———————-=e————ᷓnmᷓ—ᷓ—:————ÿ—ͦ—ͦᷣ—ÿ-—̃— 4 „Gewiß, Vater!“„Euer Vater, junger Herr, hat mich als Knecht ge⸗ „Und dennoch ſträubſt Du Dich?“ dungen,“ warf Niß Ipſen bedenklich ein.„Ich breche „Die Natur zieht mich mehr an,“ ſagte der Jüngling. mein Wort und hintergehe ſein Vertrauen, wenn ich „Al s Seemann könnte ich Wielen nützlich werden, als Euern Verlockungen folge.“ Toheolog mache ich mich ſelbſt unglücklich und langweile Gerſon lächelte, und indem er ſeine Hand auf die Tauſende, ohne einen Einzigen zu erbauen.“ Schulter des Knechtes legte, ſagte er: 4 „Du biſt diderbeſeilich ein unwürdiger S ohn,“„Wem biſt Du mehr verpflichtet, Niß Ipſen, mir ſprach der Paſtor vorwurfsvoll, indem er ſich Niß Jpſen oder meinem Vater? Sei offen gegen Dich ſelbſt!“ zukehrte, der dieſem Zwiegeſpräch als ſtummer Zeuge bei⸗„Ihr habt mir das Leben gerettet,“ ſprach der Knecht gewohnt hatte. mit bewegter Stimme.„Es winre dlän eines dankba⸗ —„Wärt Ihr nicht gern an der Stelle dieſes Men⸗ ren Men ſcher⸗ Euch nicht zu verlaſſen.“ 8 ſchen?“ fragte er den Knecht, ſich gerade vor ihn hinſtel⸗„Biſt Du davon überzeugt, ſo begleite mich, wenn lend:„Euer Blick iſt klar, Ihr ſcheint Anlagen zu haben.“ ich Dich rufe.“ „Zu Schiffe möchte ich gern gehen, erwiederte Niß Ipſen. Niß Ipſen ſtand unſchlüſſig. Er zögerte, in die dar⸗ „Zu Schiffe 1 gebotene Hand des jungen Mannes einzuſchlagen. Der Paſter kehrte ihm den Rücken zu und ging nach⸗„Weigerſt D du Dich, ſo geh' ich allein,“ ſetzte der untüh dieh Fundr 1 3 1 ünalin nuſſh loſſen hinzu.„Ich kenne meinen Vater V Gingt Ihr lieber zu Schiffe, als daß Ihr eine Kan- er will nur Zeit gewinnen. Sind die mir geſtatteten zel beſtiegt, um dem Volke das Wort Gottes zu verkündi⸗ acht Tage abgelaufen und ich erkläre mich, wie mein gen?“ fragte er zurückkehrend. Herz mir gebietet, ſo ſchließt er mich ein, und die Noth, Treuherzig offen antwortete der Geflüchtete: die Qual wird ſchlimmer, denn je zuvor.“' e, Herr Paſtor, viel lieber.“„Meine arme Margareth!!“ ſagte Niß Ipſen dumpf „ Ihr ſeid beſeſſen,“ erwiederte Paſtor Cruppius, eine vor ſich! hin. Handbewegung machend, die ausſah, als ob er ein Kreuz Golt wird ſie ſchützen und ſie Dir erhalten, wenn ſchlüge. Noch einmal haftete ſein Auge an der trotzig⸗ es Deine Schyweſter iſt oder ein Mädchen, das Du liebſt.“) finſtern Geſtal t des ie der mit verſchränkten Armen„Ich werde ſie nie wiederſehen!“ an dem Bücherſchranke lehnte, welcher eae einer Anzahl 1 glaubt jeder Liebende,“ tröſtete Cruppius. theologiſcher Schriften auch andere Werke, als Geſchichts⸗„Gieb ihr Nachricht von Hamburg aus.“ bücher, Reſabeſäöraihnngen und naturwiſſenſchaftliche„Wenn ſie noch lebt,“ ſprach der trauernde Knecht 32 Bücher enthielt. ſanſzaüd
„Leben.
