Jahrgang 
1857
Seite
382
Einzelbild herunterladen

in der Tracht weichen ſie allmählig von ihrer Tradition ab, und tragen auch ſchon weitärmlige Hemden und Stiefel⸗ ſporen. Den Männern ſagt man nach, daß ſie dem Militär⸗ dienſt ſehr abgeneigt ſind. Die Bekleidung der Frauen beſteht in einem langen, geſtickten Hemd, welches um die Mitte des Leibes durch einen buntgefärbten Wollgurt zuſammen gehal⸗ ten wird. Als Halsſchmuck lieben ſie bunte Glaskorallen, die jungen Frauen tragen roſenrothe Häubchen; die Matronen ein blaues, weißgetupftes Kopftuch und eben ſolche Schürzen. Die Schokatzen leben in einem Familienkontubernium bei⸗

währt. In dieſen drei Tagen gehen alle Hochzeiten vor ſich, die mit großen Ceremonien begangen werden. Wenn der Jüngſte, nämlich der Schweinehirt, heirathen ſoll, wird er einige Tage vor der Hochzeit aus dem Walde nach Hauſe ge⸗ rufen. Nachdem er mit einem neuen Hute, einem Szür (Bauermantel) und mit Spornſtiefeln ausgeſtattet worden, wird mit dem Dudelſack die Braut in die Kirche abgeholt, und von da, nach vollzogener Trauung, unter möglichſt lautem Gefolge und Gedudel in das Hochzeitshaus zurück⸗ gekehrt, wo der in der Regel kaum ſechzehnjährige Bräutigam

Erdbeermädchen.

ſammen, oft zwanzig bis dreißig Köpfe unter einem Dache. nichts Eiligeres zu thun hat, als ſich an den gedeckten Tiſch Das Oberregiment führt derSztäräcz, das älteſte Fami⸗ zu ſetzen und ſich vielleicht zum erſten Male in ſeinem Leben lienhaupt, und den einzelnen Zweigen der gemeinſchaftlichen an den aufgetiſchten Braten, Kuchen und Bäckereien gütlich Wirthſchaft ſtehen die Söhne und Enkel vor, immer jedoch zu thun, und aus der Weinflaſche ſich den Muth zu holen, in einer gewiſſen Rangordnung, ſo zwar, daß an der Seite mit ſeinem jungen Weibchen ein paar Worte zu wechſeln. des Sztäräcz der älteſte Sohn gleichſam der Unter-Schaffner Nach dem Hochzeitsmahl führt er die Braut zum Tanz, oderzweite Wirth iſt, dann folgt derVolar oder Rinder⸗ welcher immer vor dem Hauſe des angeſehenſten Dorfinſaſſen hirt, derCſoban oder Schafhirt und der Jüngſte muß ſich abgehalten wird. Hier wird dann, ſchon in halb berauſchtem mit der Rolle desSzvinyär oder Schweinhirten begnügen. Zuſtande, der nationaleKolo getanzt, wobei der Bräutigam Eigenthümlich iſt, daß bei ihnen der Faſching nur drei Tage ſeiner Braut als Liebkoſung mit der Hand auf die Füße