ſchliffen ſind, und jemehr ſie die Geſtalt einer Linſe be kommen, deſto kleiner wird der Punkt, den ich auf ein mal mit ihnen beobachten kann. Iſt Etwas größer, ſo kann es nur theilweiſe und nach und nach betrachtet wer den. Wer das Mikroskop erfunden, iſt nicht ganz gewiß, da es Einige dem Zacharias Janſen in Middelburg, Andere dem Neapolitaner Franz Fonſana zuſchreiben. Wahr ſcheinlich iſt man durch die Erfindung der Brillen, die man ſchon im 13. Jahrhundert in Deutſchland kannte, auf die Herſtellung der Vergrößerungsgläſer gekommen, da ihre Anwendung auf gleichen Grundſätzen beruht. Die Brillen aber, welche für manches Auge ſo unentbehrlich ſind, ſollen wir den Arabern verdanken. Beiläufig wollen wir noch das Waſſermikroskop erwähnen, welches der Engländer Stephan Gray erfunden hat, und wo die Gläſer durch einen Waſſertropfen erſetzt werden, der vor ſichtig in das Loch einer Röhre eingelaſſen wird. Die Benutzung iſt jedoch mit manchen Schwierigkeiten ver bunden, und es wird deshalb jetzt, wo die Vergrößerungs gläſer viel billiger geworden ſind, wenig mehr gebraucht. Man kann nämlich für 10—15 Thaler ſchon ein recht gutes Pariſer Mikroſkop erhalten, das 140 mal ver größert; und wer eine ſolche Ausgabe machen kann, der wird für ſich, ſeine Kinder und Enkel dadurch ſo vielfache Belehrung und eine ſo tiefe Einſicht in die Wunder der Schöpfung gewinnen, daß er ſein Geld auf keinen Fall nützlicher anwenden kann.
Wenden wir nun unſere Aufmerkſamkeit den kleinen Weſen zu, welche uns faſt allenthalben begegnen, wir mögen im Felde oder im Walde oder im Zimmer ſein, und die von den meiſten gar nicht beachtet werden, als ob man von ihnen durchaus nichts lernen könnte. Lernen, fragt Mancher? ich denke doch über die Schuljahre hinaus zu ſein, und nun ſoll ich, der Menſch, vom unvernünftigen Thiere lernen? Umgekehrt, das lautete ſchon beſſer! Gemach, lieber Freund; das Lernen iſt des Menſchen Sache, und dadurch unterſcheidet er ſich eben vom Thiere, daß er jeden Tag geſchickter, weiſer, beſſer werden ſoll und— was die Hauptſache iſt— auch werden kann.
In der Schönheit, Pracht und wundervollen Ein richtung der zahlloſen Geſchöpfe ſehen wir den Abglanz von der Allmacht, Weisheit und Liebe des ewigen Werk meiſters; und ich denke, wer da ſieht, wie er ſo väterlich
ſorgt auch für den kleinſten Wurm, der zaget nicht und
ſorget nicht wie die Heiden, die von Gott nichts wiſſen.
Damit ihr mich aber nicht mißverſteht, ſo muß ich noch ein Wörtlein zur Erläuterung hinzuſetzen. Auf Gott ver trauen das heißt nicht die Hände in den Schoß legen und zu warten, bis die gebratenen Tauben geflogen kommen. Wozu haben wir denn die Arme und die Augen? warum legte Gott in die Erde die Kraft, daß das Saat korn neue Aehren trägt, wenn ich dem Boden vertraue? Und lerntet ihr weiter nichts vom Käfer, der Ameiſe und der Biene, als daß ſie nicht zuwarten, ſondern fliegen und ſammeln vom frühen Morgen bis zum ſpäten Abend und ſüßen Honig ſaugen aus der Lindenblüthe und aus der Giftblume des Schierlings? Gar Mancher hätte ſchon daran genug, daß er wieder ein ordentlicher Menſch
würde und regelmäßig an die Arbeit ginge, anſtatt Dag
für Tag ein Wegelagerer zu ſein und ein Strauchdieb. Sieh' dich nur um, ob irgend ein Thierchen müßig
iſt, wenn du auf dem Felde biſt und ſchaueſt bedenklich
nach den Wolken und murrſt, daß es zu kalt iſt oder zu warm, zu naß oder zu trocken, oder blickeſt gar hinüber
