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einer Unterlage von Backſteinen auf den Ofen, voraus⸗ geſetzt, daß dieſer oben nicht ſehr heiß wird, oder auf einen andern von unten wärmenden Platz. Da jedoch die Töpfe an ſolchen Stellen ſehr austrocknen und die Zwiebeln von der trockenen Hitze leiden, ſo thut man wohl, ſich ein leicht tragbares Käſtchen von geeigneter Größe (vielleicht zu 8— 12 Töpfen und 7—8 Zoll Höhe), unten mit einem Boden von Blech oder glatten Dachziegeln und oben durch eine Glastafel verſchließbar, machen zu laſſen, in welches die Töpfe von feuchtem Sand umgeben geſtellt werden. Dieſer Kaſten, der ſo eingerichtet werden kann, daß er auch ein anſtändiges Zimmer nicht verunziert, kann auf den Ofen oder Herd auf eine Unterlage geſtellt werden, und die darin ſtehenden Zwiebeln finden eine ſehr gedeihliche Wärme und die nöthige Feuchtigkeit. † 30— 35 Grad R. kann der Sand immer warm ſein, ohne zu ſchaden, muß aber immer feucht gehalten werden.*) Sowie die Triebe zu groß werden, ſtellt man die Töpfe frei auf, jedoch nicht ſogleich an das Fenſter.
Das Treiben der Hyazinthen in eigens dazu einge⸗ richteten Waſſergläſern kann als eine zweckloſe Spielerei nicht empfohlen werden, indem die Blumen nie zur rechten Vollkommenheit gelangen.
Die Behandlung der übrigen Blumenzwiebeln iſt im Allgemeinen dieſelbe, doch finden einige Abweichungen ſtatt. Von Tulpen treibt man die kleine Frühtulpe, gewöhnlich Tuc van Toll genannt, in mehren Sorten, nämlich einfache, gefüllte, violett gefüllte, roſenrothe, gelbe und ganz ſcharlachrothe; ferner die prachtvolle gefüllte Tourneſol, die gefüllte rothe Frühtulpe, Rex rubrorum und die gefüllte gelbe, gelbe Roſe, genannt, endlich noch die gewöhnlichen einfachen Frühtulpen, namentlich Duc de Berlin und Duc de Neukirch. Mit der einfachen Tuc van Toll kann man, wenn die Zwiebeln Ende Auguſt eingepflanzt wurden, ſchon Ende Oktober zu treiben anfangen und ſie im November zur Blüte bringen; denn ſie blühen ſchon in 14 Tagen, nachdem ſie warm geſtellt ſind, ſpäter ſogar oft ſchon nach 8 Tagen.*) Vortrefflich und ſehr ſchnell kann man ſie treiben, wenn man in einem Stalle oder Schuppen einen Laubhaufen macht, der ſich erwärmt, indem man die ganzen Töpfe eingräbt und einen leeren Topf darüber deckt. Dieſe Tulpen, namentlich die Tourneſol, haben einen höchſt angenehmen Geruch. Das Auseinander⸗
*) Ich habe einen ſolchen Treibapparat, der mir ſehr gute Dienſte leiſtet, noch viel einfacher eingerichtet. Eine kleinere oder größere Kiſte, mit feuchtem Mooſe gefüllt, nimmt die zum Treiben beſtimmten Töpfe auf und wird neben den Ofen geſtellt. Zweckmäßiger iſt es allerdings, wenn ſie auf dem Ofen ſteht; aber es wird dann beſchwerlicher, den Kaſten von Zeit zu Zeit zu revidiren, und die Zwiebeln, wenn ſie auch ſchneller treiben, ſind dem Verbrennen leichter ausgeſetzt. Die Töpfe, die im Kaſten ſtehen, ſind rings von feuchtem Moos umgeben und werden mit demſelben einige Zoll hoch bedeckt. Dann wird die Kiſte mit einem hölzernen Deckel belegt, den man nur ſelten zu lüften braucht, um nachzuſehen, ob einzelne Blütenſtengel ſo weit ſich entwickelt haben, daß die Töpfe an's Licht geſtellt werden müſſen. Das Treiben in Sand iſt bei Weitem nicht ſo bequem und reinlich, als in Moos.
