Zwetſchenernte fiel, ſo wurde auch der beliebte Zwetſchen⸗
kuchen an ſelbigem Tage in faſt allen Häuſern des Ortes ge⸗ backen. Unmittelbar hinter der Kirche faßte der allgemein verehrte Landesvater Poſto, um mit ſeiner Umgebung, die diesmal meiſtentheils aus jungen Engländern beſtand, das Frühſtück einzunehmen. Während dieſer Arbeit duftete das wohlgerathene Gebäck gar lieblich aus der nahen Schulzen⸗ wohnung und aus dem Hauſe des Lehrers. In Folge deſſen äußerte ſich der Fürſt:„die Kerls könnten aber auch ſo vernünftig ſein und unſer Einem ein Stückchen Kirmeß⸗ kuchen präſentiren!“„Wenn der Bauer nicht muß, ließ ſich ein junger ahnenſtolzer Baron vernehmen, ſo regt er weder Hand noch Fuß!“ Kaum waren dieſe, nicht gänz— lich der Wahrheit entbehrenden Worte geſprochen, als der Lehrer mit etlichen Stückchen Kirmeßkuchen reſpektvoll ange⸗ rückt kam, und Se. königl. Hoheit unterthänigſt um Prüfung des ſoeben fertig gewordenen Kirmeßgebäckes bat. Der popu⸗ läre Fürſt griff wacker zu, indem er den Kuchenſpender zur Theilnahme am Frühſtück einlud.„Vermeldet Eurer Frau einen ſchönen Gruß: Der Kuchen hätte uns vortrefflich ge⸗ mundet, und wir ließen nicht ermangeln uns gebührend zu be⸗ danken..... Aber, mein lieber Kantor! Hat er denn ſchon ſeinen Kirmeßbraten?“„Halten zu Gnaden, Durchlaucht, erwiederte der Gefragte; ein eigentlicher Kirmeßbraten ver⸗ läuft ſich in eine Schulmeiſterei von jährlich 60 Thlr., mit denen man ſechs Kinderchen erhalten muß, nicht gar oft.“ „Ja das glaube ich wohl, mein Lieber; aber es wird auch mit Euch Schulmeiſtern ſchon beſſer werden; auf einmal gehts freilich nicht. lange ich's auf Eurer Schulmeiſterei aushielte. Na aber, lieber Schulmeiſter, einen Kirmeßbraten ſollt ihr diesmal haben. Sucht Euch einmal ein Paar feiſte Häslein vom dortigen Haufen aus, und laßt ſie Euch wohlſchmecken. Das, indem er dem dankſagenden Lehrer ſechs Kopfſtück in die Hand drückte, nehmt für Eure Frau mit nach Hauſe. Sollte Euch einmal was fehlen, ſo wißt Ihr wo ich wohne. Und nun: Gehabt Euch wohl!“
3.
In einem grimmigen Winter waren die Bewohner der Felder und Wälder in ziemlicher Anzahl den nahen Dörfern mit Macht zugerückt, weil ſie wahrſcheinlich dort mehr zur Befriedigung ihrer Leibesnahrung und Nothdurft zu finden
Aus dem Weltleben.
