Jahrgang 
1857
Seite
8
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ſchroffe Oſtſeite des Hauſes und bietet über den Gipfeln der hohen Buchen hinweg die unvergleichlichſten Blicke in die Nähe und Ferne. byzantiniſchen Wohnhauſes der hohen Herrſchaften wird ſich eben ſo originell und wohnlich, als bei aller Einfach⸗ heit, die man dabei beabſichtigt, ſchön und geſchmackvoll geſtalten. Im engſten Verband mit dieſem, wie mit

genannt. In gleicher Weiſe und auf demſelben Felſen⸗ grund wird man denſelben auch jetzt wieder aufrich

unbedingt den Aufenthalt und das Wirken des großen

Mannes auf der Wartburg vergegenwärtigen kann.

Die ganze Einrichtung dieſes

Außerdem ſollen die anſtoßenden Zimmer und ein Saal mit Originalgemälden, Portraits, Sammlungen von

Büchern, Handſchriften und Erinnerungen an die Refor⸗

mationszeit ausgefüllt und durch den ſogenannten Luther⸗

. n König(einen Künſtler Münchens erſten Ranges, der dem hohen Hauſe, ſtand einſt der Hauptthurm, Bergfriedt

ten. Schon ſind ſeine ſtarken Mauern vom Felsgeſtein

des Wartburgberges bis in den zweiten Stock gediehen, und ſicher hofft man bis Ende 1857 dieſelben auf die Höhe von 90 Fuß zu bringen.

nur Süjets aus Luthers Leben behandelt, neue Bilder vom Aufenthalte Luthers zugeſellt werden.

Dieſe Lutherräume überließ der regierende Großherzog der deutſchen evangeliſchen Synode, welche ſchon einige Male hier tagte, zu ihren Verſammlungen, ſowie die Ka⸗

pelle, die nach vollendeter Reſtauration im Jahre 1855

Wie ein Zeigefinger des

Herrn wird er dann gen Himmel ragen und weit in's

Land hinein leuchten und an die Bibelworte mahnen, die bei ſeiner Grundſteinlegung den Redetext bildeten:Der Herr iſt ein ſtarker Thurm, Pſ. 61, 4.

Einſt war neben dieſem Thurme, quer über den Hof gebaut, ein zweites Thor, welches die eigentliche Hofhaltung von der Thorburg abgrenzte und zugleich die Verbindung der öſtlich gelegenen Bauten mit einem Hauſe herſtellte, das Tirnitz(Ofenhaus) genannt und von Landgraf Friedrich dem Freudigen zu einer wärmeren Wohnung erbaut wor⸗ den war. Auch die Wiedererrichtung dieſer beiden Bau⸗ ten liegt neuerdings im Plane des Oberarchitekten Hofbau⸗ rath von Ritgen zu Gießen, welcher die Wiederherſtellung der Wartburg leitet, und ſchon ſieht man den Unterbau der Tirnitz auf derſelben Felsunterlage, die einſt den alten Bau getragen, aufgemauert. Seine Beſtimmung wird ſein, den Uebergang des Rundbogenſtyles zu dem der Thorburg zu repräſentiren und in ſeinem obern Stockwerk die Prinzen und Prinzeſſinnen des Großherzog⸗

von der Synode feierlichſt eingeweiht wurde), zu ihren gottesdienſtlichen Handlungen.

Jedenfalls werden auch die vielen Originalgegenſtände, welche aus der ſoviel nähern Reformationszeit hier auf⸗

geſtellt werden ſollen, ein bedeutendes Uebergewicht in die

lichen Hauſes aufzunehmen, während der untere Stock

als Waffenhalle eingerichtet werden ſoll. Die hier aufzu⸗ bewahrenden Waffen gehören wohl zu den intereſſanteſten Sehenswürdigkeiten, welche die Wartburg aufzuweiſen hat. Freilich ſtammen nur wenige aus dem eigentlichen Mittelalter; mehrere aus dem 15. Jahrhundert, und in

den meiſten dieſer engen eiſernen Hüllen ſtritt man bei

Mühlberg am 15. April 1547 für geiſtige Freiheit. Wir

finden darunter namentlich die Rüſtung Friedrichs des

Großmüthigen, von ächt deutſcher Kunſt zeugend, auch

die ſeiner Söhne, und Johann des Beſtändigen, ſowie eine vom Papſt Julius dem Streitbaren an Friedrich den

Weiſen geſchenkte prachtvolle Reiterrüſtung; ſelbſt die der Ritter und Schloßhauptleute der Wartburg, durch welche Dr. M. Luther auf Befehl des Churfürſten in die Thorburg gebracht wurde, fehlen nicht.

