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Jlluſtrirtes
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5 1857.
Voläsöfatt.
Wöchentlich 1 ½— 2 Bogen. Durch alle Buchhandlungen und alle Poſtämter des Fürſtl. Thurn⸗ und Taxis'ſchen Poſtgebiets
für 12 ½ Ngr., und im Deutſch⸗Oeſterreichiſchen Poſtvereinsgebiete für 15 Ngr. vierteljährlich zu beziehen.
Herausgegeben von Heinrich Schwerdt. b
Baden-Baden und das Spiel.
Eine Warnung.
Von Dr. Woldemar Seyffarth. 3 (Schluß.) 1
Der Abrede gemäß verließen Hedwig und Curt den Spieltiſch und ſchweigend, er von ihr geleitet, den Saal. Schweigend gingen ſie durch die Säulenlaube, und als ſie die Stufen hinabſtiegen, lehnte die Gräfin feſter auf Curts Arm und meinte er den Druck ihrer Hand zu fühlen. Kiesplatz war hier faſt menſchenleer. Die wandelnde Menge hatte ſich am Kiosk verſammelt, wie das immer zu geſchehen pflegte, wenn die Clarinette eines Meiſters aus Straßburg ihre vollen, weichen, runden Töne hören ließ. Auf Hedwig und Curt wirkte der Zauber nicht. Gleich als ſei es abge— ſprochen, wendeten ſie ſich der Höhe zu, wo die Ruhebank ſtand, auf welcher ſie geſtern geſeſſen. Ehe ſie aber den dahin führenden Pfad erreichten, brach Hedwig das Schwei⸗ gen.„Es drängt mich Ihnen zu danken,“ ſagte ſie mit bewegter Stimme;„nur kann ich das Wort nicht finden.“
„Und wofür Dank?“ verſetzte Curt. Verſprechen erfüllt, Ihnen meine Hand geliehen? haben Sie überreich gelohnt. Ich ſah Sie glücklich.“
„Guter Curt,“ hauchte die Gräfin.
Bald darauf traten Beide aus dem Schatten der Bäume in den hellen Lampenſchein. Die Ruhebank war frei.
„Ich hatte kaum noch Vertrauen zu der letzten Nummer,“ begann Curt.
Dafür
„Ich keins,“ antwortete die Gräfin.„Um ſo größer meine
Ueberraſchung, meine Freude. Ihr und mein Lebensalter
Der
„Daß ich mein
verloren, zum Zeichen daß ſie für einander verloren ſind. Das Alter meines Bruders gewann, zum Zeichen daß er vergüten will. Laſſen Sie mir den Glauben an dieſe Be deutung.“ „Ich laſſe Ihnen den letztern Glauben, Hedwig; ich theile ihn,“ erwiederte Curt.„Laſſen Sie mir den und theilen Sie ihn, daß das erſte Zeichen trog, damit das zweite wahr werden könne.“
„Ich will glauben,“ flüſterte die Gräfin;„aber ich kann nicht hoffen.“ Dann von ihrem Gefühle ſich losringend fuhr ſie fort:„Ich darf das Glück des heutigen Abends nicht ungenutzt laſſen. Die Uhr ſchlägt Neun. Es bleibt uns eine Stunde, bevor der Graf uns erwartet. Dieſe Stunde kann viel entſcheiden. Sie kehxen mit mir zum Spiele zurück?“
„Sie wollen wieder ſpielen, Hedwig?“ fragte Curt.
„Mit Ihrer Hilfe,“ bejahte die Gräfin;„Sie leihen mir wieder Ihre Hand?“
„Meine Hand gehört Ihnen,“ ſagte Curt. wollen Sie ſpielen?“
„Klug und bedachtſam wie vorhin,“ ſcherzte die Gräfin. „Von den gewonnenen fünfunddreißig Goldſtücken bitte ich um V die verlorenen drei. Ich ſchulde ſie meinem Vater. Die
übrigen zweiunddreißig behalten Sie. Zwölf beſtimme ich der Roulette. Das Zahlenſpiel iſt gefährlich; aber es bringt
„Aber wie


