China und die Chineſen. J.
Der Kaiſer Napoleon ſoll vor Kurzem ſeine Miniſter weſen und dieſer Einfluß iſt ein ſolcher, daß die bevorſtehen⸗ durch die Erklärung überraſcht haben, daß das politiſche den Ereigniſſe in China dadurch eine ganz außerordentliche Intereſſe der nächſten Zukunft ſich in China concentrire. Wichtigkeit erlangen und eine Betheiligung an denſelben ohne Wenn den Herrn Miniſtern, als ſie dieſe Erklärung hörten, die äußerſte Vernachläſſigung der franzöſiſchen Intereſſen die außerordentliche Geringfügigkeit der Beziehungen zwiſchen gar nicht umgangen werden könnte. Frankreich und China ſich vergegenwärtigte, wenn ſie ſich Nur die Unwiſſenheit oder die Blaſirtheit kann überhaupt erinnerten, daß auf 400 Handelsſchiffe, die von England, die Bedeutung eines Ereigniſſes unterſchätzen, durch welches auf 200, die aus Nordamerika in chineſiſchen Häfen einlau- das größte Reich der Welt, bevölkerter als ganz Europa, fen, nur 4, ſage Vier, franzöſiſche kommen, wenn ſie gedach⸗ zugleich eines der fruchtbarſten, wohlangebauteſten, induſtriell⸗ ten, daß auch die ungemein rührige katholiſche Propaganda ſten und handelsthätigſten Länder, ein Land von faſt 400 Mill. Frankreichs, die ſich nicht geringe Mühe gibt, China für den Menſchen, von welchen wir bis heute noch ganz unvollkom⸗ Katholicismus zu bekehren, nach dem eigenen Geſtändniß der mene, in allen Punkten der Berichtigung bedürfende Vor⸗ Miſſionäre keine Reſultate aufzuweiſen hat, die mit den An⸗ ſtellungen haben, dem europäiſchen Verkehr geöffnet, dem ſtrengungen in irgend einem Verhältniß ſtehen, ſo kann man europäiſchen Einfluß und möglicherweiſe der europäiſchen ſich wol nicht ſehr wundern, wenn ſie die Erklärung ihres Herrſchaft unterworfen werden ſoll. Es iſt dies eine Unter⸗
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Chineſiſche Geräthſchaften.
Herrn und Meiſters überraſchend fanden. Die realen In⸗ nehmung, der ſich an Größe und Wichtigkeit gar nichts an tereſſen, welche Frankreich China gegenüber zu vertreten hat, die Seite ſtellen läßt; denn das Römerreich zur Zeit ſeiner ſcheinen viel zu unbedeutend, als daß dieſes Land plötzlich größten Ausdehnung umfaßte nur den dritten Theil der Be⸗ Mittelpunkt des politiſchen Intereſſes für die Franzoſen völkerung, welche China enthält. Aber es ſcheint, daß ge⸗ werden könnte. rade das Außerordentliche des Unternehmens die Geiſter ver⸗
Die Sache ſteht aber doch anders, und der Kaiſer der wirrt und eine richtige Auffaſſung verhindert. Die Chineſen Franzoſen hat ſich auch hier, wie überall, weitſchauender ge⸗ ſind in Europa meiſt ein Gegenſtand bloßer Neugierde und zeigt, als es ſeine Miniſter und die meiſten Franzoſen ſind. des Gelächters. Man dünkt ſich außerordentlich erhaben Bei dem heutigen Stand der europäiſchen Völkerverhältniſſe über ſie und Niemanden wird es einfallen zu bezweifeln, daß und ſeitdem Frankreich, auf ſeine frühere Eroberungspolitik ein vollſtändiger Sieg über ſie für die Engländer bloßes verzichtend, ſich gewiſſermaßen der Einheit der europäiſchen Kinderſpiel iſt. Die früheren Conflicte zwiſchen Briten und Geſittung unterworfen hat und in ein enges Bündniß mit Chineſen haben allerdings bewieſen, daß die letztern der England getreten iſt, wird es nothwendig von Allem, was europäiſchen Kriegführung nichts von Belang entgegenzu⸗ auf die Handelsbewegung und das Güterleben Europas einen ſtellen haben. Aber man überſieht Zweierlei: erſtens daß bedeutenderen Einfluß ausübt, aufs Tiefſte berührt, ſelbſt wo die Chineſen, wenn auch im Feld beſiegt, volkswirthſchaft⸗ he unmittelbare Beziehung gar nicht erſichtlich iſt. So lich über England und Europa Sieger geblieben ſind, und
ar denn ſchon bisher der Handelsverkehr der europäiſchen zweitens daß ſelbſt der entſcheidendſte Sieg die Sieger über Völker mit China, obgleich die unmittelbare Betheiligung eine ſo große, ſo reiche und ſo eigenthümliche Nation in Ver⸗ Frankreichs an demſelben eine ſehr unbedeutende war, doch legenheit ſetzen und die bedeutendſte Rückwirkung auf Europa vom tiefſten Einfluß auf das franzöſiſche Geld⸗ und Güter⸗ üben muß.


