Jahrgang 
1857
Seite
113
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Ueber⸗

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vor etlichen Jahren zu Nowaja⸗Semlja(im nördlichen

Eismeere unter 760 nördlicher Breite) überwinterten.

Nachdem ſie mehrere Tage in einer Hütte eingeſchloſſen waren, öffneten ſie das Fenſter, und wunderten ſich nicht wenig, daß es ſogar in ihrem Zimmer zu ſchneien anfing. Es war natürlich; die von Außen einſtrömende kalte Luft condenſirte ſogleich die warme Luft des Gemachs, deren Waſſerdunſt in Schneeflocken verwandelt, auf den Fuß⸗ boden fiel.

Höchſt merkwürdig iſt die mannigfaltige Geſtalt des Schnees, von den feinſten Nadeln bis zu den dicken Flocken. Sie beruht auf der Kryſtallform des Eiſes, die ſich an den feinſten Nadeln deſſelben am deutlichſten zeigt, bei den großen Flocken aber am wenigſten kenntlich iſt, weil dieſe aus zu regellos aufgehäuften Theilen beſtehen.

Der große Aſtronom Kepler war der erſte, welcher über den regelmäßigen Bau der Schneeflocken Beobach⸗

Dieſe Form zeigt ſich am häufigſten. b) in regelmäßige Sechsecke, die bei allen Temperaturen auftreten, wiewohl die Dimenſionen bei

größerer Kälte kleiner werden; einige beſtehen aus einem

tungen anſtellte; am vollſtändigſten und genaueſten iſt

aber dieß von dem Wallfiſchjäger Scoresby aus Liver pool, und ſpäter vom Phyſiker Kämptz geſchehen, ſo daß man jetzt mehr als 150 Arten von Schneeflocken kennt, welche bewundernswürdige Figuren bilden. Das Prinzip dieſer Figuren iſt Sechstheilung, ſo daß die einzeln zu⸗ ſammengefügten Nadeln Winkel von 60 Graden bilden; jede Schneeflocke hat entweder 6 Seiten oder 6 Spitzen, und alle daran vorkommenden Winkel genau. Man kann die regelmäßigen Geſtalten ſolcher Flocken mit Hülfe eines Vergrößerungsglaſes am beſten beobachten, wenn man ſie auf einem dunkeln Körper, z. B. auf einer Schiefertafel auffängt, die aber eine Zeitlang in der Kälte gelegen haben muß, ſo daß ihre Temperatur wenigſtens gleich dem Gefrierpunkt iſt, weil außerdem die Schmelzung gar zu ſchnell vor ſich geht.

Die große Anzahl der Schneegeſtalten läßt ſich auf fünf Arten zurückführen.

1. Kryſtalle in Form dünner Blättchen, in welcher Haupt w 8 hervortritt, andere ſind jedoch offenbar durch Vereinigung

der Schnee am häufigſten auftritt. Dieſe zerfallen wieder

a) in ſternförmige, indem 6 auf beiden Seiten mit feinen Spitzen beſetzte Strahlen aus einem gemeinſchaft⸗ lichen Mittelpunkt auslaufen.

einfachen durchſichtigen Blättchen, andere ſind innerhalb des Umfangs durch weiße Linien verziert, die wiederum kleine Sechsecke oder andere ſehr mannigfaltige, regel⸗ mäßige Figuren bilden.

c) Zuſammenſetzungen der ſechsſeitigen Figuren zei⸗ gen ſich in großer Mannigfaltigkeit vorzüglich bei niedri⸗ gen Temperaturen, wovon einige in folgendem Täfelchen vorkommen.

d) Die Verbindungen von ſechstheiligen Figuren ſind oft mit Radien und Spitzen vereint, die in verſchiedenen Winkeln gegeneinander gerichtet erſcheinen. Hieraus ent⸗ ſteht eine kaum überſehbare Mannigfaltigkeit von Geſtal⸗ ten, bei denen die Hauptform zwar in den meiſten Fällen

und Ueberlagerung mehrerer Kryſtalle entſtanden, wie man bei einigen Figuren des 3. Täfelchens leicht heraus⸗ finden kann.