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Dieſes Sanfte, Schmelzende in Ton, Farbe und Duft iſt auch in die Menſchenphyſionomien übergegangen, und in dem Blick dieſes Volks mit etwas Sonnenfeuer durchblitzt. Hochoben auf den Zinnen der Kaiſerburgen glühte Goldlack, und an einigen Stellen waren die Epheudecken ordentlich wie
ein überſtrömender Fluß, grüne Cascaden; und vor allem
rührte mich dieſes Anſchmiegen, das Umſchmeicheln der Na⸗ tur, dieſe unendliche Liebesfülle, welche uns überſchüttet, der wir nicht widerſtehen können. Da iſt Andacht und Selig⸗ keit, da iſt ein Umarmen des Ideals, nur anders wie das arme enge Herz einſt kindiſch träumte; hier iſt die Gnade, die Wahrheit und Begeiſterung; wir daheim in unſerm Natur⸗ leben träumen nur von dieſer Liebe— hier erwachen wir mitten in ſie hinein.
Warm erglänzten ſchon die Thermen des Caracalla und die übrigen durch die Glorie verjüngten Ruinen, und das Goldgrün der Campagna, jetzt fingen auch die Zauberkränze der Gebirge an zu blühen mit göttlichem Purpur: die unaus⸗ ſprechlich edlen Linien der Gipfel von Albano, die vom Sa⸗ binerland, bis zu den Abruzzen, der Schnee des Velino, der Lioneſſa, der einſame Sorakte, heute S. Oreſta genannt, Liebling des Horaz. Mir deuchte dieſer Sonnenuntergang auf dem Palatin das Schönſte was ich noch je erlebt. Allein ich ſollte noch erfahren, daß hier der Tod nicht nur in den Marmorſpalten der Cäſarenpaläſte auf uns lauert, deren unerſchütterte Grundveſten mit denen der Erde eins gewor⸗ den ſind. Der Graf von Corſica trieb unerbittlich zum Aufbruche, weil aus dieſen Grüften der Geſchichte, dieſen klaffenden Wunden des klaſſiſchen Bodens, der Fluch der Malaria aufſchwebt, und beſonders kurz vor und nach dem Niedergange das Gift des Fiebers den Wanderer anhaucht, der ſich hier verſpätet. Wir flohen von dem Berge, in deſſen Herzen noch ſo viele Kleinodien ſchlafen, wo unſer
Fuß bei jedem Tritte an koſtbare Marmorfragmente ſtößt und den Staub von Kaiſerkronen aufwirbelt.
Nachdem das Kindlein mit dem Strohhute wieder unſern Pförtner gemacht hatte in der Via de Cerchj, eilten wir zurück; vorbei an der„bocca della verità,“ wie im Volks⸗ munde S. Maria in Cosmedino heißt, nach der antiken
Larve in der Vorhalle, welche laut mittelalterlicher Sage im
Schlunde den Arm der Lügner feſthielt, und auch einmal die Hand einer Jungfrau gefangen hielt, die ſich fälſchlich der Treue vermaß; vorbei an dem Veſtatempel, deſſen Stufen der Tiber badet, vorbei an dem Theater des Marcellus auf der Piazza Montanara.
Der gütige Führer hat mir Sträuße von Laurus und andern Blüthen gepflückt, welche mit wunderſamem Dufte meine Stube durchathmen. Wollen ſie mir die Hiſtorien erzählen von verſunkenen Tagen? Ich habe kaum je Blumen lieb gehabt wie dieſe, ſo ſehr hat mich die Allmacht der Natur da oben gewonnen und wie neu geboren; ich betrachte dieſe Kelche ganz anders als die andern: es iſt wie lauter Liebes⸗ äuglein, Liebeslippen. Sie kommen mir wie geſagt gleich Engeln oder kleinen Genien vor; lehren mir in all ihrer Kindlichkeit, wie eine ſolche Natur den Menſchen zur Kunſt und Dichtung begeiſtern, heiligen mußte; denn da iſt alles Tempelund alles Gott in ſolcher liebeüberflutenden Schöpfung, vor ſolchem Liebesozean. Ja die Natur, das iſt doch das Schönſte in Rom, die Berge, die Campagna, das uralte und immer wieder neue Blühen und Duften und Tönen: das ewige Rom!— Die Meiſten kommen her um die Kunſt lieben zu lernen; ich lerne hier die Natur lieben über alle Kunſt. Die Natur dieſer glücklichen Himmelsſtriche iſt keine verklärte, ſondern es iſt ihre Natur.