nach dem Wirthshaus mit dem verlockenden Schild. Wie viele Geſchöpfe begegnen Dir, hier ein ſchwarzer Käfer mit langen Fühlern und langen Beinen; er läuft bald in der Furche, bald klettert er darüber hinweg, und jede kleine Erdſcholle iſt für ihn ein Berg, den er überſchreiten muß, und von dem er nicht weiß, ob nicht jenſeits ein tiefer Abgrund iſt, der ihm Verderben droht. Der vor⸗ ſichtige Burſch geht darum nicht blindlings vorwärts, gleich manchem Menſchen; ſo eilig er iſt, ſo ſind ſeine Fühler doch ſchneller wie ſeine Beine. Sie ſind in be ſtändiger Bewegung, bald rechts bald links, bald nach oben bald nach unten. Ihre feinen Spitzen und Här chen betaſten Alles, um zu erfahren, wie es beſchaffen iſt, und man glaubt ſogar, daß die Fühler im Stande ſeien, dem Käfer den Schall zuzuführen und ſo die Stelle der Ohren zu vertreten. Das iſt wenigſteus gewiß, daß ſie ungeachtet ihrer harten Beſchaffenheit ſehr empfindlich ſind. Der Käfer ſelbſt iſt, wie Ihr Euch leicht überzeugen könnt, ein ganzer Körper mit einer ziemlich dauerhaften Schale umſchloſſen, der Kopf und der Mittelleib mit einem ſtarken Schilde bekleidet, und über dem Hinterleibe liegen noch zwei mächtige Decken, die zwar für ſeinen Aufenthalt in der Erde und umgeben von manchen Ge— fahren ſehr nothwendig ſind, aber auf der andern Seite ihn auch weniger empfindlich machen. Darum gab ihm der Schöpfer beſondere Taſtwerkzeuge, in denen ſich wie in unſern Fingerſpitzen die Hauptnerven vereinigen, und das ſind eben die Fühler. Nicht alle Inſekten haben gleiche Fühler, ſondern in ihrer Bildung herrſcht gerade die meiſte Verſchiedenheit. Sie ſind bald länger wie das ganze Thier z. B. bei den ſogenannten Bockkäfern, und bei einigen Mücken, wo ſie oft dreimal und ſechsmal den Leib an Länge überragen, bald wieder ſo klein und verſteckt, daß man ſie kaum bemerkt. Sie bilden fadenförmige Spitzen, die nach vorn immer dünner werden, oder haben an dem Ende einen Knopf, daß ſie ausſehen wie eine Keule oder wie ein Löffel mit einem langen Stiel; andere gleichen einer Perlenſchnur, und Du kannſt die einzelnen Glieder deutlich zählen und zählſt 12, 16, 20, 30 Perlen und noch mehr, ohne doch den Faden zu gewahren, an den ſie aufgereiht ſind, ſo zierlich iſt Alles gemacht. An manchen dagegen hat es den Anſchein, als habe ein Pfu ſcher gearbeitet und das eine Glied lang und dünn, das zweite kurz und dick gebildet, auch die Perle nicht genau in der Mitte durchbohrt, ſondern etwas von der Seite, und hat doch Alles der himmliſche Meiſter gethan aus weiſen Abſichten, ohne zu irren und zu fehlen. Und recht, als hätte er wollen den Reichthum ſeiner Allmacht uns verkünden an dem kleinſten Dinge, hat er die Perlen ſchnur noch verziert mit allerlei Flitter und hat um jedes einzelne Glied einen Kranz feiner Härchen geſtellt oder an die äußere Seite ein paar lange Borſten, an die innere dagegen zwei kurze, und ſieht man ſcharf zu, etwa durch ein gutes Vergrößerungsglas, ſo kann man in jeder Borſte und jedem Härchen noch Leben und Bewegung entdecken. Denn wo es eingefügt iſt, ziehen ſich die zarteſten Röhren und Nerven durch das ganze Haar hindurch, daß es einem Thurme ähnlich iſt, in dem ein geſchickter Baumeiſter lauter Stockwerke mit Stuben und Kammern, mit Thü⸗ ren und Fenſtern gebildet und durch den ganzen Thurm von oben bis unten eine Wendeltreppe gemacht hat, damit man von einem Stockwerk zum anderen gelangen kann. Das Alles iſt in dem winzig kleinen Härchen von Gottes Hand bereitet, damit die Säfte aus dem Magen
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