Jahrgang 
1857
Seite
483
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wovon Athene Anlaß zu der Mahnung nimmt: Der Chor, welcher die Rache der Heerführer auch für

Stets hinter der Macht her hinket der Neid, Ach du treue Männerſchaar! Und doch ſind ohne die Mächt'gen im Streit Die mit mir zu Schiff gegangen An⸗ Gar leicht die Geringen verloren. Und mir ſtets zur Seite war, rund Es werde der Große dem Kleinen zum Schutz, Wenn wir friſch die Ruder ſchwangen: üttin Und wieder der Niedre dem Hohen zu Nutz Dich, nur Dich hab' ich erſehen lehe Die Lehre verachten nur Thoren. Mir zum Retter in der Noth elbſt 5 SMre. Hör' mein Flehen, 1 elbſt Der Chor ſpricht den Wunſch aus, daß Ajas durch ſein Komm' und gieb auch mir den Tod! perſönliches Erſcheinen die Gerüchte niederſchlagen möchte. O ſchaue den kühnen Da erſcheint Tekmeſſa, des Ajas Gattin und beſtätigt das Den muthigen Held, entſetzliche Gerücht. Der feig nie erſchienen ſ Wie ſoll mein Mund die Worte finden, 3 bluigen Feld! 1 Dir ſolchen Jammer zu verkünden, Jatzt aät dr 5 Hand, Der Dich wie Todesbotſchaft ſchreckt? An friedliche Heelden. Dein König iſt mit Schmach bedeckt! Ha Spott! Wie ßt ich Jach hat ihn Raſerei ergriffen Zu Schanden werden! dihier eimiine le Dann bricht die Wuth gegen Odyſſeus und die Heer⸗ Die Opfer, die ſein Schwert gefällt. Uühue Aud ielic das heuh durch, daß nach ſolchen . 4 aten das Leben unmögli eworden. Nun folgt die erſchütternde Wechſelklage des Chors und g)g 1 T 78. Nacht! mein Licht! in deine dunkeln Reiche ekmeſſas: Aehi eht dein einellt. Jerch. 4 Chor: Nimm' mich ein! o nimm' mich gnädig ein! Wehe, wehe, welche Kunde O du Todesgruft, du ſonnengleiche, .. 9 Ni mi f;. ein N ein! über Von dem feurigen Gemahl Nimm' mich auf, ich will dein Bürger ſein! Hören wir aus Deinem Munde! Nicht des Himmels ewige Göttermächte ge⸗ Ach das Herz trägt nicht die Qual! Iſt mein Auge werth hinfort zu ſchau'n, ie er.. 4. Und der Menſchen ſterbliche Geſchlechte mer Kein Entrinnen, kein Entweichen! Können meiner Hilfe nicht vertrau'n. n Sie erſchallt von Zelt zu Zelt, oder Durch die Sage ſonder Gleichen Ach es hat Athene hoch vor Allen de im Umgewandelt und entſtellt. Meine Ehre ſchmählich mir geraubt! Wohin ſoll ich wandern? wohin wallen? kann b Küſchrrcie zuuni erhint Und wo berg' ich nun mein armes Haupt? bren. Schlummert in der Zukunft Schooß, 2. 2 hr Von der Ahnung bang erfüllet: Alle Rettung ſchwand! Mir folgt die Rache Tod ſei meines Herrſchers Loos! Auf dem Fuß, und während fort und fort 3 Ich im Wahnſinn Jagd auf Thiere mache, Lirß genannt von allen Zungen Hebt das Heer den Speer zu meinem Mord. ſt er jetzt in toller Wuth. 3. 8 Auf die Heerden eingedrungen 8 Er geht die verſchiedenen Entſchlüſſe durch, die er faſſen Und vergoß der Hirten Blut. könnte, und verwirft ſie.

Nun da Du das gewahrſt, ſo führe nie

Den Göttern gegenüber freche Reden,

Noch überhebe Dich im Stolz, wenn mächtig Durch Kraft Du biſt und großen Reichthums Fülle.

Nun erſcheint der Chor der Freunde des Ajas, beun⸗ ruhigt über das immer ſtärker umlaufende, dem Ajas feind⸗

liche Gerücht.

Wir heben einige Strophen als Probe aus,

wie dieſer ſchwierigſte Theil, die Chöre, von unſrem Ueber⸗ ſetzer bewältigt werden:

Laut jauchz' ich, o König Telamons Sohn,(Ajas) Auf der meerumflutheten Salamis Thron,

Seh' ich hoch in Ehren Dich prangen!

Doch trifft Dich ein Leid vom Himmel erweckt, Und der Griechen Verläumdung, ſo bin ich erſchreckt, Wie ſchüchterne Tauben erbangen.

Noch lähmt uns der Schreck von vergangener Nacht, Wo man uns die entſetzliche Botſchaft gebracht, Du habeſt, von Wahnſinn umnachtet,

Auf der Weide der Danaer Rinderſchaar, Soviel von dem Raube noch übrig war,

Mit blitzendem Schwerte geſchlachtet.

Solch' tückiſche Ränke voll Argliſt erſinnt

Und ſtreuet nun aus des Siſyphos Kind(Odyſſeus) Und willig hören ihn alle.

Ja wer es vernimmt, hat noch lauter gelacht,

Als der ihm die fröhliche Kunde gebracht,

Und jubelt ob Deinem Falle.

Denn wer auf Größe den Bogen geſpannt, Hat nimmer den Pfeil noch eitel entſandt Und das Ziel ſtets ſicher getroffen.

Doch klagte Jemand alſo uns an,

Das wäre beim Himmel vergeblich gethan; Er fände die Ohren nicht offen.

ſich ſelbſt fürchtet, erfährt nun von des Ajas Gattin, daß die erfolgte Rückkehr des Verſtandes die Lage noch ver⸗

ſchlimmert habe. Sie ſchildert nun dieſe Rückkehr in der ergreifendſten

Herz. Weiſe:

Denn herbes Leid quäle jetzt ſein wundes

Da er nun das Haus voll Unheil ſah,

Da ſchrie er gräßlich auf und ſchlug das Haupt Und warf ſich auf die todten Lämmerheerden, Die er im Morde ſelbſt dahin geſtreckt.

Da ſaß er nun und faßte mit den Nägeln

Das Haar und rauft' es zähneknirſchend aus. So ſaß er ſchweigend eine lange Zeit,

Dann aber droht' er mir das Schrecklichſte, Entdeckt' ich ihm den ganzen Vorfall nicht, Und forſchte, wie jetzt ſeine Lage ſei.

Voll Furcht, o Freunde, ſagt' ich ihm nun Alles, Was er gethan, ſoviel ich davon wußte,

Da hub er gellend bald zu klagen an.

In ſolchem Elend liegt er jetzo da

Und es iſt klar, daß er auf Unheil ſinnt.

Man hört durch das Zelt die gräßliche Klage des Ajas.

Die Thüre öffnet ſich: man erblickt Ajas zwiſchen erwürgten Heerden am Boden ſitzend. Endlich findet ſein tiefer Schmerz Worte:

Ajas.

Die Ihr herzlich All' mich liebt, Meine braven Schiffgefährten, Und allein mir treu verbliebt, Wie es Brauch und Recht Euch lehrten: Schaut, wie mich der Schwall der Wogen, Der dem blut'gen Mord entquillt,

Rings umzogen Und in Strudel eingehüllt!