H. Schwerdt. *) Zuweilen muß man nachhelfen, wenn die zuſammengefalteten
Blätter die Blumenknospe nicht durchlaſſen wollen. H. S.
gehen der Blumenblätter im warmen Zimmer verhindert man durch Umlegen eines rothen Fadens.— Tourneſol treibt man von Ende December an wie Hyazinthen, jedoch ohne zu große Wärme; ebenſo die Duc de Berlin, etwas ſpäter Duc von Neukirch. Die gefüllte rothe (Rex rubrorum) und die gelbe Roſe dürfen vor Ende Januar nicht getrieben, auch nicht auf den Ofen geſtellt werden, ſondern ſogleich an das Fenſter, mit einem Blumentopfe bedeckt. Beſſer iſt es, man wartet damit bis zum Februar. Ebenſo werden die Frühtulpen behandelt.
Von Crocus gibt es jetzt herrliche Sorten in allen Farben und mit ſehr großen Blumen. Man pflanzt ſtets 4— 6Zwiebeln in einen größern oder 3—in einen kleinern Topf. Die bunte Spielart, Crocus verſicolor, kann man ſchon Mitte December in das warme Zimmer ſtellen, jedoch nicht an den Ofen. Alle andern Sorten laſſen ſich nur von Ende Januar an mit Sicherheit, jedoch ſtets bei geringer Wärme treiben. Man muß ſie immer naß halten. Es iſt gut, die Crocus nicht ſo lange wie Hyazinthen in der Erde zu laſſen, weil ſie ſonſt zu lang treiben und die Blüten leicht umfallen. Beginnen ſie im Keller ſtark zu treiben, ſo müſſen ſie hell und kühl geſtellt werden.—
Von Tazetten treibt man die weiße Marſeiller Tazette ſchon im November und kann ſie ſicher um Weihnachten in Blüte haben. Später, vom Januar an, treibt man die übrigen ſpäten, ſchöneren Sorten, wie Crocus. Narciſſen und Jonquillen werden ebenfalls erſt vom Januar an und ſehr langſam getrieben. Die köſtlich duftenden Jonquillen ſind nicht genug zu em⸗ pfehlen.— Eine reizende kleine Treibpflanze iſt die hell⸗ blaue Sternhyazinthe, Scilla ſibirica oder praecox, welche man ſchon zu Weihnachten warm ſtellen kann, jedoch nur in das Fenſter.— Die ſchönen Amaryllis, (jedoch nur die formoſiſſima) treibt man einfach dadurch, daß man die Zwiebeln im December in einem Säckchen über den Ofen hängt, bis ſich von ſelbſt die Blüten zeigen, worauf die Zwiebeln, in kleine Töpfe gepflanzt, zu den Hyazinthen warm geſtellt und ſpäter an das Licht gebracht werden. Die ſo behandelten Zwiebeln blühen ohne Blätter, ein Umſtand, der bei der Zimmertreiberei nicht zu vermeiden iſt. Andere Amaryllis, die viel prachtvoller ſind und mit 3— 5 großen Blumen an einem Stengel blühen, verlangen eine beſondere Be⸗ handlung auch im Sommer.— Die Kaiſerkrone kann mit Sicherheit erſt vom Januar an ſehr langſam getrieben werden; man muß jedoch die Zwiebeln ſchon im Juli einpflanzen.*) Ebenſo werden die verſchiedenen Lilien behandelt, jedoch erſt vom Februar an warm geſtellt. Dieſe ſind ſehr ſchwierig zu treiben, am beſten noch langſam im Doppelfenſter.— Schneeglöckchen und Märzblumen laſſen ſich ſchwer treiben. Am beſten ge⸗ lingt es, wenn man ſie in Doppelfenſter ſtellt und ſich von ſelbſt entwickeln läßt.
*) Die Kaiſerkrone iſt wegen ihres unangenehmen Geruches, den ſchon die Pflanze verbreitet, durchaus nicht als Zimmerpflanze zu empfehlen. H. S.
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(Ein zweiter Artikel folgt in der nächſten Nummer.)