Sieben Städte Griechenlands ſtritten einſt um die Ehre, Homer's Geburtsſtätte zu ſein. Ueber ſolche ſentimentale Kin⸗ dereien iſt unſer nationalſtolzes Deutſchland natürlich hinaus. Dafür fechten unſere Zeitungsgladiatoren mit der ihnen ange⸗ bornen Würde ſeit Monaten darum, ob die Kaiſer Alexander von Rußland und Napoleon von Frankreich auf franzöſiſchem oder deutſchem Boden die neue Allianz, zwiſchen welcher bekannt⸗ lich Deutſchland liegt, durch perſönlichen Händedruck zu beſiegeln allerhöchſt geruhen werden. Die Beſiegelung ſcheint feſtzuſtehen, die Wahl des deutſchen Bodens ebenfalls. Nun rivaliſiren bloß noch vier Reſidenzen um das Glück, Schauplatz dieſer für Deutſchland jedenfalls äußerſt ſegensreichen Zuſammenkunft zu werden. Tilſit gehört nicht dazu. Aber Berlin fordert mit
Ich möchte freilich wohl wiſſen, wie
hofften, als in den verſchneieten Quartieren unter Gottes freiem Himmel. Da waren denn auch ein Paar Exemplare aus dem Geſchlecht der Lampe auf den Friedhof des Dorfes N. G. bei Weimar eingebrochen und hatten in der Baumanpflanzung des Schullehrers eine arge Verwüſtung angerichtet, indem ſie von den jungen Bäumen größtentheils die Schale abgenagt hatten. Daß der Beſitzer, als er am andern Tage, frühmorgens zur Schule läutend, den uner⸗ freulichen Beſuch und die ſchlimmen Folgen davon nicht mit freundlichen Augen bemerkte, läßt ſich leicht ermeſſen. Grimmig kehrte er heim und kaum war die lernbegierige Schuljugend entlaſſen, ſo wurde auch die Jagdflinte zu„Tod und Verderben“ in den Stand geſetzt, um den frechen Ein⸗ dringlingen in nächſter Nacht, falls ſie ihren Beſuch auf ge⸗ weiheter Erde wiederholen ſollten, das Lebenslicht auszu⸗ blaſen. Geſagt, gethan! Richtig nach 10 Uhr des Nachts kamen die beiden langöhrigen Vagabunden eiligen Laufes da⸗ her und wurden, als ſie unſerm pädagogiſchen Nimrod ſchuß⸗ gerecht waren, ſelbander todtgeſchoſſen. Mit großer Ge⸗ nugthuung ergriff der kühne Jäger die beiden Delinquenten, und am andern Tage verzehrte derſelbe ganz behaglich mit
ſeiner Familie und einigen umwohnenden Collegen die ge⸗
machte Beute. Doch: Traue, ſchaue, wem?! Einer der Geladenen verſchwatzte denn doch, wenn auch in keiner böſen Abſicht, die improviſirte Jagd, ſo daß der Förſter in B. da⸗ von Wind bekam und die Sache pflicttſchuldigſt angezeigt wurde. Zufällig hatte auch der fürſtliche Jagdfreund von dieſem Uebergriffe und der vom Oberforſtamte deshalb ver⸗ hängten Geldſtrafe Nachricht bekommen, ſchon ehe der be⸗ drängte pädagogiſche Waidmann ſich bittweiſe an Se. Königl. Hoheit um Milderung der zugedachten Strafe gewandt hatte. Carl Auguſt hatte die mit vielem Geſchick und in humori⸗ ſtiſchem Tone abgefaßte Petition wohlgefällig durchlaufen und ohne Zögern ſchrieb er höchſt eigenhändig auf den leeren Raum der Eingabe: Mein lieber Cantor!
Sei Er ganz ohne Sorgen und bezahl er keinen rothen Heller. Ich erkenne hiermit ſein Recht auf hohe und niedere Jagd innerhalb ſeines Gottesackers, Kirchbodens und Kirch⸗ thurms in aller Form beſtens an. Jag' Er in dieſem Re⸗ viere ſo viel er will, aber was darüber iſt, das iſt vom Uebel!
Carl Auguſt.
wegen der neuen Verwandtſchaft. Früher hofften freilich auch die Pariſer Correſpondenten für das Lager von Chalons. Seit⸗ dem aber in Osborne die engliſche königliche Familie dazu einge⸗ laden ward, halten ſie ſelber den deutſchen Boden für geeigneter; man bewegt ſich da auf dem Terrain der wahrſcheinlichen Zukunft des ruſſiſch⸗franzöſiſchen Handſchlags. Warum auch nicht? Es iſt nur ſchade, daß bis dahin die ſteinerne Rheinbrücke noch nicht fertig ſein kann, welche aus Straßburgs furchtbaren Feſtungs⸗ werken herübergebaut wird auf das ſchutzloſe deutſche Ufer und gerad hinweiſt auf jene ebenfalls ſchutzloſen Schwarzwaldpäſſe, auf deren Höhen eine Armee den ganzen deutſchen Südweſten bis nach Vorarlberg vor ſich liegen hat. Und dieſe Rheinbrücke iſt doch ein ſo nothwendiges weſtliches Analogon dazu, daß im
ſtolzer, Stuttgart erwartet mit zärtlicher Oheimsmiene, daß der Oſten ſeit 1807 weder mehr der Hafen von Memel, noch die Kaiſer von Rußland es wähle; Darmſtadt verläßt ſich auf ſein Wälle von Breslau ſich in einem Zuſtande befinden, um die ſchwägerliches Recht, Karlsruhe hofft in ſtiller Beſcheidenheit nicht nur nach Berlin, ſondern direkt in Deutſchlands Herz vor⸗ V
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