„Acht Tage noch laſſe ich Dir Bedenkzeit,“ ſagte der Paſtor.„Ueberl ege wülflich, welche Antwort Du mir dann noch zu geben haſt. Bleibſt Du duidenidilli wie bisher, und willſt Du durchaus nicht einſehen, daß ich nur aus Liebe, aus väterlicher Vorſorge Deinem Wunſche mich entgegenſetze, ſo ſollſt Du nicht ferner mehr behin⸗ dert ſein. Ich gebe Dir Freiheit zu thun, was Dir beliebt, meine väterliche Einwilligung nur erhältſt Du nicht, auch kann ich Dich alsdann nicht unterſtützen. D Das bedenke!“
Ein kurzes Nicken mit dem Kopfe mußte das nicht ausgeſprochene Lebewohl erſetzen.
Der Sohn ſah dem Vater düſter nach. er auf und ſchritt haſtig auf Niß Ipſen zu.
„Ihr habt's gehört,“ ſprach er flüſternd.„Ihr kennt jetzt meine Lage, mein ganzes Ungl lück. Mein Leben lang hier zu ſitzen über Büchern, die hundert und aberhundert Meinungen zu leſen und ſich einzuprägen, die ſo und ſo viele theologiſche Kampfhähne über selie Worte und A lusſprüche der Schrift niedergeſchrieben h aben, das kann und will ich nicht. Mich lockt die Welt, die Ferne, das Als Seemann, ich fühl's, werde ich mein Glück machen. Ihr könnt mir beiſtet hen, dann ſind wir gleich quitt.“
„Verufchte ich es, wie gern thät ich's,“ erwiederte der Flüchtling.„Aber, wie könnte ich unwiſſender Menſch Euch, dem Gelehrten, von Nutzen ſein!“
„Ihr habt Luſt zum Seeweſen?“
„Mehr, als den Pflug zu führen und den zu ſchwingen für fremde Menſehen 4
„Geht mit mir,“ fuhr der junge Cruppius dringend fort.„Morgen, heute, meinethalben gleich jetzt, wie Ihr wollt. Wir enler nach Hamburg und laſſen uns dort heuern. Ihr ſeid jung, kräftig, gewandi⸗ es kann Euch nicht fehlen, und was Euch an Wiſſen noch abgeht, das bring' ich Euch bei.— Nun, was ſagt Ihr dazu?“
Dann fuhr
Dreſchflegel
„Iſt ſie Dir beſtimmt, ſo wird ſie leben nnd erhalten bleiben!— Hand her, Niß Ipſen! Sei mein Begleiter. Heute Nacht ſchon laß uns aufbrechen!“
Der Geflüchtete überließ nur dem dringenden Jüng⸗ linge ſeine Hand, er reichte ſie ihm nicht freiwillig, und doch kam eine gewiſſe Selbſtzufriedenheit über ihn. Lag doch ein neuer Lebenspfad vor ſeinen Blicken, den er be ſchreiten mußte, um durch eigene Kraft und Thätigkeit ſich aus der Schlucht emporzuarbeiten, in die ſeine raſche That und die in Folge derſelben nothwendig gewordene Flucht ihn geſtoßen hatten.
Siebentes Kapitel. Nach Indien.
Die See ging hohl. Ueber der langgeſtreckten Dünen⸗ kette Sylts ſtand eine Wetterwolke, die häufig von zacki⸗ gen Blitzen zerriſſen wurde. Gerſon Cruppius beobach⸗ tete den Zug dieſee finſtern Gewölkes mit Beſorgniß.
„Was hältſt Du von dem Wetter?“ fragte er dann den wortkargen Ipſen, der neben dem Fenſter auf einem Schemel ſaß und den Kopf ſinnend in ſeine Hand ſtützte.
„Wird es Sturm geben?“
Der Gefragte blickte auf und verneinte dann kurz.
„Wir dürfens dennoch wagen,“ fuhr Gerſon fort. Ein vertrauter Schiffer ſteht zu meinen Dienſten. Die Mut⸗ ter iſt von meinem Vorhaben unterrichtet, und wenn ſie es auch nicht billigt, hindern wird ſie mich doch nicht; denn ſie ahnt wenigſtens, dar meine g ganze Zukunft durch des Vaters Begehr in Frage geſtellt iſt. Dem Vater habe ich meinen Entſchluß brieflich kund gethan. Er wird mein Schreiben morgen früh auf ſeinem Pulte finden. An⸗


