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lockeren Federn, aber nur ein kleines Stück Blei auf ein Pfund. So macht die Wärme die Körper alſo auch leich⸗ ter, indem ſie ſie auflockert, und bei den allermeiſten gilt: je heißer, deſto leichter; je kälter, deſtoſſchwerer.
Aber das Waſſer macht eine höchſt wunderbare Aus⸗ nahme von dieſer Regel!
Wenn das Waſſer warm wird, ſo dehnt es ſich zwar auch aus und wird leichter. Deswegen, wenn man Feuer unter einem Keſſel macht und das Waſſer im Keſſel wird von unten her warm, und es iſt oben noch kühl, ſo ſteigt das wärmere, leichtere von unten in die Höhe und das kältere fällt hinunter. Das Waſſer rührt ſich von ſelbſt um. Wenn man Acht giebt, kann man die Bewegung im Keſſel recht gut bemerken. Und weiter: Das Waſſer dehnt ſich auch— beſonders ſchnell in großer Wärme— noch mehr aus und wird noch leichter: es wird zu Dampf und ſteigt in die Luft.
Aber abwärts gegen die Kälte zu iſt es beim Waſſer nicht wie bei den allermeiſten andern Naturkörpern. Es iſt nicht um ſo dichter und ſchwerer, je kälter es iſt; ſon⸗ dern es iſt am dichteſten und ſchwerſten, wenn es etwa 4 Grad Wärme hat.
Beim Gefrieren dehnt ſich das Waſſer alſo wieder etwas aus!
Es hat ſchon manchen Brunnentrog auseinander ge drückt, wenn nicht ein Strohwiſch hineingeſtellt war, daß es erſt an dieſem ſeine Kraft auslaſſen konnte.
Und weil es ſich beim Gefrieren etwas ausdehnt, ſo iſt das Eis auch leichter, als das flüſſige Waſſer und ſchwimmt auf demſelben!
Nun bedenke man, was geſchehen würde, wenn es beim Waſſer nicht ſo, ſondern wie bei andern Naturkörpern wäre, die um ſo dichter und ſchwerer ſind, je kälter ſie werden.— Da würde die dünnſte Eiskruſte, die ſich oben auf den Ge⸗ wäſſern bildete, unterſinken, und es könnte ſich ſtets neues Eis oben bilden und würde wieder unterſinken, und ſo fort, bis in kurzer Zeit der ganze See oder der ganze Fluß in einem kalten Winter zu einem einzigen Eisklumpen zu⸗
ſammengefroren wäre! Kein Frühling und kein Sommer würde eine ſolche Eismaſſe bis auf den Grund ſchmelzen! — So würden allmählich Flüſſe, ja Meere weithin er⸗ ſtarren, und lebende Geſchöpfe wären in einer traurigen Lage. So muß nun aber gerade das Waſſer beim Ge⸗ frieren ſich ausdehnen und leichter werden, und das ſchwimmende Eis legt ſich gleichſam als eine ſchützende Decke auf das Gewäſſer, ſo daß die Kälte des Winters nur bis zu einer gewiſſen Tiefe eindringen kann, und das nächſte Frühjahr nimmt die Eisdecke wieder weg!—
Aber auch auf dem trockenen Lande hat dieſe merk⸗ würdige Eigenſchaft des Waſſers die auffallendſten Fol⸗ gen für die Pflanzen und dadurch mittelbar für die Thier⸗ welt und für uns. Wenn die Feuchtigkeit, d. i. Waſſer, welches im Erdboden vorhanden iſt, im Winter gefriert,— was muß geſchehen?— Die einzelnen Waſſertheilchen in den Erdſchollen dehnen ſich aus und treiben ſo die Erd⸗ theilchen auseinander, wodurch der Boden gelockert und der befeuchtenden Luft der Eintritt erleichtert wird. Der Gärtner und Landwirth wiſſen es, welch' guten Einfluß auf den Culturboden es hat, wenn er im Winter ſtark durchfriert. Deßwegen— wer ſeinen Boden dieſen guten Einfluß der Kälte reichlich genießen laſſen will, gräbt ſeinen Garten vor Winter rauh herum und pflügt ſeinen Acker und läßt ihn'ſo liegen: dann kann die Kälte zwiſchen den hohen Schollen überall leicht und tief eindringen.—
Und hilft endlich das gefrierende Waſſer nicht auch dazu, daß Felſen ſchneller verwittern und zu fruchtbarer Erde werden?— Denn wenn im Sommer und Herbſt die Näſſe des Regens an der Oberfläche des Felſens auch nur wenig eindringt, ſo ſprengt ſie im Winter doch viele Theilchen und Stückchen los, die im Frühjahr mit abbröckeln, wenn die Feuchtigkeit wieder aufthaut und an dem angenagten Geſtein herunterfließt.—
So iſt das Waſſer, durch eine merkwürdige Eigen⸗ ſchaft während der Winterkälte, und indem es ſelbſt er— ſtarrt, dennoch thätig für das ſchlafende Leben des Früh⸗ lings und Sommers. F. v. Babo.
Die Fledermaus.
Von Karl Stöber.
„Was zu einem vollſtändigen Feierabend im Sommer
gehört?“ Auf dieſe Frage antwortet der freundliche Leſer, ohne daß er ſich viel beſinnt:„Eine Glocke, die dazu läu⸗ tet, ein Johanniswurm, der dazu leuchtet, ein Stern, der dazu flammt, eine Nachtigall, die dazu ſchlägt, und eine Mutter an der Wiege, die dazu ſingt:
Der Tag iſt nun vergangen
Und goldne Sternlein prangen
Am blauen Himmelszelt.“
Aber der Schreiber dieſes hat daran noch nicht genug, ſondern ſetzt hinzu:„Und die Fledermaus.“
Dagegen nun proteſtirt ein großes Volk. Die Zim⸗ perlichen fahren in ihrem Abſcheu vor dem abſcheulichen Ding etliche Schritte zurück, und daß ſie nicht förmlich vor ihr ausſpucken, verdankt das arme Thier nur dem koſtbaren Teppich, der über den Fußboden ausgebreitet
iſt. Die ganze Induſtrie ſchlägt das Kreuz davor, weil man es nicht ſcheeren kann, wie das Schaf, oder rupfen, wie die Gans, oder ausbalgen, wie den Haſen, oder ein— ſalzen, wie den Häring, oder knechten, wie den Dampf. Und die Maler ſammt den Poeten brauchen es nur zu Schauer und Graus in ihren Nachtſtücken, weil ſeine ausgeſpannten Flügel und der wenige Körper dazwiſchen ſo leicht zu conterfeien ſind, wie der Zwicker, den unſere Großmütter von der Naſe thaten, wenn die Magd den Kaffee auf den Tiſch ſtellte. Ich aber will für das ver⸗ achtete Thier eine Lanze einlegen, und ſollte es die ganze Welt verdrießen.
Denn an den Menſchenkindern iſt auch nicht Alles ſchön und recht. Da in dem Bauernhaus z. E. iſt keine Seele daheim, als nur ein Kind in der Wiege, die Hände in das Wickelkiſſen gebunden, und ſo weit ſein Geſicht geht, ſitzt es voll ſchwarzer Fliegen, ſo daß, wer durch's
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