der der 1 zu der den. hrer einen henen Carl Gabe hear⸗ ranz:
Dann Winzer und Gärtner,; ferner der Schulze mit der
Weimar'ſchen Fahne:
Du warſt in kampfbewegter Zeit
Von Deutſchlands Fürſten weit und breit
Der erſte der vom Thron herab
Sein Recht dem Volk freiwillig gab.
Du ſchloſſeſt, nicht blos mit dem Mund,
Nein, auch mit Hand und Herz den Bund,
Auf deſſen feuerfeſtem Grund
Dein Staat, dein Haus, geſichert ſtund. Hierauf der Student mit der deutſchen Fahne:
Auch dieſer heilige Akkord,
Der Oſt und Weſt und Süd und Nord
Des alten Reichs allein noch eint,
Wie tief er auch verſchollen ſcheint,
Er fand in deiner deutſchen Bruſt
Ein Echo, edler Carl Auguſt!
Hätt' Jedermann gethan gleich dir,
So wehte dieſes Siegspanier
Vor einem ein'gen Volk und Heer
Vom Apennin zum däniſchen Meer. Man kann ſich denken, daß dieſer Paſſus den lauteſten Bei⸗ fall fand.
Dann erſcheint Frau Holle und der Zwerg und laſſen die Muſe Wieland's und die dichteriſchen Hauptgeſtalten Goethe's und Schiller's erſcheinen. Zuletzt kommt noch der Kaiſer Barbaroſſa und ſpricht ſein Heil über das Pantheon der Deutſchen und über Weimar und verheißt die Rückkehr der deutſchen Größe:
— Wenn nach des alten Schickſals unerbittlichem Beſchluß
Deine Stimm' im Rath der Völker, deutſches Volk, noch ſchweigen muß—
Wenn die Macht, die du beſeſſen, als mein Scepter dich geführt,
Dir verſagt bleibt, zwar ein Erbe, das mit Recht nur dir gebührt,
So erobre, ſo bewahre dir in Kunſt und Wiſſenſchaft
Deines Geiſtes innre Einheit, deine freie Herrſcherkraft!
Kommen wird im Lauf der Tage der Tag auch nach langer Nacht,
Welcher dich und deine Fürſten einſetzt in die alte Macht,
Und zu dieſem Aerntetage, dieſem Jubelfeſt voll Luſt,
Kehrt dein Kaiſer Friedrich wieder und mit ihm dein Carl Auguſt.
wenigſtens auf der Bühne zu ihrem Recht und zwar durch den einſtigen kosmopolitiſchen Nachtwächter.
Weimar, 4. Sept. Nachdem der geſtrige Tag der Für⸗ ſtengröße gewidmet war, wurde heute die Dichtergröße ge⸗ feiert und der Himmel war der letzteren günſtiger. Zwar noch während der Enthüllung der Wielandſtatue fiel ein feiner Regen; doch hörte er plötzlich auf und die Sonne ſchien hell, als die Verhüllung von der Doppelſtatue Goethes und Schil⸗ lers fiel. Die Rede Schölls an der Wieland⸗Statue hatte den großen Vorzug, daß ſie kurz war und verſtanden werden konnte. Die Rede des Gymnaſialrektors Heiland ſoll ganz vortrefflich geweſen ſein, ich konnte indeß nicht ein Wort da⸗ von verſtehn und ſie war von entſetzlicher Länge. Ueber die Statuen ſelbſt will ich nichts weiter ſagen, als daß ſie ſelbſt dem Laien einen bedeutenden Fortſchritt der bildenden Kunſt
ſeit 20 Jahren zeigen. Sie ſind herrlich gelungene Meiſter⸗
werke, für Weimar ein hoher Schmuck, das fühlt Jedermann,
und bewundernde Gruppen umſtehen bis ſpät in die Nacht die neu enthüllten Bilder. Die Feſttafel des zweiten Tages war wieder auf dem Stadthauſe. Dießmal fiel die Beſchrän⸗ kung der Rede durch Toaſte auf die Fürſtlichkeiten weg und der deutſche Redefluß konnte ſich ungehemmt entwickeln. Es iſt unglaublich, was man in Deutſchland den Ohren zumuthet: ein Herr Staatsrath Berchfeld faſelte eine halbe Stunde über Herder, Wieland, Schiller und Goethe und verlangte, daß man dieß ſtill und gläubig anhören ſolle. Der einzig paſſende Toaſt war der von Schöll auf die Künſtler der
