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Außer dem Fleiſch(dem Parenchym) und ſeinen Stärke⸗ mehlkörnern iſt noch ein anderer Theil der Kartoffelknolle, die „Schale“ in Bezug auf mikroskopiſchen Bau, beachtenswerth. V
vergrößerten, ſenkrechten Durchſchnittes durch dieſelbe. Auch ſie beſteht natürlich aus Zellen, aber aus plattenförmigen, ziemlich regelmäßig über einander geſchichteten. Nur erſt bei der ausgewachſenen alten Knolle ſind deren Lagen ſo zahlreich vorhanden, wie die Zeichnung angibt, in der jungen dagegen nur in wenigen Schichten, die ſich häufig abblät⸗ tern und abziehen laſſen. Die oberflächlichſten dieſer Scha⸗ lenzellen ſind gebräunt und dünn, in den tieferen Schich⸗ V
Unter Fig. III. bei A finden wir das Bild eines bedeutend V
ten jedoch werden ſie weiter und weiter und ſchließen ſich endlich in ihrer Form an die des Parenchyms an. Sie enthalten nie Stärkemehlkörner, alle Lebensregung erſtirbt ſehr bald in ihnen, und ausgewachſen führen ſie blos Luft. Durch ihr Verhalten gegen chemiſche Reagentien ſchließen ſie ſich von allen andern Zellengattungen ab. Man hat dieſe Zellenart, die meiſt oberflächlich als Schlußſchicht (Schale, Rinde) gewiſſer Pflanzenbildungen oft ſehr maſſen⸗ haft auftritt, wie in der Rinde der Korkeiche, welche die Subſtanz des Bouteillenkorkes liefert, Korkzellen genannt.
An unſerer Kartoffelknolle kömmt Korkgewebe, außer in der genannten Schale, noch in jenen, vom„Auge“ in das Innere verlaufenden Linien(Fig. I. e) vor, und aus dieſem Grunde müſſen wir letztere als Abgrenzungen verſchmolzener Stengel und Blätter deuten.
Jedem Landwirthe werden ſicher Mißbildungen, biswei⸗ len ſonderbarer Art, an Kartoffelpflanzen vorgekommen ſein, z. B. Knollen, die an gewiſſen Stellen zu Blättern, ſelbſt zu Zweigen umgebildet waren; Stengel, deren Spitzen, die zu⸗ fällig in die Erde gelangt war, anſtatt des Laubes Knollen
getragen hatten, oder, ein ſehr gewöhnlicher Fall, Knollen, die blosgelegen, das Grün der Blätter angenommen u. ſ. w.
Alle dieſe wunderlichen Naturſpiele liefern weitere ſchlagende
Beweiſe über die Knospennatur der Kartoffel, für deren
Kultur daraus ſich manche wichtige Fingerzeige ergeben. Erklärung der Figuren.
Bild eines Durchſchnittes durch die Kartoffelknolle.
a. Augenwärzchen. b. Reſt des knollentragenden
Ausläufers. c. Parenchym. d. Schale. e. Ab⸗
grenzungslinien der verwachſenen Blätter der ein⸗
zelnen Knospen..
Fig. II. Bild eines etwas vergrößerten Durchſchnittes durch das Augenwärzchen bei A und einen Theil der Knollenſubſtanz. a. Knospenblätter. b. Vege⸗ tationspunkt. B. Schale. C. Parenchym der Knolle. D. Abgrenzungslinien.
Fig. III. Senkrechter Durchſchnitt durch die Schale(A) der Knolle und deren Parenchym bei B, das in ſeinen Zellen Stärkemehl führt.
Fig. IV. Verſchiedene Stärkemehlkörner bedeutend vergrößert.
Fig. I.
mas beliebt.
