nicht überall von gleicher Dichtigkeit iſt, haben die meiſten Jahre in den erwähnten Tagen nur eine mittlere Zahl, während andere Jahre zu dieſen Zeiten eine Art Feuerregen bringen. Die zu andern Zeiten fallenden Sternſchnuppen mögen vereinzelt kreiſende Weltenkörner ſein. Die Kleinheit derſelben darf uns nicht wundern, da überdies die fort— währende Zunahme uns früher unbekannter Planeten(1807: 4 Aſteroiden, 1854: 20) uns an die geringe Größe vieler Himmelskörper gewöhnt.
Wahrſcheinlich nun ſind dieſe kleinen Weltkörper von
brennbaren Gaſen umgeben, die ſich beim Eintauchen in
unſere Atmoſphäre entzünden. Man hat den Urſprung der Sternſchnuppen aus dem Weltraume durch den Einwand beſtritten, daß ja zuweilen Sternſchnuppen gleich Raketen in die Höhe gehen. Genaue Beobachtungen haben indeß ge— zeigt, daß letzteres niemals geſchieht, obgleich allerdings manche Sternſchnuppen am Himmel hinziehen, ohne herab zu kommen.
Die Feuerkugeln und Sternſchnuppen ſind im Sommer durchſchnittlich am ſeltenſten, gewiß, weil die Dämmerung hinderlich iſt. Die größeſte Zahl fällt aber gleichwohl nicht in den längſten Nächten, ſondern im Herbſt. Sehr ſchwer war es, über die Höhe derſelben zu einem genauen Reſultat zu kommen. Man erforſcht ſie, indem man von entfernten Punkten aus gleichzeitig den Himmel beobachtet und Ort und Zeit jeder Sternſchnuppe auf einer Sternkarte verzeichnet und dann vergleicht. Nun iſt es aber oft unmöglich, den Anfangspunkt einer Sternſchnuppe genau feſtzuſtellen, da man ja auf die Erſcheinung erſt aufmerkſam wird, während ſie ſchon dahinfährt. Das aber bemerkte man bald, daß namentlich hohe Sternſchnuppen überwiegend in beſtimmter Richtung gehen und einen gewiſſen Parallelismus der Bahn zeigen, der uns auf einen Urſprung außerhalb der Atmo⸗ ſphäre hinweiſt. Die mittlere Höhe beträgt etwa 34 oder 35 Meilen.
Die feſte Maſſe der meiſten Sternſchnuppen mag ſehr unbedeutend ſein. Früher fabelte man viel von einer gallert⸗ artigen Maſſe, die zuweilen mit ihnen herabgefallen ſei, und aus Schweden hat man eine, wie es ſcheint, begründete Nachricht, daß am 10. Auguſt auf einem Baum im Garten eines Fabrikbeſitzers eine große, gallertartige Maſſe nieder⸗ gefallen ſei, die dann gleich großen Trauben niederhing, leider aber ins Waſſer geworfen war, als der Chemiker Berzelius ſie unterſuchen wollte. Vieles von dem jedoch, was man
Das engliſch
ſonſt ſchnell für Sternſchnuppenmaſſe erklärte, ergab ſich als eine Art Alge(ein ſchleimiges Waſſergewächs) oder, da man unverdaute Froſchtheile darin fand, als ein ſehr irdiſches Product eines Storches oder Reihers. Gegenſtände aber, wie der uns vorliegende, waren zu allen Zeiten der Fabel oder der Uebertreibung ausgeſetzt. Denn nicht genug, daß es Steine regnet— man hüätte ſich mit dieſer Natur⸗ erſcheinung allenfalls begnügen können— in Holland er⸗ zählte man doch, es habe einmal Kälber geregnet. Ein Feuerbrand, den man einſt in Berlin an der Univerſität fand, wurde ſchnell für den Reſt einer Feuerkugel gedeutet, bis ſich herausſtellte, daß irgend wer dort einen Satz eines Feuerwerks herunter geworfen hatte.
