Jahrgang 
1857
Seite
69
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Herausgegeben von Heinrich Schwerdt.

Wöchentlich 1 ½ 2 Bogen. für 12 ½ Ngr.,

Durch Nacht zum

Durch alle Buchhandlungen und alle Poſtämter des Fürſtl. Thurn⸗ und Taxis'ſchen Poſtgebiets und im Deutſch⸗Oeſterreichiſchen Poſtvereinsgebiete für 15 Ngr. vierteljährlich zu beziehen.

Licht.

Eine Erzählung von Guſtav Nieritz.

J.

Wie ſieht er aus? Was will er? fragte der Ober poſtrath Schleier ſein Dienſtmädchen, welches einen Fremden anmeldete.Kommt er etwa, um zu betteln, zu borgen oder Subſcribenten für ein neues Buch, Mitglie der für irgend einen neuen Verein zu ſammeln und darum neue Ausgaben zu veranlaſſen?

Dazu ſieht mir der junge Mann zu furchtſam aus, erwiderte die Magd.

Solche Furchtſamkeit wird jetzt immer ſeltener, wäh rend Zudringlichkeit und Frechheit in ſtetem Wachſen ſind, bemerkte Schleier.Er mag eintreten, wenn er furchtſam iſt.

Ein junger, einfach gekleideter Mann trat in's Zimmer und begrüßte den Oberpoſtrath mit einer tiefen Ver beugung. Dieſer ging ihm, die lange, rauchende Thon pfeife im Munde, einige Schritte entgegen und fragte, ſeinen Beſuch muſternd, mit heftiger Stimme:

Was wollen Sie bei mir? Wie heißen was ſind Sie? Faſſen Sie ſich kurz meine Zeit iſt edel und be meſſen!

Mein Name, erwiderte der junge Mann,iſt Julius

Pech. Ich bin Graveur, ſteche Petſchafte in Metall und Edelſteine und wünſche von Ihnen ein Plätzchen unten in Ihrer Hausflur zu miethen, wo ich mein Atelier auf ſchlagen kann.

Hausflur Atelier, entgegnete Schleier,ei,

ſehen Sie doch an! Sie ſind nicht dumm. Mein Haus beſitzt die ſchönſte Lage in der beſuchten Schloßgaſſe, und vielmal ſchon bin ich angegangen worden, meine Hausflur zu vermiethen. Aber ich mag den Rummel und den Schacher nicht um mich leiden und habe darum auf alle Anfragen nein! geſagt.

Mein Stuhl und mein kleines Arbeitstiſchchen, ver ſetzte Pech,nehmen kaum drei Geviertellen Raum ein, und von einem Kundenandrange dürfte noch lange nicht die Rede ſein.

Ein Wort wie Tauſend, ſprach der Poſtrath.Ich thu' es nicht. Pech! Pech! ominöſer Name! Könnte das Pech mit Ihnen zugleich in mein Haus einziehen. Nein! nein! Es iſt nichts!

Kann ich etwas für meinen Vaternamen, fragte der junge Mann gekränkt,der bisher mit Ehren in meiner Familie getragen worden iſt?

Kann ſein kann ſein, erwiderte der O berpoſt⸗

1 rath,habe gar nichts dagegen. Aber mit meiner Haus

flur iſt's nichts. Leben Sie wohl! Traurig und verletzt durch die erlittene Behandlung ginge der junge Mann.

Der nächſte Tag war ein Sonntag, an welchem Julius, ſönne frommen Gewohnheit nach, die Hoflirche beſuchte. Hier hatte er der Kanzel gegenüber ſeinen Stand, und zwar ſchon ſeit einer Reihe von Jahren. Die Kirche füllte ſich heute über die Maßen, weil ein berühmter fremder Kanzelredner eine Gaſtpredigt halten wollte, daher es nicht