ſten großen Früchte. Dies zur Beruhigung derer, welche aus der frühen Tragbarkeit auf eine kurze Lebensdauer ſchließen wollen.
Beien iſt auf einer kleinen Erhöhung ein Ruheſitz und eine wundervolle Ausſicht auf einen großen Theil der ſchwäbiſchen Alb.
Mehrere längliche Gruppen oooo und pp enthalten ein ziemlich reiches, ſehr ausgeſuchtes Sortiment Stachel⸗ beeren und Johannisbeeren. Die einzelnen Sträucher ſtehen in der Mitte der 4 ½ breiten Beetgruppen je 4 von einander entfernt und werden während des Frühjahrs(im Mai) jährlich mit flüſſigem Dünger gedüngt. Außer Erd⸗ beereneinfaſſungen befindet ſich nichts weiter auf dieſen Län⸗ dern. Die Erträge ſind ganz außerordentlich. Es ſind hier 30 Stachelbeer⸗ und 16 Johannisbeerſorten angepflanzt.
Die Himbeeren befinden ſich auf den Beeten qq, während die mit r bezeichneten zum Spargelbau dienen. Das ganze Feld iſt durch eine Himbeerhecke(s) abgegrenzt, hinter welcher ein Erdbeerbeet angelegt iſt. Die Him⸗ beeren auf den Beeten q ſind nach einer neueren Methode, welche ich in der Monatsſchrift für Pomologie und prakti⸗ ſchen Obſtbau 1855 beſchrieben und abgebildet habe, an⸗ gepflanzt, nemlich auf jedem Beet nur 1 Reihe(alſo jede Reihe von der andern 5 entfernt) und in der Reihe jeder Stock 4“ von dem nächſten abſtehend. Jedem Stocke wer⸗ den(bei reichlicher Düngung im Sommer) nur 2. Som⸗ mertriebe gelaſſen, die eine Höhe von 10— 14 Fuß errei⸗ chen und um mittlere Bohnenſtangen angebunden werden müſſen. Dieſe bedecken ſich nun bis zur Spitze hin mit ſtarken Nebenzweigen, an welchen eine ganz außerordent⸗ liche Menge der ſchönſten Früchte hängen. Auch Jäger hat in ſeinem„Obſtbau“, Leipzig, Spamer 1856, dieſe Methode empfohlen.
Bei t iſt eine kleine Erhöhung und eine Laube, welche ganz mit Atragene americana überkleidet iſt und bei großer Hitze einen angenehmen Aufenthalt darbietet.
Zwei größere Gruppen ſind u u. Dieſelben enthalten
vorherrſchend Steinobſt und ſind mit einer Reihe Stachelbeerbäum⸗ chen umgürtet. Zu beiden Seiten des mittleren Weges ſind 2 Beet gruppen(Vv), die denſelben parallel begleiten, auf welchen eine neuere Art Spalierform, der Spiralzug oder die Säulenform(Cordon spiral) mehrfach in Anwendung gebracht iſt. Wir geben hier eine Abbildung dieſer Methode, zumal ſie in dem vorerwähnten neueſten Werke von Jäger über den Baum⸗ ſchnitt noch nicht aufgenommen iſt. (Vergl. Monatsſchrift für Pomo⸗ logie 1856 S. 199.) Dieſes Säu lenſpalier(welches wol der paſ⸗ ſendſte Name ſein möchte) beſteht aus 5 Pfählen oder Latten von je 9“ Länge, deren untere Theile ich 3“ hoch mit Theer beſtreichen ließ. Dieſe werden ſo eingeſchlagen, daß ſie in einem Kreis ſtehen, deſſen Durchmeſſer 1 ½— 1 ¾ beträgt; da 2* Pfahllänge in den Boden kommt, beträgt die Höhe des Geſtells noch 6'. In der Mitte und oben ſind durch zwei Reife die Pfähle mit
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einander verbunden. An jedes Geſtell pflanzt man 3 Stück junge Birn⸗ oder Apfelbäumchen und läßt ihnen je nur 1 Trieb, die vorhandenen Seitenzweige werden auf kurze Zapfen eingeſtutzt und dieſer eine bleibende Haupt⸗ trieb wird in einem Winkel von 250 um die Säule ſpiralig in die Höhe gewunden, bis er die Spitze derſelben nach mehreren Jahren erreicht; alle Seitentriebe werden durch Schnitt und Abkneipen kurz gehalten. Dieſe Säulen⸗ ſpaliere können bis auf 3 Fuß Entfernung von einander angebracht werden, alſo auf einem kleinen Raum viele Bäume ſtehen, die Früchte reifen ſehr gut und leiden nicht durch Stürme, das umliegende Land wird nicht beſchat⸗ tet. Zur Begleitung der Wege auf Rabatten abwech⸗ ſelnd mit hochſtämmigen Roſen nehmen ſich dieſe Säulen⸗ ſpaliere vortrefflich aus.