Die Memoiren des Herzogs von St.⸗Simon, welche eine ſo koſtbare Quelle für die Geſchichte Ludwigs XIV., der Regent⸗ ſchaft und der erſten Zeit Ludwigs XV. bilden, und die handeln⸗ den Perſonen, ſowie die politiſchen Situationen jener merkwür⸗ digen Periode uns in lebhaften Schilderungen eines Zeitgenoſſen und theilweiſe Augenzeugen vorführen, ſind in den letzten Wochen zum erſten Mal in ganz vollſtändiger Ausgabe nach der Original⸗ handſchrift des Verfaſſers veröffentlicht worden und haben bei dem gebildeten Publikum in Frankreich großes Intereſſe erregt. Der Herzog von St. Simon hat von ſeiner frühen Jugend an täglich Alles, was er ſah und hörte, aufgezeichnet; im hohen Greiſenalter, nach einem reichen, vielbewegten und politiſch⸗ thätigen Leben dieſe Tagebücher und Notizen zu einem lebens⸗ vollen Ganzen verarbeitet und daſſelbe noch vor ſeinem Tode eigenhändig ſauber abgeſchrieben. Aber nach ſeinem Tode nahm die franzöſiſche Regierung die Handſchrift in Verwahrung und nur wenige Vertraute hatten das Glück davon Einſicht nehmen
zu können. Madame du Deffand, der ſie vom Herzog v. Choiſeul mitgetheilt wurden, war davon ſo entzückt, daß ſie in ihrer Cor⸗ reſpondenz mit Horace Walpole es unendlich bedauert, dieſen nicht zum Theilhaber an dem Genuſſe machen zu können, den ihr dieſe Memoiren bereiteten. Seit 1784, faſt dreißig Jahre nach dem Tode des Autors, wurden einzelne Anekdoten und Stücke aus den Memoiren veröffentlicht, ſpäter mehr, erſt 1829 wurden ſie beinahe vollſtändig herausgegeben und machten eine außeror⸗ dentliche Senſation. Aber die Herausgeber hatten nicht nur den Styl der Originalhandſchrift verbeſſert und moderniſirt, ſondern auch noch immer Vieles ausgelaſſen, verſtümmelt oder abſichtlich unverſtändlich gemacht. Erſt die letzte vor Kurzem erſchienene
Ausgabe von Cheruel und Sainte⸗Beuve iſt getreu nach dem Original gefertigt und gibt dieſe intereſſanten Aufzeichnungen zum erſten Mal ſo, wie ſie von dem Verfaſſer gemacht wurden. Saint-Simon war Herzog und Pair und ſehr bemüht ſeinem Stande wieder politiſchen Einfluß und eine feſte politiſche Stel⸗ lung zu verſchaffen. Aber die Zeit dazu war vorüber und ſeine ganze politiſche Thätigkeit verlief daher in fruchtloſen und un⸗ möglichen Reformverſuchen. Der Herzog von Bourgogne, nach dem Tode des Dauphins präſumtiver Thronerbe, war von ihm gewonnen; als dieſer noch vor Ludwig XIV. ſtarb, ſuchte er den Regenten Philipp von Orleans für ſeine Pläne zu erwärmen, aber dieß gelang ihm nur ſehr unvollſtändig, obgleich er Mitglied des Regentſchaftsraths war und, wenn er wollte, Miniſter hätte werden können. Als auch der Regent ſtarb, verlor er allen poli⸗ tiſchen Einfluß, zog ſich auf ſeine Güter zurück und beſchäftigte ſich mit der Redaktion ſeiner Memoiren. Seiner politiſchen An⸗ ſchauung haftete jener Widerſpruch an, von dem ſich auch keine der ſpäteren franzöſiſchen Oppoſitionen zu befreien vermochte: auf der einen Seite nämlich wollte er der Staatsgewalt und dem Königthum einen gewiſſen damm entgegenſtellen, auf der andern ſah er doch in der Staatsgewalt den Grund aller politiſchen Rechte und Befugniſſe. In dieſem Widerſpruch iſt die Quelle der ewigen Unfruchtbarkeit zu ſuchen, zu welcher die politiſche Oppoſition in Frankreich verurtheilt iſt. Man darf übrigens in ſeinen Me⸗
moiren nicht eine objektive Schilderung ſeiner Zeit erblicken: er ſchildert die Perſonen und Zuſtände, wie ſie ihm auf ſeinem ſehr ſubjectiven Standtpunkt erſcheinen, und nur wenn man dieß
feſthält, kann man ſie mit Nutzen leſen.
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