Jahrgang 
1857
Seite
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1 darin liegenden Perſonen nach Art des Reifs mit feinen 1847 im Puſterthale und im Gaſteiner Thal, in letz⸗ Scchneenadeln bedeckt. term überall nur zwiſchen 3000 bis 7000 Fuß Meeres⸗ In Deutſchland und den Ländern unter gleicher höhe. Der große Berliner Naturforſcher Ehrenberg V Breite fällt der Schnee meiſtens bei ruhiger Luft, zuwei⸗ hat gezeigt, daß dieſe ſtets mit Südwind(Sirocco, len aber iſt namentlich der mit Regen gemiſchte oder der, Föhn*) vorkommenden rothen Schneefälle aus durch welcher bei vorherrſchender Gewitterdispoſition, beſonders Eiſenoxyd roth gefärbtem Staube beſtehen, der eine große im Februar, zu fallen pflegt, mit ſtürmiſcher Witterung Menge Kieſelſchalen von Diatomeen) enthält und verbunden. Meiſtens geht dann der Wind während des zwar Formen, unter denen ſich 15 ſpecifiſch amerikaniſche Schneiens von ſeiner weſtlichen oder ſüdweſtlichen Richtung befinden, woraus er ſchließt, daß dieſer Staub zunächſt nach Norden über, das Wetter heitert ſich nach dem Schnee⸗ durch den obern rückkehrenden Paſſatwind über das falle auf und es tritt Froſtkälte mit heiterm Himmel ein. atlantiſche Meer herüber geweht wird, an der Weſtküſte Die Menge des gefallenen Schnee's iſt nach den von Africa niederſinkt, die dort ſo gewöhnlichen Staub⸗ Jahren und Gegenden ſehr verſchieden. In Thälern und nebel, dasDunkelmeer, bildet, dann aber zuweilen vom waldigen Gegenden fällt in der Regel mehr Schnee, als Sirocco erfaßt, nach Europa und ſelbſt nach Aſien gelangt. in Ebenen, überhaupt aber iſt ſeine Menge von der eigen⸗ Jedoch eine andere Entſtehungsurſache liegt dem tthümlichen Beſchaffenheit im Winter abhängig. So fällt rothen Schnee zu Grunde, den man im hohen Norden .. B. in Norwegen wegen ſeiner nördlichen Lage biswei⸗ und auf den Alpen antrifft, den man ſchon lange kennt len der Schnee über 20 Fuß hoch, und in Finnmarken und den ſchon der alte, zur Zeit Chriſti lebende Natur- aagt er oft über den erſten Stock der Häuſer hinweg. ſorſcher Plinius gekannt hat, obgleich er die Entſtehung Die Waſſermenge des Schnees iſt kaum überall be⸗ der rothen Farbe deſſelben fälſchlich ſeinem langen Lie⸗ un ſtimmbar, weil dieſes Ergebniß zu ſehr von der Beſchaf⸗ gen***)(dem Alter) zuſchreibt. hnde fenheit des Schnees abhängt. Bei ſtrenger Kälte, und Es iſt vielmehr eine jener wunderbaren Urpflanzen Pern wenn derſelbe bei nördlichen und nordöſtlichen Winden die, nur aus einer einzigen Zelle beſtehend, die niederſte ocer, fällt, iſt er ausnehmend locker und läßt ſich kaum feſt Stufe des Pflanzenreichs darſtellt. Man nennt ſie das V Zuſammen ballen. In dieſem Falle gibt er wenig Waſſer, Schnee⸗Urbügelchen oder die Schneealge. Milli- erdie und weil die vorherrſchende Luftſtrömung zugleich auf onen von Zellen, jede ein ſelbſtſtändiges Weſen, über- Ab⸗ ddas Witterungsverhältniß zur Kälte deutet, ſo beruht decken die Gletſcher und zeigen die Schneeflächen in einer hiieerauf die bekannte Probe, daß man einen Schneeball prachtvoll purpurrothen oder roſenrothen Farbe. dann über eine Lichtflamme hält, und auf einen ſtrengen Win⸗ In neueſter Zeit hat man auch ſchwarzen Schnee unkte ter rechnet, wenn das Waſſer aus ihm nicht herab⸗ beobachtet. Zwiſchen Laufen und Mohlen im Baſel⸗ ttern tröpfelt, ſondern durch die wegen der Härte der Kryſtalle lande hatte am 24. und 25. Januar 1855 der Schnee in egen, ſtets noch