Mit dieſer Tirnitz und deren Waffenhalle in engſter

Verbindung ſteht der zweite Haupttheil des Reſtaurations⸗

baues das Lutherhaus in der Thorburg. Viele wähnen, die von Schwind ſo reich ausgeſtattete

und dem Katholicismus huldigende Eliſabethengallerie möchte die Lutherzeit gleichſam verdunkeln, allein die

Wartburg beſaß ſchon einen weiſen Regenten, der mit beiden Confeſſionen zu verkehren und beide zu würdigen wußte. Auch der jetzige Landesherr iſt für ſeine Perſon ächt lutheriſchen Sinnes. So anziehend daher auch das heilige Leben der Landgräfin Eliſabeth dargeſtellt iſt, ſo ſehen wir doch auch die Lutherkapelle mit beſonderer Liebe bedacht, und auch das Lutherhaus wird bald davon zeugen. Die Lutherſtube muß freilich in ihrer faſt dürftigen Ein⸗ fachheit verbleiben und darf nur das aufnehmen, was

Wagſchale der zweiten Wartburgsperiode legen, indem das Publikum da, wo es mehr die Werke der Geſchichte als der Kunſt ſucht, ſelbſt mittelmäßige Alterthümer weit höher zu ſtellen pflegt, als die beſten Kunſtwerke der Jetztzeit.

Endlich ſei noch erwähnt, daß ſelbſt der vordere Theil der Thorburg, aus dem Ritterhaus und Thorthurm be⸗ ſtehend, wieder von den Schlacken der neueren Zeit ge⸗ reinigt und ſeiner früheren Beſtimmung gemäß herge⸗ ſtellt werden ſoll.

Der Thorthurm war einſt gar ein ſchlanker, ſtattlicher Bau mit Zugbrücke und Vorburg; das Ritterhaus trug. auch ein ſchöneres Kleid, als ſeine jetzigen geflickten Wände; denn noch heutigen Tages blicken die zierlichen Rundbögen der alten Fenſter an vielen Stellen heraus. Auch fortan ſoll es wieder der alten Ritterſchaft Thüringens gewid⸗ met ſein und deshalb dem Commandanten dereinſt als Wohnung dienen.

Die jetzt da befindliche Herberge wird dann, wie ehe⸗ dem, auf den ſchönen nach Oſten zu gelegenen Felſenarm verlegt. Ihre innere wie äußere Einrichtung wird natür⸗ lich eine nicht minder alterthümliche, denn jetzt, damit ſie mit dem Charakter des Landgrafenſchloſſes harmonire.

Den ſüdlichen Hoftheil neben dem jetzt noch ſtehenden Wachtthurme trennt auch künftig die Ciſterne, nebſt zwei Pforten zu beiden Seiten, von der eigentlichen Hofhal⸗ tung. Das Bad, nahe dem ſüdlichen Giebel des hohen Hauſes, und längs der mit Zinnen bekrönten Umfaſſungs⸗ mauer ein Zwinger für wilde Beſtien, werden den größern Theil dieſes Hinterhofes einnehmen. Wilder Thiere be⸗

diente man ſich an ſolchen Stellen als Abſchreckungs⸗

mittel, und die Chroniſten erwähnen ausdrücklich eines Löwen, der in alten Zeiten auf der Burg gehalten ward. Auch jetzt ſchon ſehen wir dort einen ſtattlichen Bären, und es iſt ſicher anzunehmen, daß er ſpäter nicht der ein⸗ zige bleiben wird.

Die ganze Reſtauration, obgleich ſie eifrig betrieben wird, ſteht gewiß erſt mit dem 800jährigen Jubelfeſte der Wartburggrundſteinlegung, alſo in 11 Jahren, vollendet vor unſeren Augen, und nur die weſentlichſten Theile der⸗ ſelben ſehen wir wohl gleichzeitig mit Eröffnung der Werrabahn hergeſtellt.

Leider ſind die neuen Eiſenbahnbauten den mittel⸗ alterlichen Bauten der Wartburg ſehr hemmend, nicht allein, weil ſolche die Löhne um ein Drittheil vertheuern, ſondern auch die rüſtigſten Arbeitskräfte der Reſtauration

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