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Durchmeſſer des Saturn.
aa= 16,305 der Durchmeſſer der Saturnkugel. b= 4,594 7. 2 1 3 b= 4,594 Zwiſchenraum. 5 C= 3, 33] ngt: e 2 1 3,733 Breite des innern Ringes. 2275 0 T. 4= 5387 Zwiſchenraum e= 1,927 Breite des d en Neinges 6= 1,9271 reite des äußern Ringes. AB= 37,587 Durchmeſſer des ganzen Phänomens.
und ſich mit der Zeit nach Maßgabe ſeiner eigenen Con traction, ſowie nach Maßgabe der Attractionskraft des Saturns ſelbſt, in mehre ſpaltete. Um einen Ring von ſolcher Ausdehnung zu wölben, würden ſich gegen 20 Erdkugeln nöthig machen.
Dieſe Hypotheſe iſt unter allen, die es gibt, die am meiſten wahrſcheinliche, und dieſe Wahrſcheinlichkeit läßt ſich, wie ich in meiner erwähnten Schrift gezeigt habe, durch ein Experiment nachweiſen, das Jedermann ſelbſt nachmachen kann.
Saturn hat aber auch außer ſeinem Ringgewölbe noch 8 Monde, die zu verſchiedenen Zeiten von den Him⸗ melsbeobachtern entdeckt worden ſind; ihre Entſtehung i*ſt auf gleiche Weiſe zu erklären, wie die Entſtehung der Planeten. Als die Saturnkugel ſich vom allgemeinen Gasballe im unendlichen Weltenraume losgetrennt hatte, bildete ſie ſich durch die Rotation zu einer mächtigen Scheibe in Linſenform wie ein convexes Glas aus und ſetzte auf ihrer Kante den ſich trennenden Ring ab, der ſich zu einer Mondkugel geſtaltete und als der uns bis jetzt bekannte letzte oder äußerſte Mond gilt. Er iſt der Erſtgeborene Saturns oder der achte Trabante vom Saturn aus gezählt; der ſiebente iſt der Zweitgeborne u. ſ. f., und das Ringgewölbe das zuletzt entſtandene.
Fig. 4 ſtellt den Saturn mit ſeinen 8 Monden und ihren Bahnen um den Centralkörper dar.
vom Saturn in geogr. Meilen; ihre Durchmeſſer ſind ſehr unſicher, theils gar nicht bekannt. Mimos, der un⸗ gefähr 20,000 Meilen vom Saturn entfernt iſt, voll⸗ endet ſeinen Umlauf um denſelben faſt in einem Erden— tag, dagegen Japetus, deſſen Entfernung über 500,000 Meilen beträgt, in faſt 80 Erdentagen. Der III. IV. V. VI. u. VIII. wurden im 17. Jahrhundert ſchon ent⸗ deckt, der I. u. II. im 18. Jahrh. und der VII. in dieſem Jahrh., nämlich 1848, vom amerikaniſchen Aſtronomen
Bond und vom engliſchen Aſtronomen Laſell faſt zu gleicher Zeit, nämlich den 16. u. 18. Septbr., obgleich
beide Himmelsbeobachter mehr als 1000 Meilen von einander entfernt wohnen. Es iſt nicht unwahrſcheinlich, daß es zwiſchen den letztern Bahnen, wegen ihrer oft bedeutenden Entfernungen von einander, noch mehre Satelliten gibt, die ihres Entdeckens harren.
Hervorheben muß ich noch ausdrücklich, daß man ſich in unſerer Illuſtration die ſämmtlichen 8 Mondbahnen über der Ebene des Ringgewölbes denken muß, was be⸗ greiflicher Weiſe in der Planzeichnung nicht veran— ſchaulicht werden konnte. Alle dieſe Trabanten verur⸗ ſachen und erleiden Finſterniſſe, jedoch nur ſehr ſelten, weil ihre Bahnen gegen die Saturnbahn bedeutend ge— neigt ſind. Beſonders ereignen ſich dieſe Finſterniſſe um die Zeit, wo der Ring verſchwindet, und es folgt da⸗ rauf jedesmal eine ganze Reihe in ununterbrochener Folge, ſo daß faſt jeder Neumond eine Finſterniß bewirkt und jeder Vollmond eine dergleichen erleidet.
Daß auch dieſe ſämmtlichen Monde ihrem Hauptkörper ſtets nur eine Seite zukehren, wie unſer Mond der Erde, hat man aus den Beobachtungen gewiſſer Flecken folgern wollen, die am VIII. beſonders bemerkt worden ſind.
Ueberhaupt ſind alle dieſe Saturntrabanten ſo klein
und lichtſchwach, daß ſie nur mit außerordentlichen In⸗
ſtrumenten wahrzunehmen ſind. Am leichteſten ſind ſie
aufzufinden, wenn die Erde in der Fläche des Ringes ſteht. Herſchel, der Vater, ſah einmal derſelben 6 auf einmal vor und hinter dem Ringe, der wie ein Silber⸗ faden erſchien, ſo daß das ganze Phänomen einer Perlen⸗ ſchnur glich.
Wenden wir uns nun wieder zum Saturnköper ſelbſt!
Auf der erſten unſerer Abbildungen ſehen wir drei
Streifen(der eine iſt vom Ring verdeckt), die unter ein⸗
ander parallel, und zwar auch parallel mit dem Saturn⸗
äquator, um deſſen Körper laufen und Zonen bilden; be⸗ ſonders iſt es ein grauer Streifen, der ſchon durch mäßige Fernröhre erkannt zu werden vermag. Dieſer Streifen iſt, langen und ſorgfältigen Beobachtungen zufolge, als ein durchaus conſtantes Phänomen zu betrachten. Das Graue deſſelben hat eine große Aehnlichkeit mit demjeni⸗ gen Grau, das die innere Kante des innerſten Ringes einnimmt und dieſem ein verwaſchenes Anſehn gibt, wäh⸗ rend die äußere Kante ſowol dieſes als des äußerſten Ringes ſcharf und beſtimmt hervortritt. Beide Phäno⸗
men ſcheinen in näherer Verbindung zu ſtehen und in der
Man hat in neuerer Zeit dieſen 8 Saturnſatelliten,
um ſie beſſer von einander unterſcheiden zu können, mytho⸗ logiſche Namen gegeben, die aber nicht alle treffend ge— wählt ſind, was indeſſen nichts zur Sache thut. Sie
heißen vom Saturn aus gerechnet: Mimas, Enceladus,
Thetys, Dione, Rhea, Titan, Hyperion und Japetus. Man kennt die Umlaufszeiten derſelben von ihrem Cen⸗ tralkörper bis auf die Minuten; ebenſo ihren Abſtand
gegenſeitigen Beziehung Saturns und ſeines Ringes eine Erklärung zu finden.
Wie nämlich der Mond für unſere Erde Ebbe und Flut bewirkt, muß auch der Saturnring, der von ſeinem, Centralkörper etwa 5000 Meilen, alſo ungefähr den 10. Theil ſo weit, als unſer Mond von der Erde entfernt iſt, eine ähnliche, aber conſtante, rings um die Kugel ſich er—
ſtreckende Flut bewirken, und zwar der großen Nähe und
des bedeutenden Durchmeſſers der Kugel wegen eine ganz


