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Eingang in das Hörſelloch
ten. Die Illuſtrationen zeigen nächſt dem Sängerkrieg⸗ ſaal auf der Wartburg den Hörſelberg von der Oſtſeite,
mit Sättelſtätt im Mittelgrunde*), von wo aus ein Weg den ſcharfkantigen Grad emporführt, das iſt aber juſt ſeine
niedrigſte Stelle und die höchſte iſt verdeckt. Ich habe
ihn, von der Südſeite aufgenommen, auf dem Umſchlag dehnung, die 68 Pariſer Fuß angegeben wird, nebſt
meines Thüringiſchen Sagenſchatzes, Bd. 1, darſtellen laſſen. Auf dem Panorama zu J. v. Plänckners Thürin⸗ ger Wald, Gotha 1830, zeigt ſich der Hörſelberg von der Straße hinter dem Dorfe Asbach, alturkundlich Aſpech, wobei zu bemerken iſt, daß in der alt⸗ und mittelhoch⸗ deutſchen Sprache das Wort Pöch nicht blos die gewöhn⸗
*) Das hier beigegebene Bild, eigens für unſer Blatt gezeich⸗
net, ſtellt den Hörſelberg von der Südſeite dar, wo er ſich in ſeiner
ganzen charakteriſtiſchen Geſtalt dem Auge zeigt, am Fuße das Dorf
Sättelſtätt und der vorüberbrauſende Dampfwagenzug, im weſt⸗ lichſten Hintergrunde die Wartburg.— Das kleinere Bild veran⸗ ſchaulicht den Eingang in's Hörſelloch.
liche Bedeutung hatte, ſondern auch ſo viel war als Unterwelt, Hölle, woraus ſich wiederum mythologiſche Schlüſſe in Bezug auf die Höhle ziehen ließen.
Ferner zeigen die Illuſtrationen den Eingang in das Hörſelloch, einen Theil des ſich erweiternden Innern, und den Grundriß der Höhle in ihrer ganzen Aus⸗
3 Queer⸗Durchſchnittsprofilen. Dieſe 68 Pariſer Fuß harmoniren ſehr mit den 30 Schritten bei Brückner!*)
Dieß wäre, was auf nur beſchränktem Raume über den Hörſelberg beizubringen verſtattet war. Möge es den Leſern zu dem graphiſchen Bilde, das der Feierabend darbietet, auch ein klares geiſtiges vor das innere Auge geführt haben.
*) Die erwähnte Schilderung in der Illuſtrirten Zeitung rührt von Dr. Polack in Waltershauſen her, der nach ſeiner Verſicherung nur gezeichnet und beſchrieben, was er wirklich geſehen hat.
Die Red.
Für auswanderungsluſtige Handwerker.
Von Th. König.
Ihr Handwerker, die Ihr im Deutſchen Lande kein Brod mehr findet, die Ihr durch Kapitalzwang oder Ge⸗ werbefreiheit, durch Fabriken oder Magazine um Be⸗ ſchäftigung und Nahrung gekommen ſeid, die Ihr gern arbeiten möchtet, wenn Ihr nur Arbeit hättet, die Ihr
endlich, um Arbeit und Nahrung zu finden, den Gedanken faßt, das Vaterland zu verlaſſen und in ein fernes, frem⸗ des Land auszuwandern: glaubet nicht, daß Amerika das einzige Land iſt, welches Euch Arbeit ſichert und hohen Lohn verheißt: und glaubet ja nicht, daß dieſe Verheißung
in Amerika immer erfüllt wird. Auch in Amerika ſpeien bereits hunderte von Fabriken aus ihrem Maſchinenrachen einen großen Theil der Dinge aus, welche ehedem nur der Handwerker bereitete, auch dort wird Euch Concurrenz gemacht, und der große Kapitaliſt zwingt auch dort häufig den armen Schlucker, der Nichts hat, als ſich ſelbſt, auf ſeinem Induſtrie⸗Dominium als Hofebauer einzutreten. Bedenket ferner, wie viele Millionen ſchon hinübergewan⸗ dert ſind, und wie Wenige dort gefunden haben, was ſie
ſuchten; erwäget die Koſten der Reiſe und die Gefahren,
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