Ob die Sternſchnuppen auch auf die Witterung irgend einen Einfluß üben? Man vermuthet es. Wenn ſich die Erde dem Novemberdurchſchnittspunkte gegenüber befindet, ſo ſteht ein großer Schwarm zwiſchen ihr und der Sonne, die Meteore müſſen dann als kleine, ſchwarze Punkte vor der Sonne vorüberziehen und fangen, da ſie ſehr zahlreich ſind, einen Theil ihres Lichtes und ihrer Wärme auf. So erklären ſich vielleicht die den Mai oft unterbrechenden kalten Tage und die Verdunkelungen der Sonne, die zuweilen, z. B. am Tage der Schlacht bei Mühlberg, in dieſem Mo⸗ nate wahrgenommen worden ſind. Der Auguſtſchwarm nimmt ſeinen Durchgang zwiſchen Sonne und Erde um die Zeit des 7. Februar und ſoll dann gleichfalls Kälte verur⸗ ſachen, während ſein Erſcheinen im Auguſt die Hitze dieſes Monates erhöhen ſoll.
Mag dies immerhin auch nur eine Vermuthung ſein, ſo ſind die Meteore doch von großem Intereſſe für uns, weil ſie uns materiell mit dem Weltenraume verknüpfen. Dieſe Verbindung findet vielleicht alle Tage ſtatt: denn wenn man die Meteorſteine rechnet, die man fand, ohne ihr Herab⸗ fallen bemerkt zu haben, und die große Zahl, welche unbe— obachtet ins Meer ſtürzt, in Wäldern oder Wüſten nieder fällt u. ſ. w., ſo macht dies gewiß im Laufe eines Jahres keine unbedeutende Summe aus. Im höchſten Norden hat man noch Meteoreiſen entdeckt. Während nämlich die Es⸗ kimos gewöhnlich Kupfergeräthe beſitzen, fand man bei einem Stamme derſelben doch rohe Meſſer von Eiſen. Das Muſeum in London beſitzt einige dieſer Art, und die Unterſuchung er⸗ gab, daß ſie aus Meteoreiſen beſtehen. Die Eskimos ſelbſt geben an, das Eiſen ſei von einem, im Innern des Landes liegenden Berge.
e Parlament.
Von G. D.
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Das Oberhaus beſteht aus den geiſtlichen und weltlichen Lords. Die geiſtlichen Lords ſind die zwei engliſchen Erz biſchöfe von Canterbury und York, 24 engliſche Biſchöfe, vier repräſentirende Biſchöfe von Irland, worunter ein Erz⸗ biſchof. Die weltlichen Lords ſitzen entweder kraft ihrer angeerbten Peerswürde, oder ſie ſind zu Peers erſt ernannt worden; ein Recht, das der Krone zuſteht. Indeſſen kann ſie, wie ein Fall der jüngſten Zeit gezeigt hat, nach dem Herkommen und dem Geiſt der Verfaſſung nur erbliche, nicht lebenslängliche Peers ernennen. Aus Irland ſitzen im Ober⸗
T.
haus 28 Peers, die auf Lebenszeit von ihren Standesge⸗ noſſen gewählt ſind, aus Schottland 16, die jedoch für jedes Parlament beſonders gewählt werden. Die Zahl der Ober⸗ hausmitglieder iſt ſomit keine feſtſtehende, ſondern eine wechſelnde; ſie beträgt gegenwärtig etwa 430. Natürlich bilden die weltlichen Lords von England die größere Zahl. Sie ſind Herzöge, Marquis, Grafen, Viscounts und Barone. Dies iſt die Abſtufung des Ranges unter den Gruppen des hohen Adels in England. Da die alten Ge⸗ ſchlechter im Laufe der Zeit ausſterben, ſo iſt eine fort⸗