Statuen; alles übrige hätte füglich ungeſprochen bleiben
können, denn es blieb weit unter der angenommenen Bedeu⸗
tung des Tages und galt meiſt zufälligen Perſönlichkeiten. Sreilich ließ der patriotiſche Redner des vorigen Tages noch
einmal ſeine ſtrafende Stimme erſchallen über eine Zeit, die zwar Denkmale ſetzt, der man aber gewiß keine ſetzen werde,
und brachte einen Trinkſpruch auf die Beſſerung der Jugend. Man fühlte, daß der Mann Recht hatte, aber das war auch
Alles. Herr Biedermann ſprach auch heute wieder, indem er den„Fremden“ ein Hoch ausbrachte, ſo als wenn Weimar wirklich der Mittelpunkt Deutſchlands und der Ausgangs⸗ punkt einer beſſern Zeit wäre. Endlich brach man auf ins Theater, in welchem Devrient, Dawiſon, Lina Fuhr und Marie Seebach den Fremden einen großen Genuß bereiteten, der nur zum Theil allzutheuer erkauft werden mußte. Das Theater war überfüllt und dauerte zu lange; der Akt aus Götz, in welchem nur weimar'ſche Schauſpieler auftraten, hätte füglich wegbleiben dürfen. Es gehörte ein förmlicher Theaterfanatismus dazu um in dieſem Gedräng, in dieſer erſtickenden Hitze ſich wohl zu fühlen.
Fragen wir nach dem Facit des Ganzen, ſo hatte weder der erſte noch der zweite Tag den Charakter eines deutſchen
Nationalfeſtes, es war ein ſpezifiſch⸗ weimariſches Feſt unter So gelangte die nationale und politiſche Seite des Feſtes
zahlreicher Theilnahme von außen, namentlich von Berlin. Aber es war nicht einmal dafür geſorgt, daß die Namen der Fremden bekannt wurden, es erſchien während dieſer Tage nicht einmal eine geleſene Zeitung. Andre Mangelhaftigkeiten ließen ſich noch aufführen; wir wollen es unterlaſſen, da wir—
Herr Biedermann hat es ja ſo beſonders gewünſcht— auch
nachträglich keinen Mißton in die Feſtfeier bringen wollen. Aber das iſt gewiß und muß auch geſagt werden: das Ergebniß des Ganzen iſt, daß Weimar um zwei hohe Kunſtwerke reicher iſt als zuvor, daß es Ausſicht hat noch ein weiteres zu be⸗ kommen, und daß künftig ohne Zweifel noch mehr Fremde als bisher auf dem Bahnhof von Weimar ausſteigen werden, was für die Gaſtwirthe und die geſammte Bevölkerung von Weimar gewiß ein Umſtand von Belang iſt. Weitere Con⸗ ſequenzen an dieſe Tage zu knüpfen, müſſen wir den Herren Biedermann und Droyſen überlaſſen. G. D.
Volkswirthſchaftliche Skizzen. Von H. Schulze⸗Delitzſch. III. Die künſtliche Organiſation der geſellſchaft im gegenſatz zur natürlichen. Die Brüderlichkeit als Wirthſchaftsprincip.
(Schluß.)
Weiter— und hier kommen wir auf einen Hauptpunkt— iſt die Brüderlichkeit, da ſie ihrem Weſen nach auf den edelſten ſympathiſchen Regungen des Menſchenherzens be⸗
ruht, gewiß eine Eigenſchaft, die uns in das Gebiet der
Sittlichkeit führt.
Das Weſen aller Sittlichkeit beruht nun in der Frei⸗