Dieſer Sonnenuntergang auf dem Palatin war der Gruß des römiſchen Frühlings.
Deutſche Volkseigenthümlichkeiten.
Von Ludwig Bechſtein.
III. Menſchen⸗Namengebung an Chiere und Pflanzen.
Die Namengebung iſt ein Gegenſtand culturgeſchicht⸗ licher Betrachtung, der ungemein weit ausgeſponnen werden könnte. Schon die bibliſche Geſchichte, wie Moſes ſie auf— zeichnete, gedenkt derſelben, und ſo weit unſere Kenntniß von Leben und Kult der Frühvölker hinaufreicht, finden wir an allen belebten und unbelebten Gegenſtänden Eigen⸗
namen oder mindeſtens Geſammtnamen haften. Dabei gibt
ſich manche beſondere Eigenthümlichkeit kund, und hauptſäch⸗ lich eine Hinneigung und Vorliebe für die belebte Natur. Die wilden Indianer Amerikas nennen ſich gern nach Thieren. Die Azteken, das große Kulturvolk von Tenochtitlan(Alt⸗ Mexiko) wie die Peruaner, lieben es, Kindern männlichen Geſchlechts vorzugsweiſe Thiernamen zu geben, den Mädchen aber Pflanzen- und Blumennamen. In Deutſchland begeg⸗ nen wir im Mittelalter dem Vorkommen von Thiernamen nicht ſelten als ſtändigen Vornamen ritterlicher Familien und Geſchlechter, z. B. Fuchs von Limbach, Fuchs von Thün⸗ gen, Eitelwolf von Stein, Wolf von Todtenaaß, Hund von Wenkheim u. dergl. Als das Mittelalter längſt abgeblüht war, gab ſich noch einmal die Thier- und Pflanzennamen⸗ gebung in recht auffallender, ja faſt lächerlicher Weiſe bei den deutſchen Juden kund. Durch das’ ganze Mittelalter
Süß u. a.
Johannes.
hindurch hatten die Juden keine deutſchen Geſchlechtsnamen; da nannten und ſchrieben ſie ſich ſelbſt Nichel Jud, Jacob Jud u. ſ. w. und erſt die ſpätere Zeit nöthigte Hunderten, ja Tauſenden der Kinder Israels Geſchlechtsnamen auf, wie Löw, Hirſch, Wolf, Bär, Haas, Gans oder Roſen⸗ baum, Tannenbaum, Veilchen, ſelbſt Namen von Körpertheilen, wie Herz, oder ſogar bloße Beiwörter, wie Es war dieß eine Seltſamkeit, ja eine Verir⸗ rung im geſellſchaftlichen Leben; eine noch größere aber iſt und bleibt es, unvernünftigen Thieren und bewußtloſen Pflanzen Namen denkender Geſchöpfe beizulegen, zumal wenn dieß edle oder ſogar bibliſche Namen ſind. Daß man einem Haus⸗ oder Lieblingsthier einen beſondern Namen gibt, iſt natürlich; wenn aber die äffiſche Liebe für derartige Thiere dazu verleitet, ihnen geheiligte Namen beizulegen, z. B. eine Katze Maria zu nennen, ſo iſt das außerordentlich abge⸗ ſchmackt. Es mögen einige Beiſpiele folgen, mit Finger⸗ zeigen, wie weit die Verirrung geht, und über welche Gren⸗ zen hinaus ſie nicht gehen ſollte.
Der beliebteſte Thiername iſt Hans, der verſtümmelte Tauſenden von Pferden, Stieren und Sing⸗ vögeln wird er beigelegt, und Niemand denkt ſich etwas


