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Das Innere eines Palaſtes in Ispahan, der früheren Hauptſtadt von Perſien
dortiger Gegend Bulte nennt, Raſen anſiedelt, der bei feuchtem Wetter denen, die über das Moor wandern, als Pflaſterſteine dient. Denn weil bei naſſem Wetter der Moorboden ſich in einen zähflüſſigen Teig auflöſt, ſo hüpft der Moorbewohner mittelſt einer Springſtange von einem Bulte zum andern, welches 2— 3 Quadratfuß Grundfläche zu haben pflegt. Springt er fehl, ſo ſinkt er bis an die Knöchel, ja wohl gar bis an's Knie in ſchwarzen Schlamm. Je näher das Moor der Haide rückt, um ſo dichter ſtehen die Bulte neben einander, bis ſie auf der Haide ſelbſt ſo enge mit einander verwachſen, daß ſie deren Oberfläche bedecken. Auf dem Moore da gegen breiten ſich zwiſchen den Bulten entweder ganz nackte Schlammſtrecken aus, die im Sommer zu einer feſten Kruſte zuſammen trocknen, oder zwiſchen den Haide krautinſeln wachſen ſchlanke Binſen und trockne Gräſer mit ſcharfkantigen Blättern, indem bald das Wollgras ſtrahlenförmig nach allen Seiten ſeine einfachen, mit Wollköpfen endenden Halme treibt, oder Torfmoos die feuchte Raſendecke bildet.
Eigentliche Wege gibt es kaum durch das Moor; nur im trockenen Sommer oder bei Winterfroſt iſt es gangbar; aber Wagen dürfen auch dann nur an wenigen Stellen auf das Moor gebracht werden, und wenn Rin⸗ der über daſſelbe gehen ſollen, ſo bindet man ihnen Bret⸗ ter unter die Füße, damit ſie nicht einſinken. Nur an jenen Stellen, wo ſich ein dichterer Raſen gebildet hat, weiden die kleinen Heerden ſchwarzer Schafe und Bie⸗ nen umſummen blos die Haidekrautſtriche der ſeltenen Geeſtinſeln, auf denen der Moorbauer ſein Dorf anlegt, ſeinen Brunnen gräbt und Wieſengras erzielt.
In gewiſſem Sinne könnte man die Moore die Wüſtenmeere Deutſchlands nennen, welche ihre Bewoh ner zu einem traurigen Leben voll Entbehrungen ver urtheilen. Der einzige Beſitz der Moorbauern beſteht in dem Moortorf, den ſie aber nicht verwerthen können, falls ſie nicht einen ſchiffbaren Fluß in der Nähe haben. Denn wenn man die durchſchnittliche Tiefe des Burtanger Moores zu 10 Fuß rechnet, ſo würde dieſe Torfmaſſe allein einen Brennvorrath von 250 Cubikmeilen aus machen, deſſen Ertrag beim Verkauf hinreichen würde, eine Bodenverbeſſerung zu bewerkſtelligen; aber wegen Mangel an Abſatzwegen bleibt der Torf ein ungehobner Schatz, ein unbenutztes Californien.
So troſtlos öde und einförmig indeß die Moore er ſcheinen, ſo iſt ihre nähere Betrachtung dennoch von mannigfachem Intereſſe, da ſie uns eine Einſicht in die Oekonomie der Natur und in jene Jahrtauſende gewährt, welche verſtrichen, ehe auf Erden der Menſch geſchaffen war. Die honigreichen harzigen Haidekräuter beſitzen eine beſondre Lebensfähigkeit, denn indem die unteren Wurzeln vermodern, treiben die oberen neue Sproſſen und dabei verbreiten ſie ſich ſo vielfach, daß ſie ein filz artiges Gewebe bilden, in welchem alle Krümchen von Fruchterde hängen bleiben. Dieſe Haidekräuter, von denen es über 800 Arten giebt, gedeihen nicht nur auf dem trocknen Sandboden der märkiſchen und hannövri ſchen Haiden, ſchmücken nicht nur mit dem verſchieden abgeſtuften Roth ihrer Blüthen unabſehbare Strecken des ſüdafrikaniſchen Caplandes, ſondern ſetzen ihr un ſterbliches Fortwachſen auch in Sümpfen und Mooren fort, denen ſie durch ihre vermodernden Wurzeln, Sten⸗
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