Jahrgang 
1857
Seite
453
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Thun und Laſſen, wornach jeder ſelbſt die Folgen ſeiner Handlungsweiſe zu tragen hat. So erklärt man gewiſſer⸗ maaßen das Almoſen permanent, macht es zur wirth⸗ ſchaftlichen Regel, weil eine gegenſeitige Abwägung, ein

richtiges Verhältniß zwiſchen dem, was ich dem einen leiſte,

und dem, was ich ſelbſt von einem ganz andern wieder erhalte, ausgeſchloſſen, und der Satz:daß ich nur inſo⸗ weit ich ſelbſt etwas leiſte, was das Bedürfniß irgend eines Menſchen befriedigt, auch meinerſeits Anſprüche an deſſen Leiſtungen, auf einen Lohn habe, ganz aufgehoben iſt. Wozu, ſo wird Jeder mit geſunden Sinnen Begabte fragen, dieſer ganze unnütze Um⸗ weg? Verſorgt müſſen ja doch Alle werden, wenn ſie beſtehn ſollen, und die dazu nöthige Arbeit nimmt ihnen ja doch auch Niemand ab. Alſo, wenn doch einmal Alle arbeiten und Alle genießen müſſen, warum nicht gleich Jeden mit

ſeinen Genüſſen, ſeinem Bedürfniß an die eigne Arbeit ver⸗ weiſen? Anſtatt einer Erſparung von Arbeit, anſtatt einer beſſern Verſorgung, erhält man durch eine ſolche Entäußerung der Früchte des eignen Thuns offenbar ein Mehr an Mühe und Koſten, verbunden mit ſchlechterer Verſorgung Aller mit Allem. Denn die Ueberlaſſung der Arbeitsprodukte ohne Entgelt kann ſelbſtverſtändlich nur durch Vermittelung der Staatsbehörde, eines Heeres von Beamten in das Werk geſetzt werden, deren Remuneration aus dem gemeinſamen Arbeitsreſultat gedeckt werden muß und daſſelbe vermindert. Und wenn Jemand Nichts davon hat, ob er wenig oder viel, gut oder ſchlecht arbeitet, ſo iſt es klar, daß Keiner mehr thut als er muß, und die nothwendige Folge davon iſt, daß die zur Befriedigung des Geſammtbedürfniſſes Aller erforder⸗ liche Gütermaſſe in immer geringerer Quantität und Quali⸗ tät hergeſtellt wird.(Schluß folgt.)

Skizzen aus Rom.

Von Emma Niendorf.

II. Sonnenuntergang auf dem Palatin. (Schluß.)

Unterdeſſen wandern wir vorbei an dem nachbarlichen Granatenhain, ſchon wieder weiter, die Via S. Giovanni in Laterano entlang nach S. Clemente, das uns die ur⸗ ſprüngliche Geſtalt der alten Baſilika am treuſten bewahrt. Hier die Cella, die Niſche, wo in dem Tempel das Bild des Gottes ſtand; jetzt das Presbyterium*) oder die Tribuna, des Chors hinterſter heiligſter Theil, mit der Cathedra, dem biſchöflichen Thronſitze. Zwiſchen dieſem und dem Chorus der Altar, über dem ſich auf vier Säulen das Tabernakel oder Sakramentshäuschen wölbt, welches mit ſeinem Bal⸗ dachin in der That ein ſchmuckvolles Gebäude für ſich bildet.*) Die Abiſis ſo wie das übrige Deckengewölbe des Chors byzantiniſches Moſaik, in das ſich zwar ſchon romaniſches miſcht. Doch fehlt nicht die typiſche Hand Gott Vater welche oben mit dem Kranze herauslangt, ſo wie das von weißen Tauben bedeckte Kreuz; ſammt dem Geſträuche voll Vöglein am Fuße des Stammes, den Lämmern und noch weiter unten den zwei graſenden Hirſchen. Unberührt aber vorzüglich hat ſich der Chorus erhalten, wie nirgends ſonſt: um wenige Stufen erhöht mit ſeinen Marmorſchranken, ſeinen Ambonen n) auf beiden Seiten; links vom Altar aus für die Epiſtel, rechts für das Evangelium; neben ihr auf ſchlanker Oſterkerzenſäule die hohe bunte Oſterkerze, welche feſtlich angezündet wird; und überall als farbiger Saum das zierliche Glasmoſaik im Cosmatenſtyl. Ja ſogar noch mehrere eiſerne Ringe an Stangen ſind zurückgeblieben, welche die Vorhänge trugen, die reichniederfließend Schiffe und Hallen von einander ſchieden. Auch die Vorhalle trifft man noch unverändert, in welcher die Büßer ſtanden und der Brunnen rauſchte. So iſt der Eindruck von S. Clemente vollkommen klaſſiſch.

