anzuſehen. Ein ziemlich großer, hübſch gepflegter Garten⸗ raum mit großen, ſchattigen Bäumen und ſchönen Raſen⸗ plätzen umgiebt das Gebäude, was die Leſer des Feierabend hier im Bilde vor ſich ſehen. Daſſelbe hat eine Tiefe von 105 ½ Fuß bei einer Breite von 75 6 und 80 7% Fuß. Mit Ausnahme eines Theils an der Vorderfront von 573⁄1 Fuß Breite, beſteht daſſelbe nur aus einem Erdgeſchoß. Der erwähnte Theil enthält dagegen noch eine Etage von 10 Fuß lichter Höhe, mit einem hölzernen Pultdach. In der Vorderfront befand ſich im Erdgeſchoß ein Haupt- und ein Nebeneingang, von denen der letztere zu der Wohnung des Inſpectors führt. Ich trat durch den erſtern an die Caſſe, las unter derſelben die Worte„Geld wird hier nicht gewechſelt“ und eröffnete dem Caſſirer meinen Wunſch, zur Erſtattung eines Zeitungsberichts das Innere der Anſtalt zu ſehen. Der Mann ſagte mir, daß dazu eine ganz be⸗ ſondere Erlaubniß gehöre, welche mir indeß von dem In⸗ ſpector der Anſtalt nicht gegeben werden könne. Ich ſprach nun mit dem Inſpector, erhielt aber ganz dieſelbe Antwort.
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feuchten, dumpfen Geruch, der in jeder Badeanſtalt ſo unan⸗ genehm berührt, iſt hier keine Spur vorhanden. Das Dach, oben mit Glas bedeckt, ruht auf eiſernen Sparren, der Fuß⸗ boden auf eiſernen Trägern, der Fußboden ſelbſt beſteht aus Schiefer, das Baſſin iſt im Boden ſelbſt und in den Seiten⸗ wänden mit weißen, glaſirten Platten ausgelegt, die in Cement gelegt, mit dem umgebenden Mauerwerk noch durch keilförmige, nägelartige blaue Propfen mit runden Knöpfen verbunden ſind. Das Schwimmbad macht dadurch einen äußerſt gefälligen Eindruck und die Klarheit des filtrirten Waſſers, mit dem das Baſſin gefüllt iſt, wird durch dieſe Einrichtung um ſo mehr hervorgehoben. In der einen Ecke des Schwimmbaſſins befindet ſich eine Brauſe, deren tauſend feine Strahlen unaufhörlich die Fläche des Baſſins berühren. Das Baſſin hat eine Tiefe von 4—7 Fuß. Ein Wärter überreichte mir ein Handtuch, nur eine Zelle war noch leer und bald ſprang ich aus derſelben in das klare, durchſichtige Waſſer, ſchwamm hin und her und hatte ſo die beſte Ge⸗ legenheit, die ganze Einrichtung des Schwimmſaales und des
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b. Hartesdcle
c Männerbad i Klasse
d. Munnerbad IIKlasse.&
e. Frouenbad.
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i Kaschraum IKlasse. K KTrockenkamern.
I. Austalts Haschraum.
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ꝛn fHlesselluxus.
Grundriß der öffentlichen Waſch- und Zadeanſtlt.
Was war zu thun? Ich hatte keine Luſt wiederum in die Stadt zu fahren, um mir eine ſolche Erlaubnißkarte zu holen, der Inſpector war zu nichts zu bewegen, ich wählte alſo den kürzeſten Weg, bezahlte einen Silbergroſchen und erhielt dafür die Erlaubniß, ein Schwimmbad zu nehmen. Durch das Wartezimmer führte mich nun mein Weg in den Saal, in dem ſich das Schwimmbaſſin befindet. Daſſelbe iſt 42 Fuß lang und 38 Fuß breit. An ſeinen beiden Längs ſeiten befinden ſich 26 Stellen zum Entkleiden, eine Retirade und ein Piſſoir, mit Vorhängen ſind die Entkleideſtellen indeß nicht verſehen. Ich glaube, daß die Reinlichkeitsgründe, welche einer der Wärter hierfür angab, dies hinreichend motiviren. er Saal würde ſonſt gewiß lange nicht dieſen reinlichen, gefälligen Eindruck machen, den er jetzt auf den Eintretenden hervorbringt. In der innern Einrichtung des Saals iſt, wie überhaupt in der ganzen Anſtalt, alles Holz⸗ werk ſo viel wie irgend möglich vermieden, ein Vorzug der Anſtalt, der nicht genug anerkannt werden kann. Von dem
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Baſſins auch ohne eine beſondere Erlaubnißkarte auf das Genaueſte kennen zu lernen.
Aber ich war mit meinem Schwimmbade zu Ende und auch mit der Beſichtigung der Anſtalt. Ich ſchlug denſelben Weg deshalb noch einmal ein, um zu der Beſichtigung der Wannenbäder zu kommen, ging wiederum an die Caſſe, zahlte drei Sgr. und nahm ein kaltes Bad erſter Klaſſe. Wiederum ging ich durch das Wartezimmmer zu den Badezellen der erſten und zweiten Klaſſe. Der erſtere Raum hat 10, der zweite 14 Zellen. Auch hier iſt, wie in dem Schwimmſaale, alles entbehrliche Holzwerk gänzlich vermieden und der Schiefer an deſſen Stelle getreten. Er iſt ſowohl zu den innern Scheidewänden, als zu den Zellenthüren, ſowie zum Fußboden verwendet. Zu dem Letztern ſind 1 bis 1 ⅓ zoll., zu den Wänden und Thüren aber ½ und ½ zollige Schie— fertafeln bis zu 7 Fuß Länge und 4 Fuß Breite verwandt. Die Zellen bieten einen außerordentlich ſaubern und freund⸗ lichen Anblick, denn der zu den Wänden und Thüren ver⸗
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