Jahrgang 
1857
Seite
245
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der phyſikaliſchen Anſicht, die Buchſtaben df endlich ein Bogenſtück der aſtronomiſchen Grenze. Auf dieſem nur durch

eine dünne Schale von uns getrennten Feuermeer leben und ſchaffen wir

1u 1 Weenhenneennnn, 5 der Brunnengrä⸗

ber, und fühlen uns vollkommen ſicher. Ja, der Berg⸗ mann treibt ſeinen

nicht, welche ge⸗ meingefährliche, nach jedem Crimi⸗ nalgeſetzbucheſtraf⸗ bare Handlung er damit begeht.

Das kommt da⸗ her, ſagt der Leſer, weil Einem das, was man nicht weiß, auch nicht heiß

uoo Meilen noe Meilen, L2dο Meilen

nub Aeiulen

ſchoſſen! Gerade Io0d Meilen ſind die Ddd MeilenIe en logen fleißig in die L(Leeehregegangen, be⸗ duo Meilen Avor ſie jene Ent⸗ deckungen machen konnten. Nun ſei es aber fern von uns, daß wir etwa un⸗ ſeren kaltblütigen Leſern heiß mach⸗ ten. Nein, wir ſagen das Alles nur, weil wir glauben, daß zwar bei der Erde alo Meiten wie beim Men⸗ ſchen die hauptſäch⸗

éo Meilen 609 Meiler

Sod Meuen

S Meilen dem eignen Innern

2hs Ale en feurige zu Excentri⸗ citäten geneigte Na⸗ tur ſich durch alle Stürmezum Lichte, zurKlarheitund zur Ruhe durchzurin⸗ gen vermag. Eine ſolche kerngeſunde, zur Vervollkomm⸗ nung Conſtitution hat

T00 Meilen

Vor vielen tauſend Jahren freilich, als dieſe noch in

Erde. ihren Flegeljahren ſtand, als ein junges, feuriges Blut durch ihre Adern kreiſte, damals war ſie nach allen vernünftigen Ver⸗

Alle, mit Einſchluß

muthungen, auf die wir wol ein ander Mal zu ſprechen kom⸗ men, durch keine feſte Rinde oder Schale beengt. Eine gewal⸗ tige feurig lohende Kugel wälzte ſie ſich, in ein Meer von Däm⸗ pfen gehüllt, durch das Weltall. Langſam, langſam im Laufe von Jahrtauſenden erkaltete dann ihr äußerer Umfang und wurde allmählich zur feſten Kruſte. Aber noch durchbrach die innere glühende Maſſe oft dieſe äußerſt ſchwache Wandung und verſchlang ſie theilweiſe, um neue feſte Beſtandtheile an die Stelle der verſunkenen zu ſetzen. Doch wie es den

Brauſeköpfen unter den Menſchen geht, ſo ging es auch un⸗

ſtärker wurde die Rinde. Schacht tiefer und tiefer und bedenkt

macht. Aberfehlge⸗

bei den Bergleuten Herren Phyſiker und Geo⸗

liche Gefahr aus

droht, daß aber auch hier wie dort eine

drängende

nun unſre ſchöne

ſerer Erde. Immer mehr kühlte ſich die Maſſe ab, immer Endlich wurde ſie ſo kühl, daß die Dunſtmaſſen um ſie herum ſich an der Kruſte nieder⸗ ſchlagen konnten, wie der Dunſt ſich an unſeren Fenſtern in Tropfen anſetzt. So entſtanden Seen und Meere, mit dem Waſſer zugleich pflanzliches und thieriſches Leben.

Noch hätte ſich aber ſchwerlich ein Menſchenkind auf der⸗ ſelben niederlaſſen und etwa ein Hinterwäldlerleben begin⸗ nen können. Abgeſehen davon, daß ihm die Gewächſe und Thiere wohl allzufremd und meiſt ungenießbar erſchienen wären, abgeſehen von der ſchwülen, feuchten Guano⸗Luft, dem tief herabhängenden, dichten Wolkenſchleier, der jahraus jahrein keinen freundlichen Sonnenſtrahl hindurchblicken ließ, abgeſehen von dem Allen, war es immer noch zu unſicher auf der Erde, als daß ſich ein civiliſirter Staatsbürger auf ihr hätte behaglich fühlen können.

Noch immer ſinken von Zeit zu Zeit ganze Länderſtriche und Gebirge hinab in die Glut, noch immer bilden ſich Ge birge, wo noch vor Kurzem tiefe Seen geſchäumt und gebran⸗ det haben. Das ſiegesmuthige Leben ſproßt hier und dort neu auf, aber nur um bald darauf durch Feuer, Waſſer, giftige Gaſe, durch Schutt von Gebirgen, auf tauſend ande⸗ ren Wegen vernichtet und begraben, zu immer neuem Ent⸗ ſtehn genöthigt zu werden.

Endlich, nach tauſend wilden Kämpfen, war die gegen⸗ wärtige Schöpfung reif geworden, endlich war ſie des Men⸗ ſchen werth. Das Reich der Menſchen aber wuchs und wuchs, aus Hütten wurden Häuſer, aus Weilern Dörfer, aus Dörfern volkreiche Städte. So ſind wir, was wir ſind, und die Erde iſt zu geſetzten Jahren gekommen und läßt uns ruhig ſchaffen und walten. Nur hin und wieder giebt ſie uns warnend ein Zeichen, daß wir nicht zu feſt auf unſere Kräfte vertrauen, nur hin und wieder noch ſtößt ſie aufbrau⸗ ſend glühende Ströme aus, nur hin und wieder und örtlich ſehr vereinzelt wanken ihre Pfeiler, heben ſich unter Feuer⸗ ſäulen und Waſſerdämpfen neue Inſeln aus dem tiefſten Grunde des Weltmeeres. So lehrt ſie uns, daß die Reihe der Revolutionen, der Weltuntergänge aus eigner Macht⸗ vollkommenheit noch nicht geſchloſſen, daß ſie wenigſtens noch

nicht unmöglich geworden ſind.

Wir übergehen die Reihe von leeren Vermuthungen, nach welchen uns auch aus den Schwankungen des Gleich⸗ gewichts, aus einer veränderten Richtung der Erdaxe furcht⸗ bare Revolutionen und Weltuntergänge drohen würden. Wir reden nicht davon, daß ein Moment des Stillſtandes in der Umdrehung uns und alles Bewegliche mit entſetzlicher Geſchwindigkeit tauſende von Meilen weit in den leeren Aether hinaus ſchleudern, alle Meere und Flüſſe aus ihren Ufern über das Feſtland jagen würde, daß vielleicht ſogar die Schale ſich öffnen und den feurigen Inhalt über die Oberfläche ergießen, das Leben zu einem neuen qualvollen Anbeginne, gleichſam von der Kinderfibel an, zwingen würde. Mögen dieſe Vermuthungen ihr Reſultat wirklich aus tau⸗ ſend Verſuchen richtig berechnet haben, mögen ſie ſich nament⸗