Ende genommen, hatte, als Chef der Polizei, ſeine Augen bekanntlich überall. So entging ihm auch die Waſſer⸗
noth nicht, die bei aller Waſſerfülle in Berlin zu Tage
trat, und mit der einſichtsvollen Willenskraft, die ihm eigen, hat er nicht geruht, bis er dem Uebelſtande abge⸗ holfen. Auf ſeine Veranlaſſung that ſich eine Geſellſchaft
unternehmender(vorzugsweiſe engliſcher) Kapitaliſten zu⸗
ſammen, die ohne Belaſtung des ſtädtiſchen Aerars— das ohnehin von allen Seiten in Anſpruch genommen
iſt— unter den Augen der überraſchten Bevölkerung eine großartige Waſſerleitung herſtellte, welche nicht
blos eine der hervorragendſten Zierden der Hauptſtadt, ſondern auch für die allgemeine Annehmlichkeit und für
das öffentliche Wohl unſchätzbar iſt. Dieſe Waſſerleitung
hat den Zweck, die gewaltige Stadt auf bequeme Art mit reinem, geſundem Flußwaſſer zu verſorgen, die eckelhaften Rinnſteine(ſonſt ein Schandfleck der ſtolzen Reſidenz)
Der Waſſerthurm auf dem Windmühlenberge.
und überhaupt die ſämmtlichen Straßen zu reinigen und dadurch eine geſundere Luft herbeizuführen, induſtrielle Unternehmungen zu fördern und zu erleichtern, öffentliche und häusliche Waſch⸗ und Badeanſtalten in's Leben zu rufen, ſchnelle Hilfe bei ausbrechenden Feuersbrünſten zu gewähren, und endlich zur Verſchönerung der Stadt durch ſprudelnde Fontänen beizutragen. Und dieſen Zweck hat das gemeinnützige Kunſtwerk bisjetzt vortrefflich erfüllt,
obgleich die Wohlthat, die es bietet und gewährt, noch
nicht ſo allgemein benutzt wird, wie es die öffentliche
und häusliche Wohlfahrt erheiſcht.
Das Maſchinen⸗ und Keſſelhaus(ſiehe die bei⸗ gegebene Abbildung) mit ſeinem großartigen Pump⸗ werk ſteht vor dem Stralauer Thor am Ufer der Spree, die ein ſehr weiches und reines Waſſer führt. Etwa 50
Schritte davon entfernt ſind die koloſſalen Behälter
(Reſervoirs) und Filtrir⸗Baſſins, die gegen 700,000
Kubikfuß Waſſer faſſen. Durch einen gemauerten Kanal, der nach dem niedrigſten Flußſtande angelegt iſt, damit niemals Waſſermangel eintritt, ſind dieſelben mit der Spree verbunden. Das Pumpwerk ſchöpft das Waſſer und hebt es zunächſt in das Filtirbaſſin, wo es eine 4 ½ Fuß dicke Sand⸗ und Kieslage durchſickert, damit es von allen Unreinigkeiten geſäubert wird. Nun läuft es in das Reſervoir und wird dann in das Röhrenſyſtem ge⸗ pumpt. G
Die Röhren, die ſich vom Reſervoir aus durch alle Straßen der Stadt bis in die entfernteſten Winkel ver⸗ zweigen, ſind 25 Meilen lang und ſtets mit Waſſer angefüllt. Auf dem Windmühlenberge aber iſt ein rieſiger Waſſerthurm erbaut, der ſich neben einem großen Waſſerbaſſin 190 Fuß über den mittleren Waſſerſtand der Spree erhebt(ſiehe die zweite der beigefügten Ab⸗ bildungen). Die damit in Verbindung ſtehenden Dampf⸗
maſchinen heben das Waſſer des Beckens in dem Stand⸗ rohr empor, das nebſt zwei andern Röhren von 140 Fuß Höhe im Thurm errichtet iſt. Mit dieſen gewaltigen Röhren hängt die Waſſerleitung, die ſich durch die Stadt verzweigt, zuſammen. Durch den kräftigen Druck, den das emporgehobene Waſſer auf das geſammte Röhren⸗ ſyſtem ausübt, und durch künſtlich angebrachte Schieber⸗ ventile kann nun das Waſſer aus dem bei dem Thurme befindlichen Baſſin, welches durch die Röhrenlegung in der Stadt geſpeiſ't wird, nach allen Seiten hin und bis in die höchſten Stockwerke der Häuſer geleitet und ver⸗ mittelſt eines Brnin ſe bis zu einer Höhe von
80 Fuß getriebe rden, ſobald man eines der 1500 auf den Straßen Sgvpritzenſchlauch anſchraubt.
Wird nun von einem der gußeiſernen Hauptſtränge, welche unterirdiſch durch die Straßen laufen, eine kleine
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efindlichen Ventile öffnet und den


