſcherin eine Zelle überweiſen, die Zeit, wenn dies geſchehen iſt, in das an der Kaſſe gelöſte Billet einzutragen und dies der Waſchenden zurückzugeben. Iſt die Letztere fertig und will ſie die Anſtalt verlaſſen, ſo muß ſie ihr Billet zuvörderſt an der Kaſſe vorlegen, an welcher die Zeit des Aufhörens in derſelben notirt und der Betrag für den ſich nunmehr aus dem Billet ergebenden Aufenthalt in der Anſtalt berechnet und eingezogen wird. Nur gegen Abgabe der ſolchergeſtalt ausgefüllten Billets kann die Waſchende den Waſchraum mit ihrer Wäſche ver⸗ laſſen.

Durch einen beſondern Eingang von der linken Seiten⸗ fronte aus gelangt man in den links an der Hinterfronte liegenden Keſſelraum. Derſelbe hat eine Breite von 2111⁄12 Fuß und eine Länge von 34 ½¼ Fuß. Es befinden ſich in demſelben 2 Dampfkeſſel von 15 und ein kleinerer von 12 ½ Fuß Länge und von 5 Fuß Durchmeſſer zur Spei⸗

ſung der ſämmtlichen Dampf⸗ und Heißwaſſerröhren des Gebäudes. Die Keſſel ſelbſt werden durch ein über ihnen V befindliches eiſernes Reſervoir in der Art geſpeiſt, daß ſich das in denſelben befindliche Ventil ſchließt, ſobald das Waſ⸗ ſer im Keſſel die Normalhöhe erreicht hat, ſich aber ſofort von ſelbſt wieder öffnet, wenn das Waſſer geringer gewor den iſt. Drei Röhren führen in die Anſtalt und ſind unter dem Fußboden derſelben überall durchgeführt, eine Röhre mit kaltem Waſſer, eine Röhre mit warmem Waſſer und eine dritte mit Dampf. Das Reſervoir ſelbſt erhält das Waſſer aus den Röhren der engliſchen Waſſerleitung und iſt auch hiebei die Einrichtung ſo getroffen, daß das Reſer⸗ voir durch das von ſelbſt erfolgende Oeffnen und Schließen eines Ventils ſtets gefüllt iſt. Die Ableitung des unreinen Waſſers geſchieht durch einen Kanal, der bei einer Weite von 6 Zoll ein Gefälle von ca. ⅞¶ Zoll auf die Ruthe hat, auch durch ein unter den Fundamenten des Gebäudes la⸗ gerndes Röhrenſyſtem zur Abführung des Tagewaſſers dient.

Im vorigen Jahre hat die Actiengeſellſchaft, ihrem Princip gemäß, die Waſch⸗ und Badeanſtalten nur in den Stadtgegenden anzulegen, welche von den ärmern Volks⸗ klaſſen bewohnt werden, in der Auguſtſtraße ein zweites Grundſtück erworben und auf demſelben eine zweite Waſch⸗ und Badeanſtalt erbaut, welche der Anſtalt in der Schillings⸗ gaſſe ſo ähnlich ſieht, daß man ſie verwechſeln könnte. Bei dem Bau derſelben iſt im Princip ebenſo ganz und gar die Einrichtung der Anſtalt in der Schillingsgaſſe beibehalten wor⸗

den, und unterſcheiden ſich beide nur durch die Größe und die Zahl der Zellen von einander. Das Schwimmbaſſin hat ganz dieſelben Dimenſionen, wie das Baſſin in der Schillingsgaſſe. Das Gebäude hat 48 Badezellen, und zwar für Männer 14 Zellen I. Klaſſe, 17 Zellen II. Klaſſe, für Frauen 17 Zellen und 58 Waſchzellen II. Klaſſe. Es hat alſo gegen die Anſtalt in der Schillingsgaſſe mehr 18 Badezellen und 16 Waſch⸗

zellen. Daß für Frauen hiernach faſt dreifach ſoviel Zellen, wie in der Schillingsgaſſe angelegt worden ſind, hat darin ſeinen Grund, daß nach den Erfahrungen in der Schillings⸗ gaſſe in Beziehung auf Wannenbäder die Zahl der baden⸗ den Frauen durchſchnittlich ſo groß iſt, wie die der Männer.

Von Anlegung einer I. Waſchklaſſe iſt in der zweiten Anſtalt ganz Abſtand genommen worden, weil nach den bis⸗ her gemachten Erfahrungen demjenigen Bedürfniß, welchem durch zwei Anſtalten genügt werden kann, die in der erſten Anſtalt bereits vorhandenen Waſchzellen I. Klaſſe vollkom⸗ men entſprechen und verhältnißmäßig einem viel größeren Bedürfniß an Waſchzellen II. Klaſſe abzuhelfen iſt.

Abweichend von der Anſtalt in der Schillingsgaſſe iſt bei dem Bau der zweiten Anſtalt außerdem vor dem Ein⸗ gange zur Frauenabtheilung ein Wartezimmer angelegt.

Um alle techniſchen Hilfsmittel zur Anwendung zu brin⸗ gen, welche eine Erſparniß am Feuerungsmaterial zu er⸗ möglichen im Stande ſind, iſt die Einrichtung getroffen worden, daß die unter den Keſſelfeuerungen entweichende heiße Luft durch den Trockenofen geleitet und dort zur Er⸗ wärmung der Trockenkammer mit benutzt wird, während außerdem rauchverbrennende Feuerungen mit doppelten Ro⸗

ſten angelegt ſind. Auf die Ausführung einer Menge klei⸗ ner Verbeſſerungen, welche ſich bei dem Betriebe der erſten Anſtalt als möglich und wünſchenswerth herausgeſtellt ha⸗ ben, iſt nach jeder Richtung hin bei dem Bau der neuen An⸗ ſtalt Bedacht genommen worden und namentlich zur Beför⸗ derung des Trocknen in der Trockenkammer durch Zuführung kalter und reiner Luft von außen unter die Röhren und