Jahrgang 
1857
Seite
214
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4 Blei⸗Röhre in ein benachbartes Haus geführt, ſo kann und geſteigert werden, je nachdem man die Röhrenleitung, das Waſſer durch einfache Vorrichtungen in jeden Raum und was damit zuſammenhängt, einfacher oder eleganter geleitet werden und ſprudelt augenblicklich friſch und in einrichtet. beliebiger Menge hervor, ſobald man den Hahn, womit So ſieht man ſchon jetzt, innerhalb und außerhalb der die Mündung der Röhre verſchloſſen iſt, aufdreht. Welch' Wohnung, die verſchiedenſten Waſſerleitungs⸗Apparate, ein reicher Gewinn für Bequemlichkeit und Geſundheit! die der Bequemlichkeit, der Reinlichkeit, der Geſundheit welch' eine unſchätzbare Wohlfahrt für den Haushalt und ſomit dem öffentlichen und häuslichen Wohl außer⸗ reicher und armer Familien! ordentlich förderlich ſind. Und je allgemeiner die hohe Allerdings wird dieſe Wohlthat nicht umſonſt ge⸗ Bedeutſamkeit der neuen Waſſerwerke anerkannt wird, ſpendet. Indeſſen ſind die Abgaben an die Waſſerleitungs⸗ um ſo vielſeitiger werden ſie benutzt werden und um ſo 4 geſellſchaft ſo mäßig, daß z. B. ein Hauseigenthümer für ſicherer und nachhaltiger auf die allgemeine Wohlfahrt den Waſſerbedarf des ganzen Hauſes nur 4 Procent vom der preußiſchen Hauptſtadt einwirken. jährlichen Miethbetrag entrichtet, oder jährlich 6 Thlr. Wer ſich näher darüber unterrichten will, dem ſei ein 20 Ngr. für jeden Morgen Gartenland, das von der Schriftchen von Dr. Fränkel empfohlen: Anſtalt bewäſſert wird. Außerdem hat der Haus- undDie Waſſerverſorgung Berlins und die Gartenbeſitzer oder auch der Miethsmann, der die Waſſer⸗ neuen Waſſerwerke in ihrer Bedeutung für die leitung benutzen will, alle Koſten für die Speiſungsröhren Häuslichkeitund das Familienwohl. Berlin, Geh. mit Zubehör zu tragen. Dieſe Koſten können ermäßigt Ober⸗Hofbuchdruckerei, 1857. 2* Der Seidenſpinner.+* 3 Von Reinherz Kromm. 1 Milt vier Abbildungen. In unſern Tagen, wo man die Damenwelt immer mehr Italien und das ſüdliche Frankreich boten ihm bald eine neue in ſeidenen Gewändern einherrauſchen ſieht, möchte es wol Heimat; und nachdem man ſich überzeugt hatte, daß er nicht unpaſſend ſein, auf jenes Thierchen hinzuweiſen, dem auch in einem kälteren Klima fortkommen könne, verpflanzte ein ſo warmer Frauendank von Rechtswegen gebührt. Wir man ihn gleichfalls nach Deutſchland. meinen den Seidenſpinner, der theils als Schmetterling, Dieſer Schmetterling wird, wie wir weiter unten ſehen & b 8N F 4 N N 3 1 fig. 2. theils als Raupe ſein irdiſches Daſein vollbringt. Zum werden, aus einer verpuppten Raupe geboren. Aber nach kühnen Fluge iſt er nicht geſchickt, dieſer Schmetterling, wie Speiſe und Trank ſieht er ſich nicht um, wie andere Erden⸗ ſeine Vettern unter den Blumen der freien Natur; ſchön kinder; zum Hinausſchweben in den weiten grünen Welten⸗ und anmuthig iſt er auch nicht: denn ihm ſind nur ſchmutzig⸗ dom zeigt er keine Luſt; er bleibt an der Stätte wo ſeine weiße Flügel beſchieden, welche am äußeren Rande etwas Wiegge ſteht, kriecht langſam auf und ab, ſchlägt mit den Flü⸗ ausgeſchnitten ſind und neben einigen blaßbraunen Streifen geln und findet ſchon nach wenigen Tagen ſein Grab. Doch nichts als einen mondförmigen, bisweilen kaum ſichtbaren ehe der Tod kommt, legt erſt das Weibchen ſeine Eier, 300 Fleck zur Schau tragen. Und doch iſt er es, dem wir den bis 500 an der Zahl, welche von gelblicher Farbe und nicht köſtlichen Stoff der Seide verdanken. 2 iſt ſein eigent: größer als ein Mohnkörnchen ſind. Wunderbar iſt die liches Vaterland. Von dort pflanzte er ſich zur Zeit des Allmacht des Schöpfers in dieſem kleinen Ei, das einen ſo Kaiſers Juſtinian nach Europa herüber, indem(ums Jahr köſtlichen Schatz in ſeinem Schoße birgt. 8 560 n. Chr.) zwei Mönche die Eier dieſes Nachtfalters in Doch ein gutes Ding will Weile haben. Erſt im künf⸗ hohlen Stöcken verbargen und nach Konſtantinopel brachten. tigen Frühjahre, wenn der Maulbeerbaum ſeinen grünen