Auch die Kapelle am Eingange mit den leider vielfach übermalten Fresken des Maſaccio Paſſion und Legende der S. Catarina forderte noch ihren Tribut. An der Geſtalt der Heiligen, deren Rad der Engel anhält, hat man gleichwohl die naive Grazie nicht ganz vernichten können;

*) Auch Sanctuarium.

**) Die Halbkuppel im Deckengewölbe des Chors.

**r) Auch Analogien Leſepulte.

ſo wenig als das Großartige in der Compoſition der Kreu⸗ zigung in der Mitte. Erſchöpft raſteten wir zuletzt auf einer Bank neben dem greiſen, in ſeinen Mantel gehüllten Pförtner. Es iſt etwas Schönes um dies Amt, ſprach mein edler Führer.Man nimmt nur alte gediente Leute dazu. Da leben ſie nun ſo in Rom, in ihrer Kirche, die ſie nie verlaſſen, und in ihr entſchlafen ſie denn auch endlich im Herrn. Nachdem wir zum Koloſſeum umgewendet, den Conſtan⸗ tinsbogen und die Via S. Gregorio durchſchritten und rechts in die de' Cerchj eingelenkt hatten, im Thale des Circus maximus, klopfte G. an einer geringen Pforte Nr. 64 ſie ward von innen aufgezogen; oben auf der Treppe ſtand ein ſpannenlanges Mädchen, das uns unter einem großen Strohhute anlachte. Wir erklimmten dieſe Hühnerſteige und traten hinaus in die neben der Villa Palatina gelegene Vigna des engliſchen Collegs, wo uns ganz weißblühende Apfelbäumchen vaterländiſch entgegen nickten auf dieſem Berg der Weltruinen. Sogleich gelangten wir auf einen Punkt wie ich mir ihn auch im Traume noch nie zuvor gedacht hatte: Vor uns der Monte Celio, zur Rechten der Aventino; auf dem letzten Plane hehre demantblitzende Gebirge, und weiterhin rechts die Campagna bis zu einem Faden Meer, das man eigentlich nur im Wiederglänzen erkennt, gegen Oſtia hin zur Linken Conſtantinbogen und Coloſſeum. Gegen⸗ über um dieſe geſtürzten Denkmale, dieſe Kirchen und Klöſter alle mit ihren Gärten, ihren Pinien und Palmen: zunächſt S. Gregorio, dann S. Balbina, S. Saba; mehr zurück die gewaltige Ruine der Thermen des Caracalla, gerade vor uns, und über ſie hinaus jener in Silber ſchwimmende Rund⸗ thurm das Grab der Cäcilia Metella auf der Via Appia. Dicht bei uns, am Fuße vom Aventin, auf dem Teppiche von lieblichem Grün, eine kleine weiße Heerde von Juden⸗ gräbern mit ihren ſteinernen Decken; es hat etwas gar Rührendes wie ſie ſo friedſam und weltverloren da ſchlum⸗ mern, das geringe Häuflein der wandernden Kinder Iſraels in der weiten, alles verſchlingenden, alles begrabenden und alles umgrünenden Roma.So verloren wie in dieſem unermeßlichen Circo massimo, äußerte mein Begleiter, ſtehen die Hebräer in der Welt ſelbſt da, und auch in der