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nothwendig auch auf ihre ökonomiſchen Beziehungen, auf die Lehre von ihrem Haushalt über. Indem nänlich dieſe Lehre ihre Folgerungen aus dem von der Natur gegebenen Weſen des Menſchen, deſſen Ausfluß die Geſellſchaft iſt, abzuleiten und darauf zurückzuführen hat; indem ſie ſich alſo beſtrebt, die Geſetze aufzufinden von Erſcheinungen, welche auf natürlichem Gebiete vor ſich gehen— dahin gehört das Leben organiſcher Weſen unzweifelhaft— tritt ſie aus dem Reiche der Willkür in das der Nothwendig⸗ keit, der Geſetzlichkeit ein, welche überall in der Natur herrſchen. haltloſen Projecten menſchlicher Phantaſie, den mannigfachen Fehlgeburten ſocialer Organiſation, welche auf Alles eher, als auf den Menſchen, wie er von Natur iſt, paſſen und eine ganz neue Welt mit eigens dazu erſchaffenen Weſen— oder vielmehr Unweſen— vorausſetzen. Vielmehr ge⸗ langen wir dazu, in den wirthſchaftlichen Vorgängen jener Alles durchdringenden Harmonie der Natur nachzuſpüren,
welche des Menſchen Eingriffe wohl ſtören, aber niemals Daher gilt es zunächſt, die einzelnen
verbeſſern können. Vorgänge und Thatſachen auf wirthſchaftlichem Felde feſt⸗
So brechen wir mit einem Male mit allen den
zuſtellen und zu vergleichen, um ſo allmälig zu den leitenden Geſetzen hingeführt zu werden, welche dieſelben beſtimmen V und verknüpfen. Dabei haben wir nie zu vergeſſen, daß es das Lebensgebiet des Menſchen iſt, dem die fraglichen Vorgänge angehören; daß wir alſo Weſen und Beſtimmung des Menſchen nie aus den Augen verlieren dürfen, als die V Proben, an welchen ſich die aufgefundenen Sätze in ihren Und ſo faſſen V wir das Reſultat unſerer Erörterung kurz dahin zuſammen: daß auf volkswirthſchaftlichem Felde ſo wenig, wie auf irgend einem Naturgebiete, Raum zu willkürlichen V Schöpfungen gegeben iſt; V
letzten Konſequenzen bewahrheiten müſſen.
daß vielmehr die wirthſchaftlichen Vorgänge in dem großen Verkehrsproceſſe der Menſchheit ebenſogut, wie die phyſiologiſchen im Leben des Einzelnen, gewiſſen, überall mit Nothwendigkeit auftretenden Geſetzen unterliegen; daß es alſo darauf ankommt, dieſe Geſetze aus der Fülle der Thatſachen herauszufinden, um ſein Thun darnach zu richten, nicht aber, wie die Geſellſchafts⸗ künſtler der verſchiedenſten Zeiten und Völker gethan,
neue, beliebige Geſetze zu machen.
Seit dem Erſcheinen des erſten Artikels in Nr. 28 unſers Blattes ſind Nachrichten in Europa eingetroffen, welche für die r zu Aſien hochwi und ganz geeignet ſind das Intereſſe für die in dieſem Welttheil ſich vorbereitenden Ereigniſſe außerordentlich zu ſteigern. Nicht bloß das Verhältniß Englands zu Perſien iſt, trotz des ſoeben erſt abgeſchloſſenen Friedensvertrags, noch nicht völlig geklärt, da Rußland offenbar mit über⸗ legenem Erfolg gegen eine redliche Ausführung jenes Ver⸗ trags in Teheran intriguirt; nicht blos in China und zu⸗ nächſt in Kanton iſt das Anſehen Englands misachtet und dieſes gezwungen einen Kampf zu beginnen, in welchem es zwar durch die Ueberlegenheit ſeiner Kriegsmittel und Ma⸗
ſchinen des äußeren Erfolgs ziemlich ſicher ſein kann, von
welchem es aber ſchwer zu ſagen iſt, was ſeine Reſultate ſein
Stellung der Engländer zu Aſien hochwichtig
werden, weil es ſich um die Beſiegung der Regierung eines einheitlichen Volkes von 350 Millionen Menſchen handelt; ſondern die hundertjährige Herrſchaft der Engländer in Hin⸗ doſtan iſt plötzlich erſchüttert durch die Empörung oder Auf⸗ löſung der geſammten eingebornen Regimenter, durch welche eine Handvoll Europäer bis jetzt Bevölkerungen mit einer Menſchenzahl von mehr als 150 Milloonen regiert hatten. Mit einem Schlage ſieht ſich dieſe verſchwindend geringe Anzahl von Europäern auf die wenigen Tauſende euro⸗ päiſcher Soldaten reducirt, einer empörten Soldateska und fremdartigen, zum Theil wenigſtens unzufriedenen und unter dem Joche knirſchenden Bevölkerungen gegenüber, denen jetzt die Gelegenheit geboten iſt die Herrſchaft der Europäer abzuwerfen und— ſich frei zu machen. Aber hier liegt der Punkt, welcher den Engländern zu Statten kommt: dieſe
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