Bei w iſt eine Gruppe Obſtſträucher um 3 Sauer⸗ kirſchbäume herum und in deren Nähe eine Gruppe ſchönblühender Staudengewächſe.
Die zwei X X bezeichneten Räume dienen zum Ein⸗ ſchlagen von Winterkohl, Lauch, Obſtwildlingen u. dergl. und werden gewöhnlich im Sommer mit Kartoffeln bebaut.
Gegen die nordweſtliche Seite des Gartens hin iſt unter einem mit Epheu bewachſenen Pflaumenbaum vor einer hohen Wand von Weißdorn eine ſteinerne Ruhebank umgeben von 2 Rabatten, auf denen Beerenobſtſträucher angepflanzt ſind. Weiter nach der Grenze des Gartens hin ſind eine Anzahl Pyramiden⸗ und Buſchbäume einzeln auf dem Raſen ſtehend angepflanzt: Aepfel, Birnen, Mirabellen, Weichſeln und Mispeln. Vor dieſen Bäu⸗ men zieht ſich den Weg entlang eine Beetgruppe, auf welcher ſich außer hochſtämmig gezogenen Johannisbeeren, einigen Paeonia Montana(baumartige Pfingſtroſe), eine Anzahl ſchönblühender Stauden und einjähriger Zier⸗ pflanzen befinden.
Ein beſonders ſchutzvolles Plätzchen iſt das 2 bezeich⸗ nete. Dort befinden ſich unter andern eine frühe könig⸗ liche Amarelle auf Süßkirſchenbaum veredelt, die unge⸗ mein reich trägt, eine vorzügliche Frucht; die portu— gieſiſche Quitte als Hochſtamm, zwei Pflaumenbuſch⸗ bäume, auf welche je 25 Sorten von Liegel veredelt ſind, die ſehr reich tragen und eine große Birnpyramide der Winterambrette, welche auch jetzt zu einem Sortenbaum für andere Winterbirnen umgewandelt wird.
Nachdem wir nun ſo in dem Garten überall herum— gewandert ſind, bleibt mir noch übrig, einen Blick auf die Obſtbäume zu werfen, welche deſſen Hauptbeſtand⸗ theil bilden und die aus lebenden Hecken beſtehende Ein⸗ friedigung zu betrachten.
Was die vorhandenen Obſtbäume anbetrifft, ſo ſind dieſe in gutem ziemlich tiefgründigem Lehm ſtehend und ſorgfältig ausgelichtet und in gutem Kraftzuſtande befind⸗ lich, nicht minder ein Schmuck des Gartens wie die ver⸗ ſchiedenen Verzierungen, ſie ſind mit ihren umfangreichen und doch nicht zu gedrängten Baumkronen und ihrem friſchen Laubſchmuck eine wahre Augenweide und kontra⸗ ſtiren gar ſehr gegen ſo manche verwilderte unſchöne Obſtbäume, die wir leider nur noch gar zu oft in den Obſtgärten auf Stadt und Land finden. Dieſe Bäume ſind meiſtens in einem Alter von 50— 70 Jahren, natür⸗ lich auch jüngere nachgepflanzte dabei; an der Grenze des Gartens dicht neben den erſt ſpäter angelegten Hecken ſind Zwetſchen und Pflaumen ſowie einige Kirſchen an⸗ gepflanzt, in der Mitte des Gartens faſt nur Aepfel und
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