lockere Maſſe aufgeſaugt wird. einer ſehr großen Ausdehnung ein ſchwärzliches Anſehen. n der' Das Waſſer des Schnees iſt, wie das aller wäſſeri⸗ Auf der Oberfläche deſſelben bewegten ſich Milliarden daher V gen Meteore, im Allgemeinen rein und blos ausnahms⸗ ſchwarzer Pünktchen von der Größe der Eier eines ekel⸗ Ge⸗ woeiſe, wie das des Regens, mit verſchiedenartigen Sub⸗ haften Thierchens, das im Haarwalde des menſchlichen der ſſttanzen vermiſcht. Früher hielt man daſſelbe für ein Hauptes ſich ſeines Lebens freut. Es gehört dieſes kleine vorzügliches Beförderungsmittel der Vegetation, allein Thierchen der Inſectenfamilie Podura(Fußſchwanzthier⸗ en zu 4 ein ſolches iſt es nicht. Im Ganzen iſt es durch die Kälte, chen, Gabelſpringer) an und heißt die Podura nivalis, nee; die bei ihm lange dauert, der Vegetation eher nachtheilig der Schneegabelſpringer. Es ſind kleine flügelloſe In- nee; als vortheilhaft, da dieſe bekanntlich im Frühjahre erſt ſecten, die ſich an feuchten Orten und ſelbſt auf Schnee üppig zu werden pflegt, wenn ein warmer Regen erfolgt und Eis und zwar immer in großer Anzahl zuſammen⸗ b in iſt. Nur den Nutzen können wir dem Schneewaſſer zu⸗ finden. Auffallend iſt das maſſenhafte Vorkommen dieſer ganz ſcchreiben, daß es durch ſeine langſamere Erzeugung tiefer Thierchen, ſo daß der Schnee ſogar ſchwarz erſcheint. ſchein 4 in den Erdboden eindringt und dieſen daher längere Zeit Soviel heute über den Schnee; ſpäter einmal über zlätt feucht erhält, ſowie überhaupt nicht geleugnet werden ſoll, Schneelawinen, Schneeſtürme, Schneelinie ꝛc.! V exion V daß der Schnee eine mütterlich wärmende Decke iſt, unter Mit Petrus habe ich dieſes Schneekapitel eröffnet, brem dder das ſchlummernde Leben erhalten wird, um im und will es daher auch mit Petrus beſchließen, indem * 1 Frrühjahre wieder zu erwachen; auch erwärmt ja der ich den geehrten Leſern von einem Ungenannten noch den V 1 Scchnee die Saaten.Stoßſeufzer oder Nothſchrei der Pferdephili- 8 Was nun die Farbe des Schnees betrifft, ſo iſt dies ſter im Winter mittheile: 35 Qſelbe nach dem Fallen des letztern blendend weiß, ein Wer hätt' von Petrus das gedacht, 3 Wenig ſanft in's Bläuliche ſpielend, wodurch der bei voll⸗ Daß er ſo tolles Wetter macht? der. kommnem Weiß ſo leicht erzeugte Uebergang in Gelb Das iſt ein ganz langweiliger, uder(bwie bei weißen Zeugen) vermieden wird. Hiernach Gar ſende Alänner Veiligelc 8' Ohr ſt die xeflectirt er vieles Licht, erhellet daher in dunkeln Näch⸗ D. Petrs denanen Canber. .. 1 nd ſtell' Dir unſer Elend vor. dieſe ten die Gegenden, wird aber durch das viele reflectirte Geh', heil'ger Petrus, ſei geſcheit, groß⸗ Tags⸗ oder gar Sonnenlicht den Augen unangenehm, ſo Laß ſchneien doch zur rechten Zeit! chnet daß er ſogar Augenentzündungen, in nördlichen Gegen⸗*) Sirocco, ein ſehr heißer, trockner Südoſtwind, der in Unter⸗ evon 4 den die ſogenannte Schneeblindheit erzeugt. en geuahnni e diihenhi tper Ferbſt weht; Föhn, ein in der 1. wehender heftiger Suͤdwer ind. 4 du ſeltenen Fallen iſ den Schue dunih Suöftelhſen huonwh aen eſe dfSin ie ſogenannte Stabthierchen, die aber, 15 gefärbt, die mit ihm zugleich herabfallen; ſo 3 Td he wie man jetzt weiß, dem Pflanzenreiche angehören. lord⸗ Schneefall im März 1803 und 1813 in Friaul, im**) Ipsa nix vetustate rubescit.(Der Schnee ſelbſt wird durchs t iſt März 1808 in Veltlin und in Krain und am 31. März Alter roth.) nden, den V üy³y