Jahrgang 
1857
Seite
491
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Noé 39.

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Illustrirtes Volks

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Durch alle Buchhandlungen und Poſtämter für 12 ½ Ngr. vierteljährlich zu beziehen.

Inhalt: Die Goldbarren. Skizze von Fr. Gerſtäcker.(Schluß.) Berliner Skiz anſtalten. Volkswirthſchaftliche Skizzen. Von H. Schulze⸗Delitzſch. IV.

zen. Von Guſtav Raſch. II. Oeffentliche Waſch⸗ und Bade⸗ ſociale Uebel.(Schluß.) Aus dem Zigeunerleben von

Paris. Von Eduard Schmidt⸗Weißenfels. Thüringer Skizzen. Von A. B. Vier Gedichte von Berthold Sigismund. Aus

dem Weltleben. Was beliebt:

Macaulay's Peerſchaft. Karl Auguſt Mayer's deutſche Geſchichte. Verſammlung evangeliſcher Chriſten

in Berlin. Ronge. Eiserzeugung. Schulze⸗Delitzſch. Ankündigung und Einladung zum Abonnement.

Die Goldbarren.

Skizze von Friedrich Gerſtäcker.

(Schluß.)

Der Capitain traf jetzt einen Engländer auf der Straße, der allem Anſchein nach Einkäufe in den ver⸗ ſchiedenen kleinen Läden machte. An dieſen wandte er ſich und erkundigte ſich nach einem ordentlichen Gold⸗ ſchmied. Ein ſolcher, und zwar ein Franzoſe, wohnte nicht weit entfernt in einer kleinen Straße der Eng⸗ länder führte ihn ſelbſt dort hin, und hier auf's Neue er⸗ frug der Seemann den Preis ſeiner Barre. Aber auf's Neue wurde ihm hier die nämliche Summe genannt, die ſchon der Chineſe angegeben hatte. Die Maſſe hieß im dortigen Handel, wie der Franzoſe ſagte, kurzweg Metall und bildete einen der Chineſiſchen Handelsartikel. Der Preis ſtand jetzt, wie er meinte, gerade ziemlich hoch, und er könne, wenn er mehr davon habe, ſeinen Vorrath vielleicht zu einem halben Dollar oder zwei und fünfzig Cent per Pfund verwerthen.

Der Seemann hörte der Auseinanderſetzung wie ein Träumender zu. Vor ihm zuſammen brach das Luft⸗ ſchloß, das er ſich wolkenhoch noch an dem Morgen auf⸗ gebaut, und er fürchtete ſich jetzt faſt zu ſeinem Boot zurück⸗ zukehren, und ſeinem Leidensgefährten die traurige Nach⸗ richt mitzutheilen. Immer klammerte er ſich dabei noch an die letzte Hoffnung an, ob er nicht einen fände, der ihm doch die tröſtliche Nachricht gebe daß es wirklich Gold ſei was er trage. Das Reſulat blieb aber daſſelbe wohin er ſich auch wandte; das ſchreckliche Wort Metall

ſchmetterte überall ſeine Hoffnungen zu Boden, und es blieb ihm zuletzt nichts andres übrig, als zu glauben was ihm die Leute ſagten.

In einer wahrhaft verzweifelten Stimmung kehrte er zu ſeinem Boote zurück, und getraute ſich faſt gar nicht dem Steuermann ihre misglückte Speculation mit⸗ zutheilen. Na ja, ſagte dieſer, als er ſich doch endlich ein Herz dazu gefaßt,ob ich es mir aber nicht gedacht habe? Gold wie käm' unſer Einer auch zu Gold!

und was fangen wir jetzt an? frug kleinlaut der Capitain.

Was wir anfangen? rief aber der Steuermann er⸗ ſtaunt,o ich ſollte denken das wäre einfach genug. Wir verkaufen den Plunder an den Erſten, der uns baar Geld dafür giebt, und fahren, ſo raſch als wir können, hinter unſerer Iſegrimm wieder her.

Hinter dem Schiff?

Nun verſteht ſich. Sollen wir uns etwa auf einem anderen als gemeine Matroſen verdingen, und dann noch als Deſerteure in allen Blättern ausgeſchrieben werden?

Und mit dem Boot nach Batavia?

Denken gar nicht dran, brummte der Steuermann. Wie Ihr an Land wart, Capitain, kam hier die Jolle von der Amerikaniſchen Barke da drüben vorbeigefahren. Die will heute Nachmittag in See und direkt nach Bata⸗