312— willſt einen Brabanter verdienen, ſo verſteck mich bei Dir,„Und ſeit dieſer Zeit biſt Du immer Sonntags zu man will mich fangen.„„Komm herein!““ ruft ſie und Deinem Schatz gegangen?“ frug Engel. macht ſchnell die Hausthüre auf, drückt mich die Stiege„Ja, und lange hat's Niemand gemerkt, ſelbſt der hinauf durch die Fallthüre in ein kleines Kämmerlein. rothe Ignaz nicht,— und die Ahne hat ſich gefügt, weil „„Da bleibe ruhig,““ ſagte ſie,„„ich laſſe Niemand zu wir's halt nicht anders gethan haben. Da hat des rothen Dir. Darfſt mir glauben.““ Und ſo war es auch— V Ignaz Schweſter geheirathet, und er wollte die Crescenz durs ſie fanden mich nicht. Crescenz ſagte, ſie hätte mich gar nun haben, ſie aber ſagte nein dazu,— da hat er der Int nicht geſehen. Als es ſchon lange Nacht war, holte ſie Alten gedroht, ſie aus dem Häusle zu werfen, und die Pen mich herunter in ihr Stüble. Sie hatte die Läden rauf⸗ hat's dann verrathen, daß ich Schuld ſei, daß ihn die den gezogen und die Hausthüre feſt verſchloſſen, und ein klei⸗ Crescenz nicht wolle. Er paßte mir auf und frug mich,— nes Oellämple ſtand auf dem Tiſche. Hinterm Ofen auf was ich denn mit der Crescenz vorhabe? Heirathen könne di der Beudt lag ihre Ahne, die ſchon lange krank war, und ich ſie ja doch nicht.„Das geht Dich nichts an,“ gab auf das Mädle hatte ſonſt keinen Freund(Verwandte) mehr, ich ihm zur Antwort.„Mein Schatz iſt und bleibt ſie, 4 dem ſie angehörte, und mußte ſich kümmerlich ernähren Du magſt ſagen, was Du willſt.“ Da hat er mich ge⸗ br mit Nähen und Stricken;— auch das Häusle und Gärtle ſchimpft und wir kamen hintereinander, und es hätte— und ihre Geiſe gehörten eigentlich nicht mehr ihr, ſondern blutige Köpfe gegeben, wenn die Crescenz nicht dazwiſchen V 1 ihrem Nachbarn, dem rothen Ignaz, der ihrer Ahne ſchon geſprungen wäre und ſich an mich gehängt hätte. Der Mi oft Geld darauf geliehen hatte. Eltern hatte ſie ſchon Ignaz iſt dann mit Schimpfreden davongegangen und hat un lange keine mehr. Sie ſagte mir dies alles und ſah mich ſich viele Wochen ruhig verhalten, nur mit der Alten ſn dabei an, daß mir das Herz bald lachte, bald traurig hat er manchmal verkehrt, und die wollte durchaus nicht ſch war; aber wie ſie mir noch zuletzt erzählte, daß der rothe mehr leiden, daß ich kommen ſollte; und von da an Ignaz ihr nachſtelle, und daß ſie ihm aus dem Wege habe ich Crescenz nur im Walde heimlich geſehen. Erſt laufe, wo ſie ihn ſehe, und er jetzt dennoch ihrer Ahne zu als ich verſprochen habe, der Mutter ihren Willen zu verſtehen gegeben habe, daß er ſie zum Weibe nehmen thun, und mir eine Bäurin zu ſuchen, bin ich wieder ins wolle, ſobald ſeine Schweſter verheirathet wäre, und der Haus zur Crescenz gegangen und hab ihr und der Ahne Ahne es recht ſei, ja ſie es für ein großes Glück halte, geſagt, wie die Sachen ſtehen.„„Ich hab das wohl ge⸗ und dem Ignaz überall Vorſchub leiſte— ſieh, Engel, wußt,““ ſagte die Alte,„„und der Ignaz auch, aber das da überfiel mich eine Wuth, daß ich den Ignaz hätte um⸗- einfältige Mädle hat's nicht glauben wollen. Es iſt gut, bringen können, und ich ſagte ihr:„Du darf dem Ignaz daß Du es ihr jetzt ſelbſt ſagſt, damit ſie ſich nicht mehr ſein Schatz nicht werden!“„„Ich will auch nicht,““ gab ſträubt, den Ignaz zu nehmen, der nicht von ihr laſſen ſie zur Antwort. Und ſo gab eine Rede die andere, und willl, obgleich ſie arm und ſchon ſo lange mit Dir gegangen ich merkte bald, daß, wenn ich der Ignaz wäre, würde ſie iſt.““ Crescenz ſprach keine Silbe dazu, aber ſie wurde ſich nicht wehren, ſein Schatz zu ſein. Da rief die Ahne, ſchneeweiß wie der Tod, und ſah mich an, daß es mir welche bis jetzt geſchlafen hatte, ſie ans Bett, und ſie ins Herz ſchnitt, wie mit zehntauſend Meſſern. Wenn ſtellte ſchnell das Licht ſo, daß mich die Alte nicht ſehen Du nur lutheriſch wäreſt! rief ich, ſieh, dann nähm ich konnte, und ſetzte ſich zu ihr. Die Ahne hielt ſie feſt an Dich doch zur Höhlenbäurin, und wenn's ganz Ort in der Hand,— leiſe ſchlich ich mich auch hinzu und hockte Aufſtand drüber käme. Da ſchrie aber die Alte laut her⸗ mich auf den Boden zu ihren Füßen und neigte meinen aus:„„Schweig, Du verfluchter Ketzer und packe Dich! Kopf an ihren Schooß; ſie legte die Hand, welche die V Es geſchieht mir ſchon recht, daß ich ſehen muß, wie das Ahne freigelaſſen, darauf— da war es mir zu Muthe, Mädle elend iſt. Es iſt Sündenſchuld, daß ich Dich nur als ſei ich im Himmel und ein Engel wache über mir. eine Stunde im Hauſe geduldet habe.““ Dann nahm V Ich ſchlief ein, und Crescenz auch. Als ich erwachte war ſie die Crescenz und ſchleuderte ſie wider die Bank. Sie V das Oellämple erloſchen; es war ſtockfinſtere Nacht;— fiel daneben nieder und verbarg ihr Geſicht daran. Ih Crescenz Hand lag noch auf meinem Kopfe und es fuhr wollte zu ihr, aber die Alte vertrat mir den Weg.„„Geh durch mich wie lauter glühende Funken.„Das Mädle fort,““ ſchrie ſie,„„oder mein Fluch ſoll Dich treffen!“““ 5 muß dein ſein,“ ſonſt konnte ich nichts anderes denken. Und ſie ſah mich ſo gräßlich an, daß es mich ſchüttelte. te „Schläfſt Du, Crescenz?“ flüſterte ich leiſe.„„Bſt! Ich rannte hinaus und wollte fort, da trat mir der Ignaz ſch ſei ſtill! Wecke die Ahne nicht!““ ſagte ſie ebenſo, und in den Weg.„„Ich hab auch noch ein Wort mit Dir zu M bückte ſich zu mir herunter. Da umſchlang ich ihren reden,““ ſagte er hämiſch,„„umſonſt ſollſt du nicht davon we Hals und zog ſie auf meine Knie— und was ich ihr da kommen. Ich will die Crescenz heirathen— gieb recht alles ſagte, weiß ich nicht mehr— und wie lange wir ſo acht— wenn ichs nicht thue, jage ich ſie und die Alte Fr bei einander ſaßen, weiß ich auch nicht. Die Ahne er⸗ fort, und ſie können ins Bettelhaus wandern,— aber ich ſe wachte und rief nach dem Mädle.„„Ich bin eingeſchla⸗ will das nicht, ich will ſie wieder zu Ehren bringen, wenn 8 fen in dem Stuhle,““ ſagte ſie,„„jetzt will ich das Lämple Du ihr tauſend Gulden Heirathsgut giebſt; ich denke, du anzünden.““ Sie nahm es und ging hinaus— ich ihr das iſt nicht zu viel für Dich. Der reiche Höhlenbauer d leiſe nach. Als das Licht brannte, ſahen wir uns freudig ſoll nicht umſonſt ſo lange das ſchönſte Mädle von Tomer⸗( an, und es war mir, als kenne ich das Mädle ſo lange dingen zum Schatz gehabt haben. Schicke mir Schwarz( ich auf der Welt ſei. Da frug ich ſie:„willſt Du mein. auf Weiß, daß ich am Tage, wo ich die Crescenz heirathe, Schatz ſein?“ und ſie ſagte„„ja,““— dann ſchieden dieſe Summe bei Dir abholen kann, ſo ſoll ſie mein Weib b wir, und der Tag brach ſchon an, als ich mich auf die werden, willſt Du nicht, ſo kann ſie ins Bettelhaus 1 Bank an unſerem Hauſe ſetzte, wo Du mich damals ſchla⸗ ziehen.““* 1 fend gefunden haſt.“(Fortſetzung folgt.) 2 4 — 8 —., b —————
Jahrgang
1857
